Lokalsport

Henzler siegt im Regenrennen

Nürtinger Porschepilot feiert GTLM-Erfolg beim Sechs-Stunden-Rennen in Watkins Glen

Jubel um Wolf Henzler: Der Nürtinger Porsche-Werksrennfahrer vom Motorsportklub Kirchheim/Teck hat mit seinem Team den fünften Lauf zur Tudor United SportsCar Championship in Watkins Glen gewonnen.

Grün-Blau im Glück: Nachdem er und Teamkollege Bryan Sellers den Falken-Porsche durch den Regen von Watkins Glen auf Platz eins
Grün-Blau im Glück: Nachdem er und Teamkollege Bryan Sellers den Falken-Porsche durch den Regen von Watkins Glen auf Platz eins gestellt hatten, kannte die Freude von Wolf Henzler (2.v.r.) keine Grenzen. Foto: Bob Chapman

Watkins Glen. Nicht nur das Falken-Tire-Team um Henzler und seinen Partner Bryan Sellers hatte im ‚Glen‘, wie die 5 742 Meter lange Traditionsrennstrecke genannt wird, das ganze Rennwochenende über mit dem Wetter zu kämpfen. Heftige Regenfälle verhinderten sogar ein Qualifying. Die Startplätze für das auf sechs Stunden ausgelegte Rennen wurden kurzerhand in der Reihenfolge der Platzierung in der Meisterschaft festgelegt.

Der Falken-Porsche war in einem toppräparierten Zustand, versprach ein gutes Resultat und stand wie alle anderen Fahrzeuge zu diesem Zeitpunkt auf reinen Slicks, die nur bei trockener Piste aufgezogen werden. Den Start ins Rennen hatte Bryan Sellers übernommen, der wie alle anderen Piloten nach einigen Umläufen von einsetzendem Nieselregen überrascht wurde und entsprechende Pneus aufziehen ließ.

Eine abermals abtrocknende Rennstrecke zwang Sellers erneut an die Box zum Reifenwechsel, wodurch das Team eine Runde verlor. Durch eine clevere Strategie des Teams und unter Ausnutzung einer Safety-Car-Phase konnte Bryan Sellers die verlorene Runde wieder gutmachen und den Falken-911 RSR nach rund 90 Minuten an Henzler übergeben, der wiederum auf Slicks ins Rennen ging.

Als 40 Minuten vor Rennende das Safety Car erneut wegen starken Niederschlägen ausrückte, wurde das Rennen für etwa zehn Minuten unterbrochen und die über 30 Rennboliden in der Boxengasse abgestellt. Nach dem Restart hinter dem Safety Car übernahm Wolf Henzler gekonnt die Führung der GTLM-Kategorie. Er musste im Gegensatz zur Konkurrenz keinen Boxenstop mehr einlegen.

Einzig Earl Bamber, der frischgebackene Sieger des 24-Stunden-Rennens von Le Mans, hätte Henzler im Porsche des Teams North America noch gefährlich werden können. Doch der Zweitplatzierte musste seinen Boliden noch seinem Teamkollegen Nick Tandy übergeben, um eine Strafe der Rennleitung zu verhindern.

Folge: Wolf Henzler fuhr nach sechs Stunden als erster GTLM-Pilot über die Ziellinie und war im Anschluss entsprechend happy: „Watkins Glen zu gewinnen ist großartig, vor allem bei diesem verrückten Wetter“, so der 40-Jährige, der bereits seinen dritten Sieg in Watkins Glen feiern konnte. „Wir haben auf unseren letzten Boxenstopp verzichtet und versucht, so gut es ging Benzin zu sparen“, schilderte er die Erfolg bringende Strategie, die durch die Safety-Car-Phase vollends aufging. „Als das Safety Car rauskam, war das eine große Erleichterung. In diesem Moment wusste ich: Jetzt kann nichts mehr passieren“, so Henzler, der seinen nächsten Einsatz am 12. Juli im kanadischen Motorsport beim „Mobil 1 Sportscar Grand Prix“ hat.es

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