Lokalsport

Geschwächt zum Topfavorit

Einsatz von Burnette und Wild im Knights-Spiel in Vechta noch ungewiss

Drei Spiele – drei Siege. Eine bislang makellose Bilanz hat der nächste Gegner der Kirchheimer Zweitliga-Basketballer aufzuweisen. Kein Wunder also, dass die Knights am Sonntag bei Aufstiegsfavorit Rasta Vechta in der Außenseiterrolle sind.

Sein Einsatz ist nach einer Wadenverletzung sehr unwahrscheinlich: Auf Tim Burnette müssen die Knights gegen Vechta verzichten.
Sein Einsatz ist nach einer Wadenverletzung sehr unwahrscheinlich: Auf Tim Burnette müssen die Knights gegen Vechta verzichten. Foto: Markus Brändli

Kirchheim. Ein bitteres Wochenende liegt hinter den Mannen von Trainer Michael Mai. Zwei Niederlagen zu Hause gegen Chemnitz und in Jena haben nicht nur in den Köpfen der Kirchheimer ihre Spuren hinterlassen. Tim Burnette verletzte sich bereits in der ersten Halbzeit des Freitagsspiels, fehlte in Jena gänzlich. „Tim hat eine Wadenverletzung. Es ist schwer vorauszusagen, wie lange er ausfällt. Ein Einsatz in Vechta wird auf jeden Fall sehr eng für ihn“, prognostiziert Head-Coach Michael Mai. Und auch Jordan Wild laboriert weiterhin an einer Handverletzung, die ihn bei Wurfaktionen behindert – schlechte Voraussetzungen also für den ersten langen Auswärtstrip der Saison 2014/15.

Bereits am heutigen Freitag werden die Ritter sich auf den Weg nach Vechta machen, um dort für die große Überraschung zu sorgen. Dass dies keine einfache Aufgabe wird, zeigen die Statistiken des Tabellenführers und großen Aufstiegsfavoriten. Mit 29 Punkten Abstand „zerlegten“ die Rastaner ihre bisherigen Gegner förmlich. Einzig am vergangenen Sonntag tat sich die neu zusammengestellte Truppe von Trainer Andreas Wagner lange schwer und gewann nur knapp gegen den Bundesliga-Absteiger aus Trier mit 78:75.

Wagner selbst ist erst seit dieser Saison Vechtas Mann an der Seitenlinie. Dass er weiß, wovon er spricht, zeigt ein kurzer Blick in seine Vita. Als Assistenz-Coach von Svetislav Pesic wurde Wagner mit dem FC Bayern München bereits deutscher Meister. Und auch die Mannschaft ist gespickt mit Topstars aus BBL und ProA. Anführer auf dem Feld ist die lebende Aufstiegsgarantie Carlos Medlock. Bereits mit Crailsheim und Würzburg gelang dem quirligen Aufbauspieler der Sprung in die BBL. Neben ihm wurden die bundesligaerfahrenen Christian Standhardinger (mit bislang 17,7 Punkten Topscorer) und Derrick Allen verpflichtet.

„Vechta hat den mit Abstand qualitativ hochwertigsten Kader in der ProA. Dies alleine genügt noch nicht, aber sie spielen auch fantastischen Basketball und sind unglaublich schwer zu verteidigen. Sie haben sowohl in der Offensive als auch der Defensive kaum eine Schwachstelle“, analysiert Michael Mai den kommenden Gegner. Umso schwieriger daher die Ausgangslage für die Kirchheimer Ritter. „Wir wussten, dass uns ein holpriger Saisonstart ins Haus steht. Wir haben eine junge Mannschaft, und für viele Spieler ist die neue Rolle noch ungewohnt. Wir werden Zeit brauchen. Vor allem, weil uns einige Verletzungen immer wieder aus dem Konzept gebracht haben“, so Kirchheims Trainer.

Besonders auffallend sind die hohen Wurfquoten der gegnerischen Teams. Sowohl Chemnitz als auch Jena trafen über 50 Prozent der eigenen Würfe. Konnten die Kirchheimer beim Rebound noch glänzen, gaben sie gegen beide Teams dafür viel zu offene und freie Würfe an den Gegner ab, die diese dann meist sicher verwandelten. „Wir haben gute Phasen, in denen wir sehr solide und konsequent verteidigen. Dann wiederum Momente, in denen wir viel zu viele individuelle Fehler begehen und so dem Gegner einfache Abschlüsse ermöglichen. Daran werden wir hart arbeiten“, verspricht Mai.

Während die Rastaner am Samstag (Tip-off 20 Uhr) als hohe Favoriten ins Spiel gehen, bietet sich der jungen Ritter-Truppe die Möglichkeit, erstmals ohne Druck aufspielen zu können. „Wir können in Vechta nur gewinnen. Sie haben bisher ex­trem dominant gespielt, und wir sind angeschlagen. Allerdings sind wir in dieser Saison angetreten, um die eine oder andere Überraschung zu schaffen. Wir werden alles versuchen, um das Spiel eng zu halten. Und wer weiß, was dann so alles passiert. Im Basketball ist vieles möglich“, gibt Mai die Marschrichtung vor.cs

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