Lokalsport

Geldregen statt Punktesegen

Fußball-Verbandsliga: VfL mit Neu-Trainer Ralf Rueff gegen Göppingen

Fußball-Verbandsligist VfL Kirchheim bittet zum Derby: Erstmals seit über 26 Jahren duellieren sich die Teckstädter mit dem SV Göppingen. Ungewöhnliche Anpfiffzeit: Sonntagvormittag um 11 Uhr.

Kirchheim. Auf dem Punktekonto ist Schmalhans Küchenmeister, dafür steht auf dem Girokonto aktuell die schwarze Null. Der VfL Kirchheim darf sich über einen unerwarteten Geldsegen freuen. Grund: Für den zwischen 2004 und 2007 in der Jugend und später unter Trainer Michael Rentschler auch in der Verbandsliga eingesetzten einstigen VfL-Mittelfeldakteur Dominik Kaiser gibt es im Nachhinein eine Ausbildungsvergütung.

Der in Mutlangen geborene Kicker, jüngerer Bruder des einstigen VfL-Mittelfeldregisseurs Steffen Kaiser, spielte für die TSG 18999 Hoffenheim zehnmal in der Bundesliga. Nun schnürt der 24-Jährige für Regionalliga-Tabellenführer RB Leipzig die Kickstiefel. Im Rahmen der vom DFB festgelegten Entschädigung für die den Spieler ausbildenden Vereine erhalten die Kirchheimer einen netten Betrag. 10 000 Euro wird gemunkelt – eine Summe, die die VfL-Vorsitzende Doris Imrich in dieser Höhe nicht bestätigen möchte. Ob letztendlich 8 000, 9 000 oder 10 000 Euro: Es ist zumindest ein Tropfen auf den heißen Stein für die finanziell darbenden VfL-Kicker. Für Kaisers Ex-Club Normannia Gmünd gibt es übrigens ebenso ein finanzielles Zubrot. Auch an der Rems, wo bekanntermaßen ebenso die Kassen leer sind, nimmt man den Geldsegen gerne mit.

Für den neuen Kirchheimer Trainer Ralf Rueff sind diese finanziellen Transaktionen derweil nur nebensächlich. Seine volle Konzentration gilt dem Nachbarschaftsduell gegen den SV Göppingen. Das Debüt für den neuen VfL-Trainer steht unter keinen guten Vorzeichen für den VfL Kirchheim. Der SV Göppingen ist (zu) gut drauf. Jüngstes Beispiel: Ein 3:1 über den FC Frickenhausen und die damit verbundene Verteidigung des dritten Tabellenplatzes. Hoffnung unterm Hohenstaufen: Nach mehreren missglückten Anläufen könnten diesmal der Aufstieg und die Rückkehr in die Fußball-Oberliga klappen. Wer in der Göppinger Clubhistorie blättert, stößt erst nach einiger Zeit auf eine glorreiche Epoche des Clubs. So war der SV von 1978 bis 1985 Mitglied der Oberliga Baden-Württemberg, zuvor sogar kurz einmal zweitklassig in der damaligen Regionalliga Süd.

Das letzte Aufeinandertreffen um Punkte mit dem sonntäglichen Gegner VfL Kirchheim liegt derweil schon über 26 Jahre zurück. Die Verbandsligasaison 1985/86 war dabei eine von großer Brisanz. Göppinger wie Kirchheimer kämpfen um die Meisterschaft, die letztendlich der VfR Heilbronn holte. Im Duell um Platz zwei, der zu Oberliga-Aufstiegsspielen berechtigte, setzte sich der VfL dank des besseren Torverhältnisses vor dem Nachbarn durch.

An was sich Kirchheimer Nostalgiker ebenso gerne erinnern: Durch zwei Siege (2:1, 3:0) über den TuS Lörrach-Stetten gelang dem VfL anschließend erstmalig der Oberliga-Aufstieg – lang ist‘s her.

Die Situation heute ist besonders für die Teckstädter eine der unangenehmen Sorte. Gegen den Tabellendritten muss zumindest ein Punkt her. In Ansätzen konnte der VfL zwar in den vergangenen Saisonspielen immer mal wieder seine Verbandsliga-Tauglichkeit unter Beweis stellen, doch ob die spielerischen, technischen und taktischen Mittel gegen ein Spitzenteam wie den SV Göp­pingen reichen werden, ist die große Frage. Antwort am Sonntag ab 11 Uhr. Die Gefahr eines Katers nach dem Frühschoppenspiel ist wohl für den Kirchheimer Anhang etwas größer als für jene aus Göppingen.

Online-Umfrage: VfL steigt ab

Unsere Online-Leser sind sich einig: Der VfL wird am Saisonende direkt aus der Verbandsliga absteigen. Das glauben 74 Prozent einer nicht repräsentativen Umfrage auf unserer Homepage. 18 Prozent trauen den Teckstädtern dagegen den Klassenerhalt zu. 6 Prozent glauben, dass der VfL sich auf den Relegationsplatz retten, dann aber absteigen wird. Und 2 Prozent glauben, dass die Mannschaft via Relegation den Klassenerhalt schafft.tb

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