Lokalsport

Fumic jagt das passende Geschenk

Mountainbike Bevor er seinen 37. Geburtstag feiert, will der Kirchheimer beim achttägigen Etappenrennen Cape Epic in Südafrika um den Gesamtsieg mitfahren. Von Erhard Goller

Manuel Fumic und Henrique Avancini wollen beim Cape Epic vorne mitfahren. Foto: Nick Muzik
Manuel Fumic und Henrique Avancini wollen beim Cape Epic vorne mitfahren. Foto: Nick Muzik

In Szenekreisen gilt es als Tour de France der Mountainbiker: Wenn am kommenden Sonntag in Kapstadt die 16. Auflage des Etappenrennens Cape Epic für Zweier-Teams beginnt, wird auch Kirchheims erfolgreichster MTB-Export am Start stehen. Manuel Fumic und sein brasilianischer Partner Henrique Avancini haben ihre Zielvorgabe für das achttägige Event über 624 Kilometer und 16 650 Höhenmeter gegenüber dem Vorjahr korrigiert: Anstatt auf Etappensiege zu fahren, haben sie die Gesamtwertung im Visier. „Wir wollen wieder aufs Podium und im besten Fall gewinnen“, sagt Fumic, der nach fünf Etappensiegen zwischen 2016 und 2018 und dem dritten Gesamtplatz im Vorjahr Blut geleckt hat.

Warum auch nicht? Fumic und Avancini sind als Paarung inzwischen gut aufeinander eingespielt, haben zuletzt den Brasil Ride gewonnen und im Februar das Tankwa-Trek-Etappenrennen. Außerdem ist Henrique Avancini in jüngerer Vergangenheit regelrecht zum Überflieger geworden. Nicht erst seit seinem WM-Titel im Marathon im vergangenen September hat der Brasilianer an Selbstbewusstsein zugelegt. „Er ist gewachsen und wahnsinnig motiviert“, sagt Manuel Fumic, den sein Kollege wiederum als „eine der wichtigsten Personen in meiner Karriere“ bezeichnet.

Die Zuversicht auf eine Topplatzierung im Cannonndale-Lager ist ohnehin groß. „Wir sind nicht nur als Duo, sondern als gesamtes Team gereift. Auch der Betreuer-Stab hat viel dazugelernt“, glaubt Fumic, „die Chancen sind besser als je zuvor, wir sind bereit das Rennen zu gewinnen.“

Das sind allerdings auch andere, allen voran Titelverteidiger Jaroslav Kulhavy aus Tschechien, an dessen Seite statt des Amerikaners Howard Grotts der Neuseeländer Sam Gaze fahren wird. Und auch Weltmeister und Olympiasieger Nino Schurter, der mit seinem schweizer Landsmann Andri Frischknecht an den Start gehen wird, zählt zu den Favoriten.

Die Bedingungen vor Ort sind jedoch, unabhängig von den Siegchancen, für alle gleich. Magen-Darm-Probleme oder andere körperliche Unannehmlichkeiten sind bei der Hitze in Südafrika keine Seltenheit, von technischen Problemen mal ganz abgesehen.

Immerhin scheint die Streckenführung mit vielen Singletrails und Richtungswechseln, Fumic und Avancini entgegenzukommen. „Was ich gesehen habe, liegt die Strecke technisch versierten Fahrern wie uns“, sagt der Kirchheimer, für den ein Sieg in Südafrika übrigens ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk wäre: Fumic wird am 30. März 37.

Vorentscheidung im Zeitfahren?

Mit dem Prolog im Zeitfahren über 21 Kilometer geht es am Sonntag an der Uni in Kapstadt los. Am Montag folgt die mit 112 Kilometern längste Etappe der Rundfahrt, der zwei Abschnitte über 86 und 103 Kilometer am Dienstag und Mittwoch folgen. Dem Zeitfahren am Donnerstag über 43 Kilometer in Oak Valley misst Manuel Fumic eine entscheidende Bedeutung zu. „Das ist der fünfte Tag und da beginnt es richtig weh zu tun.“ Danach folgen zwei Etappen über 100 und 89 Kilometer, ehe die Rundfahrt am übernächsten Sonntag mit einem 70-Kilometer-Abschnitt in Val de Vie zu Ende geht.eg

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