Lokalsport

Fumic gibt den Sündenbock

Mountainbike-Staffel verpasst WM-Bronze

Sieben Sekunden haben zu Bronze gefehlt: Manuel Fumic hat mit dem deutschen Team im Staffelrennen der Mountainbike-WM Platz vier belegt.

Manuel Fumic im Fokus: Der Kirchheimer übernahm nach der verpassten Staffelmedaille bei der WM die Verantwortung. Foto: Armin Kü
Manuel Fumic im Fokus: Der Kirchheimer übernahm nach der verpassten Staffelmedaille bei der WM die Verantwortung. Foto: Armin Küstenbrück

Nove Mesto. Ein packendes Staffelrennen vor lautstarkem Publikum war beendet. Es lag vielleicht zwei Minuten zurück, dass der Essener Ben Zwiehoff als Schlussfahrer die Ziellinie passiert hatte, da begannen die beiden Deutschen Meister Helen Grobert und Manuel Fumic bereits mit der Manöverkritik. „Ich muss das auf meine Kappe nehmen“, analysierte Fumic den Grund, warum dem deutschen Quartett am Ende sieben Sekunden zur Bronzemedaille fehlten, die sich die Schweiz hinter Tschechien und Frankreich gesichert hatte. „Meine drei Kollegen haben eine top Leistung gebracht, mir ist das nicht gelungen. 42 Sekunden auf Koretzky sind zu viel.“

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Immerhin: Koretzky gehört aktuell zu den Besten der Welt. Der U 23-Europameister war zuletzt Dritter beim Weltcup in La Bresse und wird Frankreich bei den Olympischen Spielen in Rio vertreten. Aber dieser Abstand war Fumic deutlich zu viel. Zumal sich mit Simon Andreassen aus Dänemark nach den ersten 4,1 Kilometern an zweiter Stelle noch ein 19-Jähriger befand und Fumic auch 25 Sekunden abgenommen hatte. Nur als Fünfter wechselte der Kirchheimer auf Junior Niklas Schehl (Braunsbach), der das deutsche Quartett auf Rang zwei fuhr.

Als Manuel Fumic die Gesprächsrunde auflöste, blieb Helen Grobert zurück und schüttelte den Kopf. „Dass er das auf sich nimmt, ist ehrenwert. Aber wir sind als Team gut gefahren und wussten, es muss alles passen, damit es für eine Medaille reicht“, nahm die Freiburgerin ihren Kirchheimer Kollegen in Schutz.

Dennoch: Auf den ersten 1,5 Kilometern war Fumic an der Spitze gefahren, doch dann ging Koretzky im Anstieg an ihm vorbei, und Simon Andreassen tauchte neben im auf. „Ich hatte guten Druck auf dem Pedal, aber da waren so Kleinigkeiten, die sich summiert haben. Das muss ich bis zum Einzelrennen am Sonntag in den Griff bekommen, ich setze darauf“, gab sich Fumic gleich wieder kämpferisch.

Niklas Schehl schickte Helen Grobert an zweiter Stelle auf die Reise. Die kämpfte mit der Schweizerin Sina Frei um diese Position, 25 Sekunden hinter Weltmeisterin Pauline Ferrand Prevot. Von hinten gesellte sich die Tschechin Katerina Nash hinzu. Dieses Trio kam fast zeitgleich, 20 Sekunden hinter Frankreich, zum Wechsel.

Dann entwickelte sich eine packende letzte Runde. Für Tschechien war Olympiasieger Jaroslav Kulhavy im Rennen, an seinem Hinterrad der deutsche U 23-Fahrer Ben Zwiehoff, dahinter der Schweizer Lars Forster.Der Deutsche hatte es also mit zwei absoluten Weltklasse-Fahrern zu tun, und es war kein Wunder, dass dem Essener die Prüfung, die ihm Kulhavy am zweiten Anstieg mit seinem Tempo stellte, eine Nummer zu groß war.

Forster, im Mai beim Weltcup in Albstadt Fünfter, ging auch vorbei, und die Medaille entschwand. Obschon sich Zwiehoff mächtig wehrte und am Ende nur besagte sieben Sekunden Rückstand aufwies. Der U 23-EM-Vierte war übrigens 16 Sekunden schneller als Fumic, der jedoch von Bundestrainer Peter Schaupp in Schutz genommen wurde. „In seinem aktuellen Zustand haben wir das ein Stück weit erwartet. Er braucht noch die paar Tage bis zum Einzelrennen.“ Dieses findet am morgigen Sonntag um 15 Uhr statt.

Mit am Start wird dann auch der Neuffener Christian Pfäffle (MTB Teck) sein. Luca Schwarzbauer (Reudern) ist heute um 11 Uhr im U 23-Rennen gefordert.