Lokalsport

Hoffen auf Beistand von oben

Fußball-Landesliga Der TV Echterdingen, künftiger Klub des scheidenden Weilheimer Trainers, hat im Kampf um den Klassenerhalt die schlechtesten Karten. Von Klaus Schlütter

Banger Blick gen Himmel: Ob Chris Eisenhardts künftiger Klub, TV Echterdingen, kommende Saison Bezirksliga spielt? Foto: Markus
Banger Blick gen Himmel: Ob Chris Eisenhardts künftiger Klub, TV Echterdingen, kommende Saison Bezirksliga spielt? Foto: Markus Brändli

Vorne in der Fußball-Landesliga ist alles klar. Meister 1. FC Heiningen steigt in die Verbandsliga auf, „Vize“ TSGV Waldstetten versucht‘s über den Umweg der Relegation. Gegner am Mittwoch kommender Woche wird der Vizemeister der Staffel 4, entweder der vor dem letzten Spieltag zweitplatzierte TSV Berg (65 Punkte) oder der FV Rot-Weiss Weiler (63). Der Spielort ist noch offen.

Hinten in der Staffel 2 wird am letzten Spieltag noch gebangt und gezittert. Wer verabschiedet sich als dritter Absteiger neben Nürtingen und Bettringen in die Bezirksliga? Wer geht als Viertletzter in die Relegation, in der der Bezirksligaqualifikant wartet?

Vier Mannschaften sind noch in der Verlosung. Alle vier haben Heimvorteil gegen Gegner, die ihre Schäfchen längst im Trockenen haben: der TV Echterdingen (31 Punkte) gegen Buch, der 1. FC Frickenhausen (32) gegen Weilimdorf, der TSV Köngen (32) gegen Bargau sowie der TSV Bad Boll (34) gegen Waldstetten.

Die schlechteste Ausgangsposition hat der TV Echterdingen, die zukünftige Mannschaft von Chris Eisenhardt. Der scheidende Weilheimer Coach hat sich fast schon damit abgefunden, in der kommenden Saison ein Bezirksliga-Team zu trainieren. Schützenhilfe erwartet „Eise“ morgen nicht. Er weiß: „Man kann sich nicht auf Mannschaften verlassen, für die es um nichts mehr geht.“

Erster Anwärter auf einen Platz in der Abstiegs-Relegation ist Frickenhausen aufgrund des schlechteren Torverhältnisses gegenüber dem punktgleichen TSV Köngen. Zumal Topstürmer Carmine Pes­cione (23 Treffer) vom Gegner Weilimdorf den Ehrgeiz hat, dem Heininger Dominic Mader (25 Treffer) im letzten Moment die Torjäger-Krone zu entreißen. In Köngen hat die Abteilungsleitung die Fans gebeten, die Mannschaft in ihrem Existenzkampf gegen Bargau in den Vereinsfarben Grün und Weiß zu unterstützen. Die Rettung wäre die Krönung einer famosen Aufholjagd in der Rückrunde und Anlass für eine Doppelfeier am Abend - Denis Essert heiratet am Spieltag.

Entspannter kann der TSV Bad Boll das letzte Spiel angehen. Mit einem Unentschieden sind die Kurstädter alle Sorgen los. Der Waldstetter Trainer Mirko Doll ist der Bruder des künftigen Boller Trainers Manuel Doll - ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Personalnot in Weilheim

Mit einem Heimspiel gegen Absteiger FV 09 Nürtingen verabschiedet sich der TSV Weilheim am morgigen Samstag ab 17 Uhr von seinem Publikum. Wer ein Schützenfest gegen den Letzten erwartet, könnte enttäuscht werden. Denn die Platzherren haben Personalsorgen. „Einschließlich der Torhüter haben wir nur 13 Spieler zur Verfügung“, sagt Eisenhardt, der sich für alle Fälle zum Einwechseln bereit hält.

Aber der Gegner hat ähnliche Probleme. Gegen Nafi Stuttgart (3:5) musste das Trainergespann Manuel Rothweiler/Oliver Scherb komplett durchspielen, und Stefan Wisniewski, Coach der „Zweiten“, wurde eingewechselt. Doch die Rumpftruppe hielt das Spiel lange Zeit offen. In der nächsten Saison wird die Nürtinger Personaldecke dicker sein. Der neue Trainer Ioannis Zapakitis vom SSV Reutlingen bringt sieben Spieler aus der Kreisliga-Mannschaft mit.

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