Lokalsport

Gibt‘s wieder VfL-Spektakel?

Bezirksliga-Aufsteiger setzt auf Defensive

Die Meute wird aufmerksam. Seitdem der VfL am Sonntag die Bezirksliga-Tabellenspitze übernahm, haben die Gegner den Aufsteiger auf der Rechnung.

Kirchheim. Wann kommt die Offensivmaschinerie eigentlich mal ins Stocken? Eine Frage, die die Konkurrenten des neuen Spitzengruppenteams VfL Kirchheim brennend interessiert. 28 geschossene VfL-Tore sind nahezu die doppelte Trefferanzahl, als beispielsweise der TSV Deizisau (15) zu bieten hat – wohlgemerkt als Tabellenzweiter.

VfL-Spielertrainer Markus Schweizer (Foto: Brändli) findet seine angriffslustigen Kicker gut, lobt sie auch bei jeder Gelegenheit, doch das Haar in der Suppe hat der Coach bereits identifiziert. „Bei aller Freude über unsere Offensivqualitäten, aber 14 Gegentore aus sechs Spielen sind mir als Trainer dann doch zu viel“, erklärt Schweizer, der im Training folglich vermehrt Wert auf eine durchdachte Defensivarbeit legt.

Der neue Kirchheimer Spektakel-Fußball ist für den VfL allerdings bislang weitestgehend gut gegangen. Nur eine von einem halben Dutzend absolvierten Begegnungen haben die Teckstädter bislang verloren. Aber selbst das 2:5 gegen Frickenhausen hatte spektakuläre Züge.

Kirchheims sonntäglicher Kontrahent FC Donzdorf, mit vier Niederlagen in Serie gestartet, kommt aktuell gewaltig auf Touren. Dem 4:3 beim hoch gewetteten TSV Neckartailfingen folgte am vergangenen Spieltag ein 2:1 über den nächsten Titelanwärter. Dabei spielten die Donzdorfer gegen die SGM T/T Göppingen die Derby-Kontrahenten aus der Hohenstaufenstadt förmlich müde. Den Lohn holten sich die FCD-Fußballer in der 81. Minute mit dem entscheidenden 2:1 durch Tolunay Gedik ab.

Weitere bemerkenswerte Geschichte bezüglich des Donzdorfer Wirkens in dieser Saison: In den ersten vier Partien kassierte der FCD immer vier Treffer. Den Auftakt zu dieser ebenso kuriosen wie schlechten Serie hatte die SGEH per 4:1 am ersten Spieltag geliefert. Kein Wunder, dass das Team von Trainer Peter Frömmel mit 20 Gegentoren derzeit die zweitschwächste Defensive der Liga stellt.

4:1 – solch ein Resultat würde bei SGEH-Trainer Dieter Hiller am kommenden Sonntag, wie damals gegen Donzdorf, zweifellos erneut für Wohlbehagen sorgen. Doch der neue Coach weiß, dass sich sein Team nach drei sieglosen Spielen erst mal stabilisieren muss. Dass dieser Prozess ausgerechnet in Neckartailfingen fortgesetzt werden soll, ist eine Pikanterie des siebten Spieltages: Auf der gegnerischen Bank sitzt immerhin Georgios Karatailidis, bis Juni bekanntlich erfolgreicher SGEH-Trainer und Hiller-Vorgänger. „Zehn Punkte aus sechs Spielen sind eine ordentliche Zwischenbilanz“, betonte derweil der neue SGEH-Coach, der von seinem Team in Neckartailfingen eine deutlich aggressivere Vorgehensweise verlangt, als beim mauen 2:2 gegen den TSV RSK Esslingen am vergangenen Sonntag. „Wir waren selbst bei unseren Niederlagen gegen Deizisau und Oberensingen meiner Auffassung nach nicht unbedingt die schlechtere Mannschaft“, macht Hiller sich und seinem Team Mut vor dem Auftritt in Neckartailfingen.

Georgios Karatailidis weiß indes um die Besonderheit der Partie. „Ich habe bei der SGEH eine sehr schöne Zeit erlebt, die ich nicht missen möchte“, betont der Grieche, „doch ich habe nun als Trainer einen neuen Verein und folglich neue Ziele.“ Eines ist zweifellos, drei Punkte gegen seine Ex-Kollegen einzusammeln.

Gar nicht auf Touren kommt derweil Neuling TSV Obere Fils, sieglos mit nur einem Punkt Tabellenletzter. „Wir wussten, dass es in der Bezirksliga keine leichten Spiele gibt“, zwischenbilanziert Trainer Stefan Haußmann, „bislang waren alle Gegner allerdings auch richtig gut.“ In der Aufstiegssaison war die TSVOF-Defensive einer der Erfolgsgaranten, eine Etage höher kassierte die Mannschaft in sechs Spielen schon 18 Gegentore. „Wir müssen kompakter stehen“, fordert Haußmann vor dem Gastspiel beim FC Frickenhausen. Gegen einen extrem ambitionierten Gegner, der das flexible Offensivspiel liebt, alles andere als ein leichtes Unterfangen.

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