Lokalsport

Heiß, staubig, wild

Mountainbike Manuel Fumic und Henrique Avancini starten morgen beim Cape Epic.

Henrique Avancini and Manuel Fumic of Cannonade Factory Racing win stage 1 of the 2017 Absa Cape Epic Mountain Bike stage race h
Henrique Avancini and Manuel Fumic of Cannonade Factory Racing win stage 1 of the 2017 Absa Cape Epic Mountain Bike stage race held from Hermanus High School in Hermanus, South Africa on the 20th March 2017Photo by Nick Muzik/Cape Epic/SPORTZPICSPLEASE ENSURE THE APPROPRIATE CREDIT IS GIVEN TO THE PHOTOGRAPHER AND SPORTZPICS ALONG WITH THE ABSA CAPE EPIC{ace2016}

Kapstadt. Am Sonntag beginnt im südafrikanischen Kapstadt die 15. Auflage des MTB-Etappenrennens Cape Epic. Manuel Fumic und sein brasilianischer Partner Henrique Avancini haben gute Erinnerungen an die achttägige Jagd, die in diesem Jahr über 658 Kilometer und 13 530 Höhenmeter führt. Zwei Etappensiege und fünf Tage in Gelb - das war im Vorjahr die Bilanz des Cannondale-Duos. Erst eine Pannenserie und Magenprobleme beim Brasilianer kosteten nach der fünften Etappe die Führung, die Nino Schurter und Matthias Stirnemann schließlich bis zum Ende verteidigten.

Dieses Jahr sind die Erwartungen gedämpft. Fumic geht nach Erkältungspausen und Rückenbeschwerden mit einem Trainingsrückstand ins Rennen. „Wir müssen unsere Ziele korrigieren“, meint er. „Wir peilen aber trotzdem Etappensiege an und wollen in der Gesamtwertung möglichst weit vorne landen.“ Beim Prolog morgen in Kapstadt, einem 20 Kilometer langen Zeitfahren, wird es jedoch nur einen Modus geben: Vollgas.

Was Fumic und Avancini erwarten können, hängt auch von der Konkurrenz ab. Weltmeister Nino Schurter ist in Top-Form, doch sein Partner Matthias Stirnemann konnte als 49. beim Weltcup-Auftakt in Stellenbosch nicht überzeugen. Auch die beiden Debütanten Victor Koretzky und Jordan Sarrou aus Frankreich waren vergangenen Samstag nicht schneller als Fumic und Avancini. Die Chance, zumindest das Podest zu erklimmen, ist also vorhanden.

„Das Cape Epic ist wild“, sagt Manuel Fumic. Mit Ausnahme des Prologs und des Zeitfahrens am Freitag ist die Strecke zudem weitgehend unbekannt. Etappe eins und zwei werden mit Start und Ziel in Robertson gefahren, von dort geht es weiter nach Worcester und anschließend nach Wellington, von wo aus erneut zwei Etappen absolviert werden. Die Schlussetappe führt dann von Wellington ins Val de Vie. Hitze, Staub und Stress für Mensch und Material sind allgegenwärtig. Mit einem Cross-Country-Rennen ist das nicht vergleichbar. Fumic hofft, dass er seine Form in den acht Tagen findet. Avancini ist gut drauf, das hat er mit seinem achten Platz in Stellenbosch bewiesen. Platz vier bei der WM hat zudem sein Selbstbewusstsein beflügelt.

Bei einem Teamrennen geht es aber nicht nur um die Stärke des Einzelnen, sondern auch da­rum, dass beide Partner miteinander harmonieren, ihre jeweiligen Schwächen kennen und die Signale des anderen verstehen. Die beiden Cannondale-Kollegen schätzen sich: „Mani ist mehr als nur ein Teamkollege, er ist ein Freund. Ich habe ihm unheimlich viel zu verdanken“, sagt Avancini vor dem dritten gemeinsamen Start.

Erhard Goller

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