Lokalsport

Hoffnungsträger aus Indien

Die VfL-Tischtennisabteilung verpflichtet zwei Spitzenspieler für die Oberliga

Überraschende Neuzugänge für Tischtennis-Oberligist VfL Kirchheim: Der Inder Sanmay Paranjape und Ricardo Jimenez Perez (Puerto Rico) gehören zum Aufgebot 2016/17.

Ein Inder für die Kirchheimer Oberliga-Mannschaft: Der Inder Sanmay Paranjape, Mann mit Nationalmannschafts-Ambitionen, ist für
Ein Inder für die Kirchheimer Oberliga-Mannschaft: Der Inder Sanmay Paranjape, Mann mit Nationalmannschafts-Ambitionen, ist für die Rückrundenspiele vorgesehen.Pressefoto

Kirchheim. Es war nicht zu erwarten: Trotz der von Abteilungsleiter Axel Schorradt im Frühjahr gemachten Ankündigung, aus Kostengründen keine Fremdstars und höchstens einen erfahrenen Spielertrainer als Oberliga-Neuzugänge zu verpflichten, hat die VfL-Tischtennisabteilung jetzt zwei vielversprechende Spieler-Transfers getätigt. Sanmay Paranjape (23), ein indischer U21-Ex-Nationalspieler, der mit 16 für den damaligen Süd-Regionalligisten TTC Frickenhausen II spielte, sowie der 21-jährige Ricardo Jimenez Perez verstärken die Mannschaft in der am 11. September startenden Saison.

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Allerdings hat der Kirchheimer Doppel-Deal, der auch über Spielervermittler lief, einen kleinen Haken: Wegen diverser Turnierverpflichtungen kann Paranjape sein VfL-Debüt frühestens zum Rückrundenauftakt am 18. Januar im Heimspiel gegen den SC Staig geben, weil er in Indien bis zum Jahresende verpflichtet ist, eine Turnierserie zu spielen. Damit kann er auf der Karriereleiter weiter aufsteigen. „Sanmay Paranjape hat den Ehrgeiz, nach seiner Zeit als U21-Nationalspieler auch Herren-Nationalspieler zu werden“, berichtet VfL-Spieler Klaus Hummel, der den Inder seit fünfeinhalb Jahren kennt: Im Januar 2011 war der Schützling von Frickenhausens Ex-Trainer Jain Xin Qiu sein Endspielgegner bei den Kirchheimer Stadtmeisterschaften. Paranjape gewann 3:1 und einen neuen Sympathisanten. Hummel handelte den Rückrunden-Kontrakt mit aus.

Die Vorrunde soll als Kirchheimer Nummer eins Ricardo Jimenez Perez bestreiten. Auf den Mann aus der Karibik sind seine künftigen Mitspieler Geßner, Gantert, Klyeisen und Strauch deshalb besonders gespannt, weil seine aktuelle Form nach zweijähriger Inaktivität nur schwer einzuschätzen ist. Zuletzt war Perez zwei Jahre lang inaktiv, was ihm Abzüge in der deutschen TTR-Rangliste brachte. Trotzdem ist seine Punktzahl nach diversen Turniererfolgen VfL-teamintern die zweitbeste hinter der von Paranjape. Jeweils einen Nicht-EU-Ausländer darf der VfL pro Spiel einsetzen.

Dass sich die VfL-Abteilungsführung mit der Verpflichtung eines kostspieligen Spieler-Hochkaräters gewissermaßen gegen die eigene Finanzphilosophie verstieß, ist Romulus Revisz (44) zu verdanken. Mit dem Rumänen waren die Gespräche über ein Engagement als Kirchheimer Spielertrainer schon ziemlich weit fortgeschritten, als Revisz den Rückzieher machte und sich entschloss, bei seinem langjährigen Klub TSG Steinheim doch noch eine Saison anzuhängen. Damit durchbrach Revisz das VfL-Personalkonzept, und der Verein musste sich, auch mangels einer geeigneten zweiten Spielertrainer-Option, gänzlich neu orientieren. Doch die Abteilung muss finanziell nicht bluten, weil ihre Sponsoren für die anfallenden Saisonhonorare der Spieler nochmals ihre Schatullen öffnen wollen.

Mit dem internationalen Spieler-Zuwachs haben sich die Chancen der VfL-Cracks auf den Oberliga-Klassenerhalt schlagartig erhöht – zumindest theoretisch. Wie viel die Neueinkäufe tatsächlich wert sind, wird sich in der Praxis zeigen. Ihr erstes Heimspiel haben die VfL-Cracks am 1. Oktober gegen den TTC Gnadental ab 18.15 Uhr in der LUG-Sporthalle.