Lokalsport

Gantert entzaubert „Goliath“

Tischtennis Bei den 51. Kirchheimer Stadtmeisterschaften setzt sich der Titelverteidiger vom gastgebenden VfL mit einem Sieg über Ex-Bundesligacrack Markus Teichert in der Herren-A-Konkurrenz die Krone auf.

So sehen Sieger aus: Während Matthias Gantert vom VfL Kirchheim die Konkurrenz der Männer gewann, war Ana Ladan (unten) vom SV N
So sehen Sieger aus: Während Matthias Gantert vom VfL Kirchheim die Konkurrenz der Männer gewann, war Ana Ladan (unten) vom SV Nabern bei den Frauen nicht zu schlagen. Fotos: Genio Silviani

Bereits im Vorfeld des Kirchheimer Turniers war sich das Organisations-Team um Rike Gölz einig, dass es in Bezug auf die Anmeldungen nach Jahren an, über oder knapp unter der 400er-Marke schwieriger werden könnte die Teilnehmerzahlen annähernd zu halten. Nachdem der Württembergische Verband neben den Landes-Seniorenmeisterschaften auch noch die Wettkämpfe der Mädchen und Jungen auf das selbe Wochenende gelegt hatte, gingen nicht nur die Meldungen der Jüngsten zurück. Da die „Kids“ auch gefahren und betreut werden wollen, schlug die Terminüberschneidung auch in den Damen- und Herrenklassen zu Buche. Nichtsdestotrotz versprachen die Teilnehmerfelder Tischtennis-Sport auf mitreißendem Niveau.

Bereits in den ersten Begegnungen der Herren-A-Einzelkonkurrenz kam es zu sehenswerten Duellen, da diese Klasse die mit Abstand bestbesetzte war und gleichzeitig auch extrem ausgeglichen erschien. Nachdem die Gruppenphase ausgespielt war, fanden sich im Achtelfinale direkt mehrere interessante Partien. Besonders das Spiel zwischen Lokalmatador Pat­rick Strauch und Michael Roll (SC Staig), die beide am kommenden Wochenende im ersten und für den VfL (vor)entscheidenden Verbandsspiel der Oberliga-Rückrunde aufeinandertreffen dürften, zog viele Zuschaueraugen auf sich. Am Nebentisch drehte Kai Elsässer (TSV Georgii Allianz) gegen Johannes Palm mächtig auf und erreichte, wie auch Patrick Strauch, die Runde der letzten Acht.

Hier fand sich nun mit Simon Gessner, Matthias Ganter, Michael Klyeisen, Patrick Strauch und Klaus Hummel die fast komplette Oberliga-Mannschaft des VfL. Nur Topspieler Sanmay Paranjape, der erst am 19. Januar wieder in Kirchheim eintreffen wird, fehlte. Die verbleibenden zwei Plätze neben den VfL-Akteuren und Elsässer sicherten sich Turnierfavorit Markus Teichert und Christian Leopold (TSV Wendlingen).

Gessner gegen Leopold, Gantert gegen Elsässer, Klyeisen gegen Strauch und Hummel gegen Teichert hießen anschließend die einzelnen Paarungen. Ins Halbfinale zogen dann Leopold (3:0), Gantert (3:1), Klyeisen (3:0) und Teichert, der bereits in diesem Match extreme Gegenwehr von Klaus Hummel zu spüren bekam, mit 3:1.

An Tisch eins entwickelte sich das wahrscheinlich spektakulärste Spiel des Tages zwischen Michael Klyeisen und Markus Teichert. Wie schon sein Mannschaftskamerad Hummel verlangte Klyeisen seinem Gegenüber alles ab, und erst im Entscheidungssatz konnte der Routinier mit einem 11:9 das Match für sich entscheiden.

Etwas weniger ausgedehnt, jedoch nicht minder spektakulär, setzte Matthias Gantert nach verlorenem erstem Durchgang alles daran, um Teichert ins Finale zu folgen. Immer wieder schaffte es der VfL-Spieler, seinen ehemaligen Mannschaftskameraden Christian Leopold mit hartem Angriffsspiel in Bedrängnis zu bringen, sodass dieser die Überlegenheit anerkennen musste und in drei weiteren Sätzen das Nachsehen hatte.

Somit trafen mit Matthias Gantert der Titelverteidiger und Markus Teichert der nominell beste Spieler der Setzliste im Finale aufeinander. Sowohl das Viertel- als auch das Halbfinale gegen Hummel und Klyeisen hatten den Ex-Bundesligaspieler und mehrmaligen Deutschen Meister Markus Teichert sichtlich Körner gekostet. Nach knapp zwei Jahren Verletzungspause hatte er sich zum ersten Mal wieder für einen größeren Wettkampf gemeldet, um Spielpraxis für sein Comeback in der Verbandsliga beim abstiegsbedrohten TTC Mühringen zu sammeln.

Dem eigentlichen „Goliath“ Teichert begegnete Gantert jedoch von Beginn an auf Augenhöhe und beide brannten ein wahres Topspin-Feuerwerk für die knapp 100 Zuschauer ab. Erst im Entscheidungssatz konnte sich Matthias Gantert dann mit einem Lauf von harten Vorhandkrachern fünf Matchbälle erspielen und auch gleich den ersten zum Turniersieg, der Titelverteidigung und dem Titel-Double verwandeln.jce

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