Lokalsport

Gold in Roth: Suchanek holt den Titel

Triathlon Der 60-jährige Kirchheimer gewinnt beim weltweit größten Wettkampf auf der Langdistanz die mit 50 Konkurrenten besetzte Altersklasse 60 deutlich.

Gezeichnet, aber glücklich: Waldemar Suchanek erreicht nach knapp elf Stunden das Ziel in Roth. Foto: marathon-photos.com

Der Kirchheimer Waldemar Suchanek hat sich bei den offenen Triath­lonmeisterschaften in Roth in der Altersklasse 60 den Titel erkämpft. Er setzte sich überlegen gegen 50 Konkurrenten, darunter viele erfahrene Hawaii-Teilnehmer durch, die aus 17 Nationen zum Klassiker nach Roth angereist waren.

Bei seinem 19. Start in Roth wusste Waldemar Suchanek (60) eigentlich genau, was auf ihn zukam, genauso wie Karl Fischer (51), der zweite Starter aus Kirchheim, der zum zehnten Mal in Roth am Start war. Ein kleines Fragezeichen steckte lediglich hinter der neuen, 20 Kilometer langen Laufstrecke, die zweimal umrundet werden musste - ein fast zwei Kilometer langer Anstieg zum zweiten und vierten Wendepunkt ließ bei allen Startern den Traum von einer guten Marathonzeit platzen. Obwohl die Steigung nur zwei bis drei Prozent steil war, mussten etliche Athleten den Anstieg, vor allem in der zweiten Laufrunde, gehend bewältigen, da die von der 180 Kilometer langen Radstrecke übersäuerten Muskeln ständig verkrampften.

Aufgeteilt auf 18 Startgruppen fiel um 6.30 Uhr der Startschuss. Die Profis zuerst, dann alle fünf Minuten der Rest der 3 405 Einzelstarter. Für alle gleich war das Tagespensum: 3,8 Kilometer Schwimmen im Main-Donau-Kanal, 180 Kilometer Radfahren südlich von Roth und 42,2 Kilometer Laufen.

Karl Fischer, der vier Startgruppen vor Waldemar Suchanek mit dem Wettkampf begann, verließ nach für ihn guten 1.17,12 Stunden das Wasser und tauschte die Badekappe gegen den Sturzhelm. Waldemar Suchanek benötigte für die 3,8 Kilometer nur 1.03,42 Stunden und legte bereits beim Schwimmen mit über 20 Minuten Vorsprung auf seine härtesten Konkurrenten den Grundsein für seinen späteren Sieg.

Bei dämpfigem Wetter machten sich die Kirchheimer kurz nacheinander auf die 180 Kilometer lange Radstrecke. Ständig eskortiert von Kampfrichtern, die darauf achteten, dass keiner der Teilnehmer im Windschatten des Vordermannes mitfuhr, sondern immer mindestens zwölf Meter Abstand einhielt. Gespickt mit vielen kleinen Anstiegen spielte Waldemar Suchanek seine Stärke am Berg aus und vergrößerte seinen Vorsprung auf die direkte Konkurrenz um weitere fünf Minuten. Nach 5.30,39 Stunden und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 33 Stundenkilometern blieb die Uhr für ihn stehen. Karl Fischer benötigte genau fünf Minuten länger, was dazu führte, dass beide gleichzeitig in der Wechselzone auftauchten.

Bekannt als guter Läufer legte Karl Fischer auf den ersten 21 Kilometern mit einem 4,30er-Schnitt los, mit der Absicht, den Marathon in dreieinhalb Stunden zu laufen. Doch starkes Seitenstechen zwang ihn zu immer längeren Gehpausen, sodass er erst nach 4.10,55 Stunden ins Ziel kam. Mit insgesamt 11.12,40 Stunden wurde er 74. der Altersklasse 50 und 1 033. in der Gesamtwertung.

Eine verhaltenere Taktik wählte Waldemar Suchanek, der versuchte, ständig unter sechs Minuten pro Kilometer zu laufen. Ohne Gehpausen beendete er nach 4.09,46 Stunden den Marathon und stellte zufrieden fest, dass er seinen Vorsprung auf den Zweitplatzierten auf 31,17 Minuten ausgebaut hatte. Bei 10.52,52 Stunden blieb die Uhr für den 60-Jährigen stehen, womit er in der Gesamtwertung Platz 803 belegte.pm

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