Lokalsport

„Für Kirchheim ist es eine Ausnahmesaison“

Basketball Knights-Sportchef Chris Schmidt sieht die Mannschaft vor Bginn der Playoffs noch nicht am Ende ihrer Reise. Von Peter Eidemüller

"Die Mannschaft hat jetzt schon Herausragendes für den Klub geleistet", sagt Knights-Geschäftsführer Chris Schmidt. Foto: Tanja Spindler

Chris Schmidt ist seit 2015 Geschäftsführer Sport der Knights. Vor Beginn der Playoffs spricht der 40-Jährige über die Bedeutung dessen für den Standort, die Erwartungshaltung im Klub und die Zukunft in Kirchheim.

Die Knights sind zum insgesamt fünften Mal in die Playoffs eingezogen – überraschender als bei den vier Malen zuvor?
„Die wirtschaftlichen Unterschiede und Möglichkeiten im Vergleich zur Konkurrenz waren vor einigen Jahren zwar schon da, aber nicht ganz so gravierend wie jetzt. Daher ist es eine sehr große Überraschung.“

Mit welcher Erwartungshaltung gehen Mannschaft, Funktionäre und Verantwortliche in die Partien gegen Hagen?
„Wir werden alles investieren, was an Kraft und Energie da ist, um zu gewinnen. Die Jungs haben sich sehr viel vorgenommen und wir Verantwortlichen lassen uns überraschen, was dabei herauskommt. Die Mannschaft hat schon jetzt Herausragendes für unseren Club geleistet, aber jeder Sportler sollte nach mehr streben. Unsere tun das.“

Unabhängig vom Verlauf, ist klar, dass ein Aufstieg in die BBL nicht infrage kommt. Von den Playoff-Teilnehmern hat Kirchheim ebenso wie der Erstrundengegner aus Hagen und Neuling Münster keinen Lizenzantrag gestellt. Schmälert das die Vorfreude? 
Nein, es ist für Kirchheim eine Ausnahmesaison. Die Vorfreude ist riesig und wir genießen den Moment. Wir müssen uns darauf einstellen, dass es für uns von Jahr zu Jahr schwieriger wird konkurrenzfähig zu bleiben, sollten sich die Rahmenbedingungen nicht so schnell wie möglich ändern. Da reden wir nicht über die BBL, sondern über Konkurrenzfähigkeit in der ProA. Paderborn und Bochum haben ähnliche wirtschaftliche Möglichkeiten im Bereich der Mannschaft und gleiche Bedingungen im Bereich der Halle. Es ist kein Zufall, dass die beiden Teams jetzt absteigen. Mannschaften wie Düsseldorf, Koblenz und Artland konnten immer noch mehr und noch mehr investieren, um sich irgendwie zu retten. Sie haben ganz andere Möglichkeiten Fehler zu korrigieren. Wir hingegen können das nicht, dürfen also erst gar keine machen – wie lange kann sowas funktionieren?“

Unter welchen Voraussetzungen könnte Kirchheim eines Tages eine Lizenz für die BBL beantragen?
Wir bräuchten eine Spielstätte mit einer Kapazität von mindestens 4500 Zuschauern und müssten unser Budget verdrei- und in den kommenden Jahren vervierfachen. Dann könnten wir um einen Aufstieg mitspielen und die Lizenz beantragen.“

Zum Abschluss noch Ihr Tipp: Wer bestreitet das Finale und wer gewinnt es?
Auf der einen Seite des Playoff-Baums sehe ich Trier als glasklaren Favoriten. Sie waren diese Saison deutlich besser als alle anderen Mannschaften. Auf unserer Seite ist Giessen Favorit, aber der Unterschied zu den anderen Teams ist nicht so gravierend. Alle Serien haben das Potenzial, spannend zu sein. In den Playoffs kommts auf Kleinigkeiten, Tagesform, Momentum, Verletzungen und Schiedsrichter an. Das kann weit gehen, aber auch sehr schnell vorbei sein.“