Lokalsport

Generalversagen mehrerer Leute

Spielleiter Jochen Böhmcker

Nach der Panne bei der ­Zeitnahme im Spiel gegen ­Hanau, muss nun die Liga über den gegnerischen Einspruch entscheiden. Was möglich ist und was nicht, erklärt Spiel­leiter Jochen Böhmker.

Herr Böhmcker, worauf müssen sich die Knights nach der Panne am Samstag gefasst machen?

Böhmcker: Beide Verein werden von uns erst einmal angeschrieben und um eine Stellungnahme gebeten. Das läuft gerade. Danach müssen wir sehen, wie man weiter vorgeht. Ich bin jetzt seit 30 Jahren in dem Geschäft. Ein vergleichbarer Fall ist mir aber nicht bekannt.

Lässt sich der Fall klar rekonstruieren?

Böhmcker: Tatsache ist, dass im ersten Viertel drei Minuten fehlen. Das geht auch klar aus dem Video-­Livestream und dem Liveticker hervor. Der Begriff des Generalversagens gleich mehrerer Leute steht im Raum. Mindestens drei Personen hatten die Chance einzugreifen, haben es aber nicht getan. Seitens der Knights gibt es einigen Erklärungsbedarf. Auch in der Frage, was da am Kampfgericht überhaupt geschehen ist

Die Schiedsrichter haben, als der Fehler bekannt wurde, weiterspielen lassen. Kann man dies als Tatsachenentscheidung werten?

Böhmcker: Nein, eine Tatsachenentscheidung ist klar definiert. Schiedsrichter müssen dabei auf ihre eigene Beobachtung reagieren können. Das war hier nicht der Fall. Die Schiedsrichter haben den Fehler ja zunächst gar nicht mitbekommen.

Müssen die Knights nun sogar befürchten, dass die Punkte weg sind?

Böhmcker: Nein, so weit wird es nicht kommen. Dafür müsste klar sein, dass absichtlich manipuliert wurde. Es muss nun die Frage geklärt werden, wie schwerwiegend der Fehler war. Keiner kann sagen, was ohne diesen Fehler passiert wäre. Man kann aber sagen, wir wollen ein Spiel ohne Fehler.

Das würde bedeuten, das Spiel muss wiederholt werden.

Böhmcker: Die Möglichkeit ist zumindest nicht auszuschließen.

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