Lokalsport

Höchste Zeit für eine Eruption

Fußball-Landesligist TSV Weilheim will im Heimspiel gegen Geislingen wieder in die Erfolgsspur

An der Limburg wird es mal wieder Zeit für eine Eruption – gemeint ist nicht der schlummernde Vulkan über Weilheim, der letztmals vor 17 Millionen Jahren ausbrach. Der Appell bezieht sich auf die TSVW-Fußballer. Nach vier Heimspielen ohne Sieg erwarten die Fans morgen gegen den SC Geislingen wieder eine Leistungsexplosion.

Weilheim. 0:1 gegen Ebersbach, 1:1 gegen Köngen, 0:2 gegen Calcio Echterdingen, 1:1 gegen Bonlanden – das Weilheimer Publikum wurde im Lindachstadion seit Ende September von seiner Mannschaft nicht gerade verwöhnt. Fast ist man geneigt, von einem Heimkomplex zu sprechen. Einem Begriff, dem Cheftrainer Alexander Hübbe nicht zustimmen mag: „Für die Heimschwäche gibt es keine plausible Erklärung. Wir haben ein schönes Stadion und Zuschauer, die uns meistens unterstützen. Von einem Heimkomplex kann keine Rede sein.“

Anzeige

Ein Sieg des Tabellenfünften TSV Weilheim gegen den Viertplatzierten SC Geislingen würde Hübbes Einschätzung bestätigen. Die Elf aus dem Eybacher Tal ist seit elf Spielen ungeschlagen – sechs Siege, fünf Unentschieden, zuletzt drei in Folge. Das jüngste 1:1 zu Hause gegen Waldstetten war jedoch alles andere als eine spielerische Offenbarung. Trainer Uli Haug bemängelt an seinem Team vor allem „die Achterbahnfahrten innerhalb jeden Spiels.“

Kollege Hübbe wird – wie schon gegen Bonlanden und Buch – auf der Bank Platz nehmen und die Partie aus der Perspektive des stillen Beobachters verfolgen. Ein ungewohntes Bild für den Betrachter, dirigierte der Coach doch bisher lautstark von der Seitenlinie. Aber sinnvoll, wie er selber meint: „Ende der Saison bin ich nicht mehr Trainer. Deshalb finde ich es richtig, wenn Chris (Eisenhardt, d. Red.) und Danny (Stumpe) jetzt mehr im Vordergrund stehen. Die beiden machen ihre Sache gut. Wenn ich mal anderer Meinung sein sollte, würde ich mich melden.“

Ob ihn seine beiden aktuellen Co-Trainer am Ende der Saison beerben, ist allerdings noch nicht entschieden. Abteilungsleiter Hans-Peter Bauer: „Wir wollen bis zur Winterpause eine Entscheidung präsentieren. Chris Eisenhardt ist unser erster Ansprechpartner.“ Hübbes Nachfolger ist angehalten, ein Konzept umzusetzen, das die Verantwortlichen erstellt haben. „Es geht schwerpunktmäßig Richtung Jugend, um die Durchgängigkeit und die Zusammenarbeit mit Jugend-Koordinator Uwe Heth und dem Trainer der zweiten Mannschaft, Martin Geister“, betont Bauer.

Daran soll es nicht scheitern. Schon jetzt baut das Trainertrio verstärkt Nachwuchsspieler in die Mannschaft ein. Robin Rueff, Tim Stiefelmeyer, Can Kanarya und Tim Sternemann bekommen mehr und mehr Einsatzzeiten in der Landesliga. Bedingt allerdings auch durch die verletzungsbedingten Ausfälle von erfahrenen Spielern wie Ferdi Er, Michele Latte, Lukasz Majowski und Martin Kirschmann, die morgen gegen Geislingen alle nicht zur Verfügung stehen.

Geht es in dieser Partie darum, den Zug nach vorne nicht zu verpassen, muss der SV Ebersbach gegen TV Echterdingen seine Spitzenposition verteidigen. Die Elf von den Fildern brennt nach der 0:6-Schlappe in Dorfmerkingen, die Trainer Alexandar Kalic fassungslos mit „kollektivem Versagen“ kommentierte, auf Wiedergutmachung.

Der Hit des Wochenendes steigt auf den Echterdinger Goldäckern. Dabei kämpft Calcio nicht nur gegen Bad Boll, sondern auch gegen den Ruf eines Chaosclubs, den er sich in den vergangenen Wochen mit viel Theater hinter den Kulissen erworben hat. Da wurden Spieler suspendiert. Trainer und sportliche Leitung traten zurück. Fatih Özkahraman und Vincenzo Parrinello fuhren nach Auswechslung in Ebnat sofort beleidigt nach Hause. Der neue Trainer Radoslav Kral, der schon mit Kosice in der Champions League gespielt hat, drückte nun die Resettaste und erreichte bei seinem Einstand ein 2:2 gegen Ebersbach.