Lokalsport

Gesucht: ein cooler Vollstrecker

Fußballszene Der Weilheimer Angriff hat ein Effizienzproblem – VfL-Torjäger Dominik Cseri schmerzlich vermisst

Kirchheim. Der TSV Weilheim stagniert: Gegen den TSV Köngen kam er zu Hause nicht über ein 1:1 hinaus. Die Suche nach der verlorengegangenen Heimstärke wurde mit dem Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit jäh gestoppt.

Betrachtet man nur die Heimspiele, stünden die Limburgkicker mit sechs Punkten auf Abstiegsrang 14. 1:1 scheint zudem zum Standardergebnis gegen den Club aus der Fuchsgrube zu werden. Die letzten drei Partien gegen Köngen brachten diesen Endstand hervor. Somit lauten alle fünf Unentschieden der Landesliga-Historie beider Clubs 1:1. Für die Elf von Trainer Christopher Eisenhardt weitere ärgerliche Punktverluste. „Wir haben ein Qualitätsproblem in der Offensive, uns fehlt ein Vollstrecker. Wir haben nicht so gespielt, wie wir wollten. Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen, unsere Anforderungen herunterschrauben und weiter hart arbeiten“, beklagte Eisenhardt die mangelnde Chancenverwertung vor dem Köngener Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit. („Da haben wir auch wieder im Kollektiv geschlafen.“) Can Kanarya musste nach zwei Fouls kurz vor Schluss mit Gelb-Rot vom Platz. „Das Gespann um Fabio Gentile hat jedes kleinere Foul von uns mit Gelb geahndet. Die sind nach dem Spiel auch zügig abgereist, ohne das Ergebnis im Internet zu melden“, echauffierte sich Weilheims Abteilungsurgestein Günther Friess, erkannte aber auch, dass „wir uns schwer tun, wenn wir das Spiel selbst machen müssen. Da brauchen wir noch Zeit, uns zu finden.“ Dass der Unparteiische ein weiteres Mal die Karten eher zugunsten des Gegners verteilte, wollte Eisenhardt nur bedingt als Ausrede gelten lassen. „Wir müssen die Partie einfach vorher entscheiden.“ Als Nächstes wartet auf den TSVW eine knifflige Auswärtsaufgabe in Hofherrnweiler. „Dort ist es immer schwer, zu spielen, und wir müssen mit einem Auge auch nach hinten schauen in dieser engen Konstellation“, mahnt Eisenhardt abschließend.

Nach dem überraschenden Punktverlust der SF Dorfmerkingen zu Hause gegen Blaustein (2:2) thront nun der TV Echterdingen an der Tabellenspitze. Die Elf von Mario Estasi zeigte sich ein weiteres Mal als Minimalistin. Mit nur einer Ausnahme (2:0 gegen Blaustein) fuhr der Filder- club seine sieben Siege mit nur einem Tor Differenz ein. Das Torverhältnis von 15:12 spricht Bände, daraus resultierende 22 Punkte und Rang eins aber eben auch.

Nichts war es mit dem siebten Streich in Folge für Bezirksligist VfL Kirchheim. Beim ambitionierten TSV Deizisau kam der Offensivmotor der Blauen in dieser Saison erstmals ins Stocken und fabrizierte keinen Treffer. „Wir hatten auf tiefem Geläuf zu viele Ausfälle und angeschlagene Spieler zu verschmerzen. Der Gegner war einen Tick aggressiver und hatte den Sieg verdient“, analysierte VfL-Spielertrainer Markus Schweizer die 0:1-Niederlage. „Das ist für uns aber kein Beinbruch, in Deizisau kann man verlieren. Wir spielen bisher über den Erwartungen und freuen uns nun auf das nächste Highlight zu Hause gegen Oberensingen“, sagt Schweizer. In diesem Jahr nicht mehr zum Einsatz kommen wird Goalgetter und Youngster Dominik Cseri, der in Deizisau als „belebendes Element mit seinen bisher sieben Treffern“ (Schweizer) schmerzlich vermisst wurde und bis Jahresende mit seinem im Pokalspiel in Unterboihingen erlittenen Schlüsselbeinbruch ausfallen wird.

Über viele Ausfälle klagt auch weiterhin SGEH-Trainer Dieter Hiller. „Ein regulärer Trainingsbetrieb ist schon länger nicht möglich, von daher sind wir derzeit auch mit weniger und dem 2:2 gegen Neuhausen zufrieden.“ Damit rangieren die Älbler als Siebter im Tabellenmittelfeld. Vorneweg marschiert weiter der FC Frickenhausen nach einem 7:3-Schützenfest in Donzdorf mit dem neunten Sieg in Folge. In einer turbulenten Partie mit je einer Roten Karte trennte sich im Verfolgerduell Oberensingen mit einem Last-Minute-Treffer durch den früheren VfL-Jugendspieler Frieder Bächle von der SGM T/T Göppingen 2:2. Der VfL bleibt dadurch auf Rang zwei.

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