Lokalsport

Höhenluft schmeckt

Trotz Personalumbaus wollen die Weilheimer Fußballer weiter eine Spitzenmannschaft bleiben

Mit seinem runderneuerten Spielerkader will Fußball-Landesligist TSV Weilheim auch in der Spielzeit 2015/16 an der Tabellenspitze der Landesliga, Staffel 2, angreifen. Einer der neuen Hoffnungsträger ist ­Torjäger Lukasz Majowski vom Liga-Konkurrenten TSV Boll.

Wechselt von Bad Boll nach Weilheim: Angreifer Lukasz Majowski (am Ball) war in der Vorsaison Sechster der Torjägerliste.Foto: C
Wechselt von Bad Boll nach Weilheim: Angreifer Lukasz Majowski (am Ball) war in der Vorsaison Sechster der Torjägerliste.Foto: Cornelius Nickisch

Weilheim. Von der regionalen Vormachtstellung, die sich der TSV Weilheim nach dem Landesliga-Aufstieg im Juni 2010 kontinuierlich erarbeitet hat, will sich der Verein auch in der kommenden Spielzeit 2015/16 nicht verabschieden. Die meisten Vereins-Verantwortlichen sind sich einig: Die Mannschaft von Trainer Alexander Hübbe wird trotz des bevorstehenden Personalumbaus eine Spitzenkraft der Liga bleiben. „Unser Ziel ist ein Platz unter den ersten fünf“, sagt zuversichtlich Günther Friess. Zustimmung erfährt der Sportleiter aus dem sonst eher für besorgte Mahner-Worte bekannten TSVW-Trainerstab. „Es wäre nicht unrealistisch, vom Titel zu reden. Doch wir setzen unsere Spieler nicht unter Druck. Trotzdem erwarte ich nach Platz zwei in der Vorsaison wieder eine vordere Platzierung“, formuliert Chris Eisenhardt, der bekanntlich in Kooperation mit Danell Stumpe neuer Co-Trainer wird.

Für Eisenhardt (31) wird das am kommenden Montag mit dem offiziellen Trainingsauftakt um 19 Uhr beginnende TSVW-Fußballjahr ein ganz besonderes Jahr. Läuft bei seinem Co-Trainer-Debüt alles programmgemäß, wird er im Sommer 2016 den altershalber ausscheidenden Alexander Hübbe als Cheftrainer beerben (wir berichteten). Nach der B‑Lizenz und A-Lizenz würde der Teiledienstleiter eines Stuttgarter Autohauses später auch liebend gerne den DFB-Fußballlehrer-Schein in der Tasche haben. „Mein Traum jedenfalls ist es“, sagt er, „genauso wie vielleicht irgendwann einmal ein Trainerjob im Profilager.“ Noch ist das Zukunftsmusik. In den nächsten elf Monaten wird er erst einmal sein Assistenten-Debüt an der Lindach geben, wobei er „die besten Dinge“, die er sich bei früheren Übungsleitern wie Michael Rentschler, Murat Isik, Hans-Martin Kleitsch oder Rolf Baumann abgeschaut hat, ins Weilheimer Training einbauen will.

Fünf Spieler haben den Verein inzwischen verlassen, und vier davon waren Stammspieler: Für den Trainerstab stehen die nächsten Wochen im Zeichen größerer personeller Umbauarbeiten innerhalb der Mannschaft. Für Arbeitserleichterung hätte Fatih Özkarahman sorgen können, doch der Torjäger war von einem Verbleib in Weilheim und damit einem Nicht-Wechsel zum neuen Titelmitfavoriten Calcio Leinfelden-Echterdingen nicht zu überzeugen. „Gegen das Calcio-Angebot hatte der TSV Weilheim keine Chance“, sagt Günther Friess, der Özkahramans Abgang bedauert. Auch der Abgang von Kai Hörsting zum VfL Kirchheim machte ihm keine Freude.

Dafür Probleme, weil in der Weilheimer Offensive zwischendurch ein Loch klaffte. Wie gut, dass da Bad Bolls Angriffsroutinier Lukasz Majowski (34) Verhandlungsbereitschaft signalisierte und sein neues Engagement im Lindachstadion schließlich auch fest zusagte. Jetzt gehört er offiziell zum 22 Mann starken TSVW-Spielerkader, in dem bekanntlich auch Michele Latte steht. Beide Spieler wurden in der angelaufenen Spielzeit mit jeweils 14 Einschüssen Sechster in der Torjägerliste. Trotz seines fortgeschrittenen Alters halten sie in Weilheim große Stücke auf Majowski. Auch Chris Eisenhardt, der den Neuzugang in Kurzform so beschreibt: etwas langsamer als Kai Hörsting, aber ähnlich durchsetzungsstark und torgefährlich.

Mit Blick auf den neuen Spielerkader zeigt Weilheims neuer Co trotz anfänglicher Bedenken Zuversicht. Was auch daran liegt, dass er und Kollegen vier hungrige Jung-Talente in den eigenen Reihen wissen: Felix Stolz, Can Kanarya und Tim Stiefelmeyer entstammen den TSV-A-Junioren und Robin Rueff, Sohn des früheren Kirchheimer Trainers Ralf Rueff, kommt von den U19-Junioren des SSV Reutlingen.

Fünf gehen, acht kommen, drei pendeln ​

Abgänge Kai Hörsting (VfL Kirchheim), Marco Parrotta (SGEH), Fatih Özkarahman (Calcio Leinfelden-Echterdingen), Markus Gabriel (Karriereende) und Christopher Eisenhardt (Karriereende/neuer Co-Trainer/Foto rechts) haben den Verein verlassen beziehungsweise beenden ihre Fußball-Laufbahn. Zugänge Christoph Bauer (1. FC Eislingen), Servet Isik (TSV Deizisau), Felix Hummel (SV Bonlanden), Lukasz Majowski (TSV Bad Boll), Robin Rueff (SSV Reutlingen A-Junioren), Felix Stolz, Can Kanarya und Tim Stiefelmeyer (alle TSV Weilheim A-Junioren) stoßen neu zum Kader Training Mit Trainingsstart 2015/16 am Montag bekommen die Youngsters Felix Stolz, Can Kanarya und Tim Stiefelmeyer einen Sonderstatus: Das Trio trainiert schwerpunktmäßig mit der ersten Mannschaft, spielt aber zunächst größtenteils in der Weilheimer Kreisliga-B-Mannschaft.tb

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