Lokalsport

Höhlenmensch & Heiratsantrag

Silvesterlauf Die 36. Auflage des Kirchheimer Breitensportevents verzeichnet einen neuen Rekord: 603 Teilnehmer stürmen auf den Teckberg. Von Peter Eidemüller

Los geht's: Die 603 Teilnehmer setzen sich am Rathaus in Bewegung. Foto: Markus Brändli
Los geht's: Die 603 Teilnehmer setzen sich am Rathaus in Bewegung. Foto: Markus Brändli

Warum jetzt, warum heute? Hier sind einfach geile Leute - in der Tat: Dem Partysongtext, der am Sonntag kurz vor dem Start zum 36. Silvesterlauf aus den Boxen vor dem Rathaus dröhnte, konnte man bei einem Blick ins weite Rund nur beipflichten: Mit 603 Teilnehmern scharrten so viele wie noch nie mit den sprichwörtlichen Hufen - der bisherige Runner-Rekord hatte bei 538 aus dem Jahr 2006 gelegen.

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Entsprechend illuster das Starterfeld: Ob Ausdauer-As Sven Meyer aus Ötlingen in St. Pauli-Fußballstutzen, Wiederholungstäterin Eva Rother aus Wernau, die bereits zum 30. Mal auf den Teckberg stürmte, oder der Exil-Londoner Christopher Greenaway aus Stuttgart, der in Anlehnung an die Sibyllensage im Höhlenmenschenkostüm inklusive Knochenkeule auf die Pendelstrecke ging - nur drei von unzähligen Geschichten, die vorgestern hinter der Teilnehmerschar am Traditions-Run auf die Teck standen.

von Andreas Schmid

Diese hatte es auch bei ihrer 36. Auflage seit der Premiere 1981 in sich. Auf den 8,94 Kilometern zwischen Rathaus und Burghof, wo mit Lauftreffurgestein Franz Schopf auch einer der Veranstaltungsmitbegründer zugegen war, warteten auf die Läuferschar nicht nur 464 schweißtreibende Höhenmeter, sondern auch eine ob den rekordverdächtigen Temperaturen von 14 Grad rutschige Strecke, die viele ab dem berüchtigten „Ho-Chi-Minh-Pfad“ ins Gehtempo zwang. „So viel Matsch wie die Teilnehmer an den Schuhen hatten, müssten die Bodenverhältnisse dort jetzt eigentlich wieder gut sein“, witzelte Lauftreffleiter Alexander Rehm hinterher. Rehm, seit 2012 für die Organisation verantwortlich, bilanzierte stellvertretend für die 40 Helfer des Lauftreffs und die rund 20 Freiwilligen des DRK eine gelungene 36. Auflage.

Zumal hunderte Schlachtenbummler den Läuferlindwurm an den üblichen Fan-Hotspots am Guckenrain, dem Hörnle-Parkplatz und dem Fahrtweg zur Teck mit Anfeuerungsrufen auf Trab hielten und lautstark in den Burghof klatschten und johlten.

Für den emotionalen Höhepunkt sorgte jedoch kein Läufer: Der für die Beschallung am Rathaus zuständige DJ Daniel Schaul machte seiner Freundin Carolin bei der Rückkehr des Teilnehmerfeldes im Schein der Fackelläufer einen Heiratsantrag via Mikrofon. „Das war zwar lange geplant, aber trotzdem spontan“, verriet Schaul, der erst tags zuvor den Ring organisiert hatte - das Ja-Wort der Angebeteten war vor diesem Hintergrund nur noch Formsache.

Impressionen vom Silvesterlauf gibt es in einer Online-Bildergalerie unseres Fotografen Markus Brändli sowie in einem Video von Andreas Schmid unter www.teckbote.de