Lokalsport

Ganz oder gar nicht

Der Groschen ist gefallen. Zum Glück, meinen all jene Experten, die dem einst so erfolgreichen Handball rund um die Teck seit Jahren nichts weniger prophezeien als den Abstieg in die sportliche Bedeutungslosigkeit. Immer weniger Nachwuchs, immer weniger Talente, kaum noch Jahrgänge, aus denen sich mit eigener Kraft farbechte Mannschaften formen lassen. Das ist weniger Prognose als vielmehr Realität für die meisten Vereine. In Owen und Lenningen hat man jetzt offenbar erkannt, dass es an der Zeit ist zu handeln.

Zu verdanken ist das hier wie dort einer neuen, jungen Führungsriege, die zwischen existenziellen Vereinsinteressen und blindem Traditionsbewusstsein zu unterscheiden vermag. Einfacher gesagt: ein Generationswechsel als Chance. Das klare Votum der 86 stimmberechtigten Mitglieder, die den Weg in die Teckhalle fanden und mit dem sich die Owener Rückendeckung für weitere Verhandlungen gesichert haben, ist kein Ruhekissen. Es gibt Kritiker, die vieles von dem, was sich nicht vermeiden lassen wird, als Zumutung empfinden werden. Einen Bewusstseinswandel spiegelt das Votum dennoch wider. Schließlich war das Wahlvolk bunt gemischt, und schließlich sind erst drei Jahre ins Land gezogen, seit auch in Owen ein solches Modell noch kategorisch ausgeschlossen wurde.

Gelingt im Lenninger Tal nun der erste Schritt, könnte dies eine Sogwirkung entfalten, der sich wohl auch die Nachbarvereine in Kirchheim und Weilheim angesichts kurzer Distanzen auf Dauer kaum werden entziehen können. Vorausgesetzt, die gemeinsamen Strukturen schaffen eine neue Qualität. Sportlich, organisatorisch und wirtschaftlich. Ganz oder gar nicht - das gilt nicht nur für Form, das gilt auch für Inhalt. Das Resümee eines Zuhörers beim Infoabend in der Teckhalle hätte deshalb als gelungener Schlusssatz stehen können: „Wenn die Leistung stimmt, sind die Leute dabei.“

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