Lokalsport

Hörsting und Co. in der „Höhle der Löwen“

Fernsehauftritt Amateuerkicker aus der Region präsentieren ihr Start-Up am 12. September bei VOX.

Michael Schreiner, Nicolo Incorvaia und Kai Hörsting (v.l.) wollen mit ihrem Start-Up durchstarten. Foto: privat
Michael Schreiner, Nicolo Incorvaia und Kai Hörsting (v.l.) wollen mit ihrem Start-Up durchstarten. Foto: privat

Kirchheim. Wie kommen kickende Jung-Unternehmer aus der Region ins Fernsehen? Die Antwort beginnt bei Kai Hörsting. Der 32-Jährige kann mit Stolz auf zwei Karrieren verweisen. Auf die eine als erfolgreicher Torjäger beim TSV Weilheim und VfL Kirchheim. Sie stockt allerdings seit einem Jahr wegen einer hartnäckigen Fußverletzung, die am 7. September mit einer OP behoben werden soll, damit er für die „Blauen“ in der Bezirksliga wieder auf Torjagd gehen kann.

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Die andere Karriere als Jung-Unternehmer ist inzwischen bundesweit ein Renner. Gemeinsam mit seinen Kirchheimer Fußballfreunden Michael Schweizer und Nicolo Incorvaia sowie Michael Schreiner vom TSV Obere Fils betreibt er seit Oktober 2015 unter dem Titel „Teamwallet“ eine digitale Mannschaftskasse. Eine pfiffige Idee, die es Vereinen aller Sportarten ermöglicht, über eine App auf dem Handy einfach, transparent und neuerdings sogar kostenlos mannschaftsinterne Zahlungen abwickeln. So zum Beispiel Strafen für Rote Karten oder Verstöße gegen den Vereinskodex, auch Beiträge für gemeinsame Ausflüge. „Teamwallet“ ist mit einem Bankkonto verbunden, so dass Zahlungen auf verschiedene Art direkt abgewickelt werden können.

Der Kassenwart ist damit weitgehend entlastet. Er muss nur noch verwalten und nicht mehr ewig dem Geld säumiger Zahler hinterherrennen. Denn die Transparenz erhöht die Zahlungsmoral. Auch für Fans und Sponsoren gibt es Funktionen auf ihren mobilen Geräten. Zum Beispiel einen „Torclub“, bei dem sie sich verpflichten, pro Treffer einen bestimmten Betrag einzuzahlen.

Mit ihrer Erfindung haben die vier Tüftler aus der Region einen Volltreffer gelandet. Bisher haben sich über 2 900 fast ausschließlich Amateurvereine aus der ganzen Republik für das Start-Up entschieden. Darunter namhafte aus dem Süden wie der 1. FC Heidenheim oder die Stuttgarter Kickers. Auch Basketballer und Handballer wie die von Frisch Auf Göppingen sind mit von der Partie. Ein Ende der Erfolgsgeschichte ist nicht in Sicht. Langfristiges Ziel sind 10 000 Klubs für ein hauptamtliches Geschäftsmodell.

Vor allem, weil die originelle schwäbische Geschäftsidee jetzt sogar bundesweit im Fernsehen präsentiert wird. Am 12. September stellt der TV-Sender VOX die jungen Unternehmer aus der Teckregion vor. In verschiedenen Staffeln unter dem Titel „Die Höhle der Löwen“ bewerten namhafte Investoren wie der schwerreiche Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer oder Ralf Dümmel, Chef des Handelsunternehmens DS Produkte, die Gründer mit den besten Geschäftsideen. Kommt es zwischen den „Löwen“ und den Start-Ups zum Deal, wartet auf die Gewinner nicht nur die nötige Finanzspritze, sie profitieren außerdem vom langjährigen Know-how der Geldgeber. Im Gegenzug beteiligen sich die Investoren mit zehn Prozent an den Einnahmen.

Egal, wie sich die fünfköpfige Jury letztlich entscheidet, die vier Freunde aus der Teckregion können sich jetzt schon als Sieger fühlen - eine bessere Werbung für ihr Anliegen als einen Auftritt vor einem Millionenpublikum im Fernsehen hätten sie sich nicht wünschen können.Klaus Schlütter