Lokalsport

Himmlische Woche auf der Hahnweide

Segelfliegen Am Samstag fällt der Startschuss beim 52. Internationalen Hahnweide-Wettbewerb mit 115 Mannschaften aus 13 Ländern. Von Rainer Rauch

Jeder Flug will gut vorbereitet sein. Die Piloten auf der Hahnweide müssen Streckendaten und Wetterprognosen vor dem Start genau
Jeder Flug will gut vorbereitet sein. Die Piloten auf der Hahnweide müssen Streckendaten und Wetterprognosen vor dem Start genau studieren. Foto: Markus Brändli

Am Wochenende startet der Internationale Hahnweide-Wettbewerb der Fliegergruppe Wolf Hirth mit seiner 52. Auflage. Unter den 115 gemeldeten Teams in diesem Jahr sind auch wieder zahlreiche Teilnehmer aus dem Ausland. 53 Piloten aus 13 verschiedenen Ländern sorgen für internationale Wettkampf-Atmosphäre auf der Hahnweide. Die weitesten Anreisen haben die Australier und Südafrikaner, die zum wiederholten Mal dabei sind. Die mit 17 Piloten größte Teilnehmergruppe aus dem Ausland stellt das britische Team. Alle internationalen Gäste werden beim traditionellen Eröffnungsbriefing am Freitagabend von Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker und dem Vorsitzenden der Kirchheimer Fliegergruppe, Gunter Sill, empfangen.

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Das sportliche Augenmerk richtet sich wie immer auf die Welt- und Europameister. Für die Junioren und leistungsorientierten Segelflugpiloten aus dem Ländle ist es jedes Jahr eine Herausforderung, sich mit den Champions zu messen. Bei passenden Wetterbedingungen starten die ersten Thermikrennen am Samstag. Letzter möglicher Flugtag ist genau eine Woche später ebenfalls am Samstag. An den Wettkampftagen heißt er für die Crews: die Segler morgens frühzeitig für den Start zu präparieren, mit Wasserballast zu füllen, um Flugleistung und Geschwindigkeit zu verbessern. Vor Beginn des täglichen Briefings um 10 Uhr müssen alle Segler in Startposition stehen.

Passt das Wetter, gehen um 11 Uhr die ersten Schleppmaschinen an den Start. Bei ungünstiger Wetterlage beginnt das lange Warten auf die Thermik. Erste „Thermikschnüffler“ werden dann zur Probe an den Start geschickt. Verzeichnen diese ausreichend thermische Bewegung am Himmel, kann es für die insgesamt zwölf Schleppmaschinen auf der Hahnweide losgehen. Etwa eine Stunde dauert es, bis alle Segler in der Luft sind. Von da an liegt es am Geschick der Piloten, die vorgegebenen Streckenaufgaben schnellstmöglich zu bewältigen.

Strecken über 500 Kilometer

Der mit der deutschen Flugsicherung abgestimmte Wettbewerbsraum reicht vom Schwarzwald bis nach Thüringen und zum Bayerischen Wald. Strecken bis über 500 Kilometer werden an guten Tagen für die Thermikrenner vorgegeben. Wer vorne mit dabei sein will, muss eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 100 Stundenkilometern in der Luft erreichen.

Belohnt werden die Piloten mit einem spannenden Endanflug entlang der Albkante zurück zur Hahnweide. Aber nicht nur die sportlichen Aspekte bringen die Piloten jedes Jahr in Kirchheim zusammen. „Für viele Teilnehmer ist die rundum gute Stimmung auf der Hahnweide mit ausschlaggebend, sich jedes Jahr auf die lange Anreise zu machen“, sagt Wettbewerbsleiter Reinhard Diez. „Das ist wie ein großes Klassentreffen.“

Neben den Teilnehmern sind aber auch die Helfer und Organisatoren der Fliegergruppe Wolf Hirth entscheidender Faktor für das Gelingen. Etwa 40 Helfer von der Essensausgabe bis zum Schlepppiloten sind an jedem Flugtag aktiv, um alle Gäste vom Frühstück bis zum Abendessen zu versorgen. Den schwierigsten Job hat hier Wettbewerbsmeteorologe Jupp Dahlem. Denn schon früh am Morgen muss er passende Prognosen zu den Wetterbedingungen über Süddeutschland abliefern. Ab dem frühen Nachmittag ist aus seinem Lächeln dann abzulesen, wie gut er mit seinen Vorhersagen gelegen hat. Ein fröhlicher und entspannter Wetterfrosch ist also das, was sich alle Teilnehmer und Organisatoren wünschen.

Zuschauer sind live dabei

Einen besonderen Service bietet die Fliegergruppe Wolf Hirth in diesem Jahr für alle Zuschauer: In der Halle am Flugplatz werden die Positionen der verschiedenen Flugzeuge live übertragen, sodass das Rennen vom Start bis zur Landung direkt verfolgt werden kann.tb