Lokalsport

Gold in der Ausweichdisziplin

Mehrkämpferin Lea Riedel neue Deutsche Jugendmeisterin im Kugelstoßen – Sprintgold für Manuel Eitel

Bei der Jugend-DM der Leichtathleten ist Lea Riedel von der LG Filder im Kugelstoßen im sechsten Durchgang der Goldene Stoß gelungen.

Mönchengladbach. Diesen Kugelstoß-Wettkampf wird Lea Riedel nicht so schnell vergessen. Nach einer sensationellen Steigerung um 1,28 Meter auf 17,65 Meter, schockte die Wäldenbronnerin im entscheidenden sechsten Versuch die gesamte Konkurrenz und machte mit dieser Energieleistung den Deutschen Meistertitel perfekt. Dabei verfehlte sie den württembergischen Rekord von Alina Kenzel (VfL Waiblingen) aus dem Jahr 2014 nur um sieben Zentimeter.

Mit 16,37 Metern war Lea Riedel als Fünftbeste der deutschen Rangliste nach Mönchengladbach gereist, mehr als anderthalb Meter hinter der Nummer eins, Jule Steuer (SC Magdeburg /17,97). Der Titel schien eigentlich außer Reichweite, zumal ihr bester Versuch bis dato nur bei 16,19 Metern gelegen hatte. Dies hätte nur zu Platz fünf gereicht. „Einer Drehstoßerin kann immer ein Versuch rausrutschen“, sagte der Schützling von Landestrainer Peter Salzer. Dabei ist Lea Riedel erst seit rund sechs Wochen Drehstoßerin. „Im Juni haben wir die Technik vom Angleiten umgestellt“, so die 17-Jährige.

Eigentlich ist das Kugelstoßen nur die Ausweichdisziplin von Lea Riedel. Denn die Spezialdisziplin der Esslingerin, die für den TV Nellingen startet, ist der Siebenkampf. Aufgrund von Problemen im Bereich der Lendenwirbelsäule muss sie in diesem Jahr auf Speer und Hochsprung verzichten. „Deshalb trainiere ich jetzt fünf Mal die Woche mit der Kugel, nicht nur einmal.“ Zweite wurde übrigens überraschend Hanna Meinikmann (TV Wattenscheid) mit 16,71 Meter vor der eigentlichen Favoritin und zweiten der U18-EM, Jule Steuer (16,54 Meter).

Das Ziel von Lena Stäbler (LG Filder) im Weitsprung der U18 war, ins Finale der besten Acht zu kommen. Mit 5,99 Metern hatte sich die Denkendorferin erst kurz vor Meldefrist bei ihrem Sieg bei den süddeutschen Meisterschaften für diese Titelkämpfe qualifiziert. Stäbler kam gut in den Wettkampf, legte gleich im ersten Versuch mit 5,76 Meter (viertbeste Weite) den Grundstein für das Erreichen des Endkampfes. Wie wichtig dieser erste Sprung war, zeigte sich danach, denn Fersenprobleme ließen keine wirklich guten Sprünge mehr zu. Stäbler ließ deshalb klugerweise den fünften Versuch aus, fiel prompt auf Rang fünf zurück, konterte dann aber im letzten Durchgang und eroberte sich mit 5,82 Meter den vierten Platz zurück. Am Ende fehlten nur sechs Zentimeter auf den Bronzerang. Siegerin wurde Merle Homeier (LG Weserbergland) mit 6,12 Meter.

Ins Finale der besten zehn über 800 Meter der männlichen U18 schaffte es Tobias Ferreira (LG Filder/Nellingen). Dem zweiten der deutschen Rangliste (1.51,98) gelang es jedoch nicht, auf der Zielgeraden in der Spitzengruppe mitzulaufen. Am Ende siegten mit Jonas Baedeker (SC Neubrandenburg) in 1.53,04 Minuten und Maximilian Sluka (Hallesche LA-Freunde /1.53,39) überraschend zwei Läufer, die nicht mal in den Top Ten der Meldeliste lagen.

Über 5 000 Meter der U20 erzielte Lukas Eisele (LG Filder) mit 14.55,65 Minuten den vierten Platz. Eisele, der in den vergangenen Wochen aufgrund akuten Eisenmangels weit unter seinen Bestzeiten geblieben war und deshalb kaum mehr Rennen bestritten hatte, kommt langsam wieder auf Touren. Zum dritten Podestplatz fehlten dem Nellinger lediglich drei Sekunden. U20-Meister wurde Jens Mergenthaler (SV Winnenden) in 14.48,74 Minuten.

Nicht ins 1 500-Meter-U18-Finale der besten zwölf schaffte es die Württembergische Meisterin Lea Steinbach (ASV Aichwald), die in 4.56,96 Minuten (Bestzeit 4.56,11) auf den 13.  Platz kam. Auch Rebecca Zweigle (LG Neckar-Erms-Aich) verpasste im Speerwerfen als Zehnte mit 40,90 Meter den Endkampf, den die Titelverteidigerin Lotte Reimann (LC Jena) mit 49,78 Metern

vor Johanna Siebler (LC Überlingen /47,18) dominierte. „In diesem Jahr bin ich Sprinter“, erklärte vor einigen Wochen Zehnkämpfer Manuel Eitel, der wegen mehreren Bänderrissen im linken Knöchel in diesem Jahr keine Mehrkämpfe bestreitet. Ende Juni lief der aus Baltmannsweiler stammende Eitel mit 10,31 Sekunden württembergischen Rekord bei der männlichen U20 und zog mit Jürgen Ewers (Salamander Kornwestheim) gleich, der die Zeit 1983 gelaufen war. Bei den „Deutschen“ nun war Eitel zwar nicht ganz so schnell, siegte aber nach schlechtem Start in 10,45 Sekunden dennoch überlegen. Beeindruckend sind vor allem seine Beschleunigungsphase und das Finish.

Philipp Corucle vom VfL Kirchheim qualifizierte sich in 10,77 Sekunden für den Zwischenlauf, in dem er sich zwar auf 10,71 Sekunden (persönliche Bestzeit) steigern konnte, den Endlauf jedoch

um drei Hundertstel verpasste. Das gute Abschneiden der LG Filder komplettierte Dreispringerin Leonie Neumann, die sich mit 12,41 Metern Bronze holte. Gold ging an Stefanie Aeschlimann (MTV Ingolstadt), die mit 13,01 Metern als erste deutsche U20-Athletin in diesem Jahr über 13 sprang. Silber holte Karloin Steppin

(Schwerin/12,77).

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