Lokalsport

Hahnweide-Piloten vorne dabei

Platz zwei und vier für Mario Kießling und Holger Karow beim Segelflug-Grand-Prix

Guter Einstand für die Piloten der Fliegergruppe Wolf Hirth beim Segelflug-Grand-Prix in Musbach. Mario Kießling wurde Zweiter, Holger Karow Vierter.

Der neue Star am Himmel: Der Ventus 3 aus dem Hause Schempp-Hirth kam in Musbach mit Mario Kießling zu seiner Wettbewerbspremier
Der neue Star am Himmel: Der Ventus 3 aus dem Hause Schempp-Hirth kam in Musbach mit Mario Kießling zu seiner Wettbewerbspremiere. Foto: Lothar Schwark

Musbach. Der FAI Grand Prix Germany in Musbach bei Freudenstadt lockt die Könige der Lüfte: 19 Piloten aus sieben Nationen nehmen an diesem attraktiven Luftrennen teil, das – wie in der Formel 1 – mit einem Regattastart beginnt. Vorteil dieser Wettbewerbsform: Der Tagessieger steht sofort nach dem Flug fest.

Schwungvoll hatte sich bereits der Trainingstag angelassen, den der Südafrikaner Laurens Goudriaan ­(JS-1 18 m) über eine 288,09 Kilometer lange Distanz mit 122,5 km/h absolvierte. Dicht auf den Fersen war ihm der zweifache Weltmeister der Offenen Klasse, Holger Karow (JS 11 m), der 122,0 km/h erflog. Gleich schnell Matthias Sturm vom LSV Schwarzwald, der jedoch die Ziellinie zu tief überflog und Strafsekunden kassierte. Der Überflug in Musbach muss bei den Luftrennen in mindestens 150 Metern über Grund erfolgen.

Mit einem rasanten Luftrennen startete der Grand Prix am Sonntag. Als Gewinner des ersten Tages durfte sich Matthias Sturm vom LSV Schwarzwald in Winzeln-Schramberg feiern lassen, der die 334,62 Kilometer lange Flugaufgabe um die Wenden Sankt Blasien – Schelklingen – Plettenberg mit 115,3 km/h meisterte. „Ganz so einfach war es auf der Strecke nicht“, berichtete Sturm, „besonders um Schelklingen herum baute die Thermik etwas ab.“ Ab dem Plettenberg hieß es dann Gleiten. Nochmals fand der ASG-29-Pilot einen Aufwind von einem Meter pro Sekunde, der ihn 4,22 Minuten vor dem Zweitplatzierten Mario Kießling ins Ziel trug. Dieser konnte sich aber über Tagesplatz zwei freuen.

Mit dem neuen Ventus 3 aus dem Hause Schempp-Hirth absolvierte er seinen ersten Wettbewerbsflug. Das Flugzeug hatte Kießling erst eine Woche zuvor in Empfang genommen. In Deutschland war es für die brandneue Orchidee der Kirchheimer Segelflugmanufaktur der erste Wettbewerbseinsatz. „Ich habe mich auf Anhieb in diesem Vogel wohl gefühlt“, so Kießling begeistert.

Bei idealem Flugwetter begann in Musbach die Startphase um 12.20 Uhr. Um 13.20 Uhr gab Sportleiter Axel Reich den Start frei. Tragfläche an Tragfläche und dicht beieinander flog das Feld nahezu geschlossen ab. Für die Zuschauer am Boden packend mit anzusehen, wie die Segelflugzeuge in Richtung Freudenstadt und Kleine Kinzig mit hoher Fahrt die ersten Thermikwolken anflogen.

Bei zunehmendem Warmlufteinfluss war es gut, im hohen Relief zu bleiben, da bei dieser Wetterlage oft stabile Luft rund um Winzeln die Aufwinde abschwächt. Auch rund um Musbach verschwanden die Kumuluswolken nach und nach am Himmel, welche die Aufwinde zu einem schnellen Flug markieren.

Auf Rang drei hinter Kießling flog der Tscheche Petre Svoboda, der mit 110,8 km/h dabei war. Holger Karow verfehlte mit 110,7 km/h knapp das Tagespodest. Alle Teilnehmer schafften die Aufgabe, und zur Siegerehrung freute sich Sportleiter Axel Reich über einen guten Flugtag.

Anzeige