Lokalsport

Fumic fährt mit Handicap nach Österreich

Mountainbike Im Ötztal sind mit Fumic, Pfäffle, Schwarzbauer und Sigel vier Fahrer aus der Region am Start.

Vor allem in den Downhill-Passagen momentan gehandicapt: Manuel Fumic plagt seine Fingerverletzung.Foto: Andreas Dobslaff
Vor allem in den Downhill-Passagen momentan gehandicapt: Manuel Fumic plagt seine Fingerverletzung.Foto: Andreas Dobslaff

Kirchheim. Im österreichischen Haiming greift Manuel Fumic am Sonntag wieder ins Wettkampfgeschehen ein. Der Cannondale-Profi tritt nach seiner Finger-OP mit einer Spezialschiene an. Im Ötztal werden auch Christian Pfäffle, Luca Schwarzbauer und Pirmin Sigel am Start stehen.

Ursprünglich hatte Manuel Fumic, der sich am letzten Tag des Cape Epic bei einem Sturz eine Sehne riss, bereits das Rennen im italienischen Nals im Programm. Doch das war zu früh. Erst vorige Woche bekam Fumic eine Schiene, die den Finger im vordersten Glied versteift, ihm aber erlaubt, den Lenker zu greifen. „Ich fühle mich bergab nicht so sicher, dass ich Vollgas fahren kann“, bekennt Fumic, „aber ich muss die nächsten Wochen damit leben. Deshalb werde ich in Haiming auch fahren.“ Das Problem dabei: Zwei Finger an der Bremse, Ringfinger nicht einsetzbar - da bleibt nur noch der kleine Finger, um den Lenker zu fixieren.

Mit dem Handicap muss Fumic bis nach dem Weltcup in Nove Mesto (27. Mai) auf jeden Fall klarkommen, genauso wie mit der Tatsache, dass er durch die Verletzung nochmals in seinem Trainingszustand zurückgeworfen wurde. Von daher sind in Haiming keine Wunder zu erwarten, zumal er mit dem Neuseeländer Sam Gaze und Doppelolympiasieger Julien Absalon auf starke Gegner trifft.

Ebenfalls mit im Feld ist Christian Pfäffle, und auch er ist Rekonvaleszent. Der Neuffener Stevens-Biker musste wegen Knie-Problemen auf den Weltcup-Start und das anschließende Trainingslager in Südafrika verzichten. In Lan­genlois, Österreich, bestritt er vor drei Wochen zwar schon mal ein Rennen (30.), allerdings nur, um eine Messlatte zu haben. „Vom Gefühl her geht es von Tag zu Tag aufwärts, und ich bin überrascht, wie gut es im Training hinhaut“, sagt Pfäffle.

Der echte Gradmesser wird aber am Sonntag das Rennen in Haiming sein, allerdings ohne zu große Erwartungen seitens Pfäffles: „Ich denke, ich werde einen guten Grundspeed haben, aber drüber hinaus fehlt es noch.“ Seine Hoffnung ist dennoch, dass es „akzeptabel“ läuft und er mit einem guten Gefühl zum Weltcup-Auftakt in Albstadt gehen kann (20. Mai).

Luca Schwarzbauer hat nach dem für ihn enttäuschend verlaufenen Weltcup-Auftakt vor sechs Wochen wieder Zuversicht gewonnen. Straßenrennen in Schönaich und Waldrems verliefen gut, und „waren als Trainingsreiz an der richtigen Stelle“, erklärt Schwarzbauer.

Inzwischen hat der Reuderner an der FH in Esslingen ein Studium zum Wirtschaftsingenieur aufgenommen. Die FH ist eine Partnerhochschule des Spitzensports, wodurch Nationalkader-Athleten flexibler agieren können. „Wie sich das parallele Studium auswirkt, kann ich noch nicht abschätzen, aber im Moment ist es etwas entspannter, als nebenher zu arbeiten“, sagt Schwarzbauer. Was er sich vom U23-Rennen in Haiming verspricht? „Es ist nicht oberwichtig, aber es wäre für mich schon cool, gut zu fahren“, so Schwarzbauer, der dort unter anderem auf seinen Lexware-Teamkollegen, den U23-WM-Dritten Max Brandl und den Dritten vom U23-Weltcup in Stellenbosch, den Franzosen Neilo Perrin Ganier, trifft.

Auch der Weilheimer Pirmin Sigel hat für Haiming gemeldet. Nach Oberschenkelhalsbruch vom vergangenen Sommer nimmt er jetzt in der U23-Kategorie einen neuen Anlauf. Vor zwei Wochen war er schon beim regionalen Rennen in Hausach am Start und landete dort auf Rang sieben. Erhard Goller

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