Lokalsport

Glasgow vor Augen, Tokio im Sinn

Mountainbike Bei den Europameisterschaften in Schottland hoffen die deutschen Fahrer um Manuel Fumic auf gute Ergebnisse im Hinblick auf Olympia in Japan. Von Erhard Goller

Ob es für Manuel Fumic in Tschechien was zu jubeln geben wird? Foto: Armin Küstenbrück
Ob es für Manuel Fumic in Tschechien was zu jubeln geben wird? Foto: Armin Küstenbrück

Dienstag als Wettkampf-Tag, das ist für Mountainbiker ungewöhnlich. Aber bei dem heute beginnenden zwölftägigen Event in Glasgow und Berlin, handelt es sich ja auch um eine Premiere. Die Sportarten Rudern, Golf, Triathlon, Turnen, Schwimmen, Radsport und Leichtathletik (in Berlin) haben sich mit ihren Europameisterschaften zusammengeschlossen und erhoffen sich davon eine stärkere Medienpräsenz.

Für die Mountainbiker, die im schottischen Glasgow ihre Meister ermitteln, könnte die Rechnung aufgehen, denn am heutigen Dienstag werden die Cross-Country-Rennen der Damen (10.30 Uhr MESZ) und der Herren mit Manuel Fumic und Christian Pfäffle (15.30) live im ZDF übertragen.

Mal abgesehen davon, dass Profis letztlich von medialer Aufmerksamkeit leben, zählen für Fumic und Pfäffle vor allem die Punkte, die es sowohl für die Individual-Weltrangliste als auch für das Nationenranking gibt. Beides ist wichtig im Hinblick auf die Olympia-Quoten-Plätze für die Spiele Tokio 2020. Das ist auch ein Grund, warum Christian Pfäffle auch ohne Erfüllung einer Norm für die Europameisterschaften nominiert wurde. Der Bund Deutscher Radfahrer will alle Eventualitäten abdecken.

Für Manuel Fumic bedeutet die EM-Teilnahme drei Wettkämpfe in sechs Tagen - am kommenden Freitag steht im kanadischen Mont Sainte Anne bereits das Short-Track-Race im Rahmen des sechsten Weltcuprennens auf dem Programm, ehe am Sonntag der Startschuss zum Cross-Country-Rennen fällt.

Die Prioritäten sind dabei gleich verteilt. „Beides ist wichtig, im Grunde nutze ich beide Stationen im Blick auf die WM. Dafür muss ich was investieren.“ Dazu zählt auch die Woche, die er mit Trainer Phil Dixon in Kroatien verbrachte, um an Details zu feilen. Sein britischer Coach kennt auch das Gelände, denn es wurde 2014 für die Commonwealth Games genutzt. „Sehr technisch, viel loses Zeug, Sprünge und defektanfällig“, zählt Fumic Details auf, die ihm Dixon mitgeteilt hat. Die Streckenführung wurde gegenüber 2014 allerdings verändert, sodass Fumic erst kurzfristig wissen wird, mit was er sich auseinandersetzen muss.

2017 war Manuel Fumic bei der EM in Darfo Boario Terme Dritter. „Natürlich würde ich gerne wieder in die Medaillenränge fahren, aber wichtig ist mir, so viel wie möglich Punkte zu holen“, betont der Kirchheimer.

Pfäffle wagt keine Prognose

Bei Christian Pfäffle bleibt das Ziel erst mal vage. Nach den vergangenen Wochen und Monaten, in denen meist nicht das rauskam, was er sich vorgestellt hatte, sind Prognosen schwierig. „Ich werde auf jeden Fall frisch am Start stehen und dann alles rausholen, was drin ist.“ Nach der DM hat er erst mal eine kleine Pause eingelegt. „Da war ich nicht ganz frei“, meint der Biker vom MTB Teck. „Ich denke, das ist wieder okay, und es wird einen guten Effekt haben“, glaubt der Neuffener.

Die Europameisterschaft ist nicht so gut besetzt wie ein Weltcup, Weltmeister Nino Schurter lässt die Kontinentalmeisterschaften aus, insgesamt sind nur rund 60 Fahrer gemeldet.

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