Lokalsport

Gewappnet für den großen Sprung

Turnen Den VfL-Männern winkt der Aufstieg in die 2. Bundesliga.

In der Ruhe liegt die Kraft: Marcus Bay und die VfL-Turner peilen den Aufstieg in die 2. Bundesliga an. Foto: Markus Brändli

Kirchheim. Zweitligaturnen in Kirchheim ist seit Jahren eine Frauendomäne - noch. Die Drittligamänner des VfL haben zwei Wettkämpfe vor Saisonende nicht nur das Ticket für das Aufstiegsfinale praktisch sicher. Gleichzeitig wähnen sich die Teckstädter gewappnet für den Sprung in die zweithöchste deutsche Turnliga, der ihnen bei einem Sieg im Entscheidungswettkampf am 9. Dezember in Schwäbisch Gmünd winkt.

Wie groß die Erfolgsaussichten im Remstal sind, wird vor allem vom Gegner abhängen, der entweder Eintracht Frankfurt oder TV Großen-Linden heißen wird. „Gegen Frankfurt hätten wir kaum eine Chance“, weiß VfL-Trainer Matthias Pohl um die Stärke der Hessen, die momentan Tabellenführer der 3. Liga Nord sind und gegen die der VfL ran müsste, sollte er in der Süd-Staffel Zweiter werden.

Vor diesem Hintergrund sind Siege in den letzten beiden Ligaduellen heute vor heimischer Kulisse gegen den TSV Grötzingen/Karlsruhe (16 Uhr, Raunersporthalle) und am Samstag in einer Woche bei der TG Hanauerland Pflicht: Als Meister träfe der VfL im Aufstiegsfinale in Gmünd auf Nord-Vizemeister TV Großen-Linden. „Die sind schlagbar“, glaubt Matthias Pohl.

Dass sich seine Truppe bislang als unschlagbar erwiesen hat, kommt für den Kirchheimer Übungsleiter nicht überraschend. „Wir sind dieses Jahr tatsächlich stark, turnen sehr konstant“, lobt er die Mannschaft, die zuletzt auch den Ausfall von Leistungsträger Simon Paul (Bänderriss im Fuß) kompensieren konnte. Das Gerüst um Marcus Bay, aktuell auch bester Ligascorer, Julian Hausch, Manuel Hofmann und Manuel Hal­bisch hat dem VfL in den bisherigen fünf Saisonwettkämpfen fünf Siege beschert.

Der sechste soll heute gegen Grötzingen folgen, ehe es in einer Woche zur ebenfalls noch unbesiegten TG Hanauerland geht - eine Nervenprobe, wird die Trainingsgemeinschaft aus dem Mittelbadischen bei ihren Heimwettkämpfen doch regelmäßig von bis zu 300 Zuschauern angefeuert. „Gegen Grötzingen können wir uns eine Schwäche leisten, gegen Hanauerland und beim Aufstiegsfinale nicht“, weiß Trainer Pohl.

Kommt ein Österreicher?

Bleibt die Frage nach der Schlagkraft der Kirchheimer im Falle des Zweitliga-Aufstiegs. Die Verantwortlichen setzen dabei große Hoffnungen auf Nachwuchstalent Arne Halbisch aus Baltmannsweiler, der am Kunstturnforum in Stuttgart trainiert und deutschlandweit in seiner Altersklasse zu den Besten gehört.

Darüber hinaus sind auch kostengünstige Neuzugänge von extern denkbar. Der momentan verletzte Simon Paul hat bereits Kontakte zum österreichischen Topclub VTS Vorarlberg geknüpft. „Ohne Verstärkungen wäre die Zweite Liga nicht machbar“, betont VfL-Abteilungsleiter Heiko Paul, Vater des umtriebigen Talentscouts.Peter Eidemüller

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