Lokalsport

Gold-Jubel folgt Bronze-Freude

Mountainbiker Manuel Fumic holt bei der EM seine zweite Medaille

Manuel Fumic hat bei der Mountainbike-Europameisterschaft in Italien nach Gold im Team am Sonntag im Cross-Country-Rennen noch die Bronze-Medaille gewonnen. Der Kirchheimer musste sich nur Julien Absalon und Lukas Flückiger geschlagen geben.

Daumen hoch: Manuel Fumic freut sich über EM-Bronze. Foto: Küstenbrück
Daumen hoch: Manuel Fumic freut sich über EM-Bronze. Foto: Küstenbrück

Chies d‘Alpago. Der Franzose war mal wieder Extraklasse, doch hinter Julien Absalon war Manuel Fumic an diesem heißen Tag in der Provinz Belluno mit dem Rest auf Augenhöhe. Vor dem Start machte Fumic einen lockeren, einen selbstsicheren Eindruck und da er nicht zum übersteigerten Selbstbewusstsein neigt, ahnte Bundestrainer Peter Schaupp schon, dass der Kirchheimer ein gutes Rennen abliefern würde.

Nach der 2,5 Kilometer langen Startrunde hatten sich vier Fahrer eine kleine Lücke herausgefahren, die Fumic aber problemlos wieder schloss. Dabei ließ er Olympiasieger Jaroslav Kulhavy hinter sich, der später das Rennen sogar aufgab.

In der ersten von sechs 4,46 Kilometer langen Runden entstand bereits eine dreiköpfige Spitzengruppe, die in der zweiten Runde über 20 Sekunden Vorsprung auf die Verfolger herausgefahren hatte. Neben Julien Absalon gehörten Manuel Fumic und der Schweizer Fabian Giger zum Trio, das auf Medaillenkurs lag.

Als Fumic-Sympathisant war man bereits voller Hoffnung, doch am Streckenrand warnte Peter Schaupp: „Lukas Flückiger ist gefährlich.“ Vom Eidgenossen ist bekannt, dass er immer eine starke zweite Rennhälfte fährt. Und so war es dann auch. Flückiger tilgte in Runde drei mit dem Franzosen Jordan Sarrou im Rücken ganz schnell seinen Rückstand und plötzlich hieß es Vier aus Zwei, denn Julien Absalon war schon längst Solist an der Spitze. Die beiden Schweizer, der Franzose Sarrou und Fumic kämpften also um zwei verbleibende Medaillen.

„Ich dachte eigentlich, dass wir schnell unterwegs sind. Dass Lukas so schnell herangefahren ist, hat mir schon kurz zu denken gegeben“, bekannte Manuel Fumic. Er machte nach wie vor einen starken Eindruck, fuhr immer wieder an der Spitze und verursachte Druck. Allerdings war es letztlich Lukas Flückiger, der in der vorletzten Runde am höchsten Punkt angriff, als Erster in die folgende Abfahrt ging und die Gruppe damit auseinander riss.

Im Lager des BDR war man froh, dass Fumic an zweiter Stelle hinter Flückiger aus dem Wald schoss und Giger bereits acht Sekunden Rückstand auf den Cannondale-Fahrer hatte. Der Vorjahres-EM-Zweite konnte die Lücke nicht mehr schließen, aber Fumic gab sich noch nicht geschlagen und neutralisierte die Attacke von Lukas Flückiger.

So kam es zum Duell um Silber. Flückiger wählte dasselbe Muster wie in der Runde zuvor und diesmal knackte er den Widerstand des 33-jährigen Kirchheimers. „Da war Lukas einfach ein wenig stärker“, konstatierte Manuel Fumic im Ziel, aber ohne jegliches Bedauern in der Stimme. „Endlich auch bei der EM mal eine Einzelmedaille. Mit Gold im Team und Bronze heute, kann ich mehr als zufrieden sein. Ich habe mich sehr gut gefühlt und ich denke, das war wieder ein Schritt nach vorne“, nickte Manuel Fumic. 50 Sekunden Rückstand auf Julien Absalon (1.33,31 Stunden) und 16 Sekunden auf Lukas Flückiger wurden für Fumic gemessen.

Es ist die erste EM-Medaille in der männlichen Elite-Kategorie für den BDR, seit Moritz Milatz 2012 Europameister geworden war. Davor war es Manuel Fumics älterer Bruder Lado, der 2004 zuletzt Silber gewann. „Wir haben hier eine gute EM abgeliefert“, sprach Manuel Fumic auch für die ganze BDR-Delegation. Außer den genannten Medaillen gab es noch Bronze für den Junior Max Brandl (Lohr a.M.) und Silber im Eliminator Sprint für den Breitnauer Heiko Hog.

Keinen Grund zur Freude hatte Christian Pfäffle. Der Neuffener vom MTB Teck gab das U23-Rennen in der zweiten Runde auf. „Ich habe mich schon vorher total müde gefühlt. Keine Ahnung warum. Aber seit wir hier angekommen sind, ging es mir nicht mehr gut. Nach dem Start war ich gleich Drittletzter, da kam einfach nichts raus“, erklärte Pfäffle seinen Ausstieg und damit einen ernüchternden Tag für ihn persönlich.

Bester deutscher U23-Fahrer war Ben Zwiehoff aus Essen, der beim Sieg des Spaniers Pablo Rodriguez Siebter wurde.

Europameisterin bei den Damen wurde die Schweizerin Jolanda Neff, mit 22 Jahren als Jüngste aller Zeiten. Die Deutschen Sabine Spitz, Adelheid Morath und Helen Grobert belegten die Plätze sieben, neun und zwölf.

Anzeige