Lokalsport

Glückslos für die SG Lenningen

Handball: Gerüchte um möglichen Rehkugler-Wechsel nach Grabenstetten

Die Handballer der SG Lenningen dürfen sich auch nach dem Aufstieg in die Landesliga weiter auf packende Lokalkämpfe freuen. Die Staffel 2 mit den Teams aus Grabenstetten und Neuhausen macht‘s möglich. Für zusätzliche Brisanz könnte SG-Erfolgscoach Michael Rehkugler sorgen, an dem der TSV Grabenstetten Interesse haben soll.

Geht er nach Grabenstetten? Die Gerüchte um Lenningens Erfolgstrainer Michael Rehkugler halten sich hartnäckig.Foto: Deniz Calag
Geht er nach Grabenstetten? Die Gerüchte um Lenningens Erfolgstrainer Michael Rehkugler halten sich hartnäckig.Foto: Deniz Calagan

Lenningen. Handballer sind Familienmenschen. Am liebsten zofft man sich im engsten Kreis. Lokalkämpfe, womöglich gegen den direkten Nachbarverein, sind das Salz in der Suppe einer jeden Saison. Zumindest dann, wenn höhere Weihen keinen Mehrwert versprechen. So gesehen war die abgelaufene Bezirksligarunde für die vier Teckvertreter ein gefundenes Fressen. Brechend volle Hallen, spannende Spiele und jede Menge Gesprächsstoff vor und nach den Duellen waren garantiert.

Lenningen rauf, Owen runter – was die Bezirksliga betrifft, wird sich in dieser Hinsicht in der kommenden Saison einiges ändern. Hörbares Aufatmen indes beim frisch gebackenen Landesligisten aus Lenningen. Der Verbandsausschuss Spieltechnik des HVW, der am 18. Mai über den Staffelplänen brütete, zeigte sich gnädig mit dem Liga-Neuling. Mit der Landesliga-Staffel 2, der so genannten Achalm-Gruppe, haben die Lenninger das aus ihrer Sicht attraktivste Los gezogen. Mit den beiden Ermstal-Mannschaften aus Dettingen und Neuhausen als Gegner sowie dem direkten Nachbarn TSV Grabenstetten bleiben der SG in der kommenden Runde nicht nur weite Fahrtwege erspart, die Fans dürfen sich zumindest auf einige Gefechte mit alten Bekannten freuen.

Es hätte durchaus anders kommen können, das weiß auch SG-Abteilungsleiter Joachim Häußler. In der Staffel 3 etwa mussten sich die Lokalteams aus Nürtingen und Wernau in der abgelaufenen Saison mit Gegnern aus Ravensburg und dem benachbarten Österreich auseinander setzen. Die Vorarlberger Gastteams aus Bregenz und Feldkirch sind seit Jahren bei den Frauen und Männern in der Landesliga das Schreckgespenst aller Gegner im Norden. „Wir freuen uns natürlich, dass uns das erspart bleibt“, meint Joachim Häußler, der neben den Reisestrapazen vor dem Spiel auch die Fahrtkosten im Blick hat.

Grabenstetten statt Feldkirch – die zwei Optionen trennen mehr als 220 Straßenkilometer. Das künftige Duell der beiden Nachbarn ist schon jetzt die heißeste Nummer im neuen Spielplan, und die könnte sogar noch heißer werden. Sollte sich bewahrheiten, was hinter vorgehaltener Hand gemunkelt wird, bekäme die Begegnung einen zusätzlichen Reiz: Lenningens Erfolgscoach Michael Rehkugler ist Gerüchten zufolge als Nachfolger von Ralf Wagner beim TSV Grabenstetten im Gespräch. Wagner wird in der neuen Saison beim TSV Denkendorf in der Bezirksliga auf der Bank sitzen. Was seinen Nachfolger betrifft, hält man sich auf der Alb bisher bedeckt. Abteilungsleiter Klaus Haase ist im Urlaub in Österreich, andere Vereinsvertreter hüllen sich in Schweigen. Auch von Rehkugler ist nur zu hören: Kein Kommentar.

In Lenningen, wo man den späteren Aufstiegstrainer zum Bleiben überreden wollte, zeigt man sich überrascht. „Für mich ist diese Nachricht völlig neu“, sagt Joachim Häußler. „Das würde aber nichts daran, ändern, dass wir ihm viel zu verdanken haben.“ Rehkugler hatte sich schon im Januar festgelegt, den Verein in seine Abschiedspläne eingeweiht. Die offizielle Begründung: Er wolle aufhören. Bis Saisonende drang nichts nach außen, um in der heißen Saisonphase, als es um den Aufstieg ging, keine Unruhe in die Mannschaft zu tragen, wie es heißt.

Ob den Familienvater angesichts des großen Erfolgs nun doch erneut der Ehrgeiz packte, oder ob man ihm in Lenningen mit Markus Hornung seinen Nachfolger einen Tick zu früh vor die Nase gesetzt hat, bleibt vorerst ein Geheimnis. Tatsache ist: Die Vorstellungen Rehkuglers und die des Vereins lagen im Frühjahr in einigen Punkten auseinander. Dabei sollen auch die Trainingsbedingungen unterm Wielandstein eine Rolle gespielt haben.

Die kommenden Tage dürften Antworten liefern, denn viel Zeit, die Trainerfrage zu klären, bleibt in Grabenstetten nicht. Die Landesliga jedenfalls hat ihr erstes Gesprächsthema. Noch ehe sie richtig beginnt.

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