Lokalsport

Glanz, Glamour und Leidenschaft

Tanzen Bei den Landesmeisterschaften im Standard und Latein der Senioren I richtet der TSC Kirchheim einen eindrucksvollen Wettkampf aus. Von Sebastian Großhans

Jubel, Johlen. Zwischendurch wedeln die Pompons der mitgereisten Fans wild wie die Bänder und der leichte Stoff, der auf der Tanzfläche getragen wird. Voll Leidenschaft werfen sich die drei Paare in Pose, rauschen zum Klang der Rumba und dem Klatschen der Zuschauer vorbei. Überall glitzern die Pailletten - zumindest beim lateinamerikanischen Tanzprogramm während der vom Tanzsportclub Kirchheim ausgetragenen Landesmeisterschaft in der Jesinger Gemeindehalle.

Bei den Standardtänzen der Klassen D bis A waren die Anzüge am Samstagnachmittag etwas strenger und die Kleider länger. Doch auch dort ging es nicht weniger sportlich zu. Jetzt bewundert der Kenner die Technik beim Latein-Finale der Klasse A der Senioren I. Und der Tanz-Novize fragt sich beeindruckt, wie er beim nächsten Tanzkurs auch nur einen Bruchteil solcher Eleganz mit in seine Bewegungen einbringen kann.

Der TSC Besigheim hat eindeutig die energiereichsten Fans auf seiner Seite - und die stärksten Tänzer. Felix Jung und Svenja Mayer haben sich im B-Klassement bereits souverän Gold gesichert und damit den Aufstieg geschafft. Wenige Minuten später drehen sie ihre Runden in der Klasse A. Hier geht es knapper zu gegen die Paare aus Offenburg und Esslingen. Am Ende sind die beiden mit einem Punkt Vorsprung Sieger. Auf den direkten Aufstieg in die Sonderklasse verzichten sie jedoch. Denn dann müssten sie zukünftig immer in der höchsten Klasse antreten. „Tanzen ist etwas ganz Schönes“, freut sich Mayer nach ihrem Erfolg. Mit dem ganzen Drumherum, der Musik, den Kleidern und Anzügen, seien die Turniere immer ein Erlebnis. „Manche gehen ins Theater, wir haben unsere Tanzturniere“, sagt Jung.

Während sich Mayer und Jung über den Sieg freuen und die Vorbereitung auf das Finale der S-Klasse läuft, fällt auf, dass viele Kinder herumtollen. In der Seniorengruppe I muss ein Partner mindestens 30, der andere mindestens 35 Jahre alt sein - viele Familien sind in der Gemeindehalle. Und für die Kleinen ist es zwischen den Tanzeinlagen ein besonderer Spaß, sich auf der freien Wettkampffläche zu tummeln. „Die Kinder sind auf Edelsteinsuche“, erklärt Ramona Ensle vom TSC Kirchheim. Schnell werden da die Pailletten aufgesammelt, der Tribut des wilden Reigens.

Dann geht es mit dem S-Klassement weiter. Auch hier gilt es, fünf Tänze vom Samba bis zum Jive aufs Parkett zu bringen. Nach jedem Durchgang werden die antretenden vier Paare von den sieben Wertungsrichtern in eine Rangfolge gebracht. Von Anfang an überzeugen Alexander Seibert und Nina Seibert-Mishchenko vom TSC Besigheim. In allen fünf Endrundentänzen landen sie auf Rang eins und stehen entsprechend auf dem Treppchen an der Spitze. „Wir sind überglücklich, dass es so gut lief“, freut sich Seibert. Mit dem Erfolg hatte das Paar nicht gerechnet. 2012 gingen die beiden in die sportliche Babypause und waren erst vor wenigen Monaten zum Training zurückgekehrt. Jetzt ist das große Ziel das DM-Ticket.

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