Lokalsport

Holighaus wird für Mut belohnt

Varese. Zum Saisonabschluss trifft sich die Segelflug-Elite derzeit im italienischen Varese beim World-Grand-Prix-Finale. Insgesamt 20 Top-Piloten haben sich bei einem der vorangegangenen Qualifikations-Grand-Prix qualifiziert. Tilo Holighaus (Fliegergruppe Wolf Hirth, Kirchheim) gelang dies mit dem Gesamtsieg im spanischen La Cerdanya, Uli Schwenk (LSV Münsingen) mit einem zweiten Platz im südafrikanischen Wochester.

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Am Südrand der Alpen zwischen Lago Maggiore und Comer See gelegen, bietet der Segelflugplatz Varese auch spät in der Saison noch gute Bedingungen für schnelle Thermikflüge. Nach vier Wertungsflügen haben sich die Franzosen Maximilian Seis und Chris­tophe Ruch einen knappen Vorsprung vor dem mehrfachen Weltmeister Sebastian Kawa (Polen) erflogen. Für Maximilian Seis ist dies die erste Teilnahme an einer Weltmeisterschaft. Der Student aus Bordeaux hat sich mit seinem Tagessieg am ersten Wertungstag im Spitzenfeld positioniert.

Am dritten Tag zog Tilo Holighaus mit einem Sieg in der Gesamtwertung gleich. Der Mut zur unkonventionellen Wahl der Flugroute bescherte dem Kirchheimer Platz eins an diesem Tag. Bemerkenswert auch deshalb, weil er am thermikschwächsten Tag im vergleichsweise schweren Flugzeug unterwegs war. Mit an Bord seines Ventus 2cxa war ein neu entwickeltes elektrisches Antriebssystem, das ihn im Zweifelsfall vor der ungeliebten Außenlandung bewahrt hätte. Dicht dran am ersten Tagessieg war auch Uli Schwenk bei seinem vierten Wertungsflug. Nur drei Sekunden fehlten dem Münsinger nach eineinhalb Stunden Flugzeit auf den Franzosen Christophe Ruch.

Im Gegensatz zum Finale im Vorjahr, als die Piloten aus Australien mit hervorragenden Ergebnissen auf sich aufmerksam machten, ist das Finale bisher eine rein europäische Angelegenheit. Der Sieg am zweiten Flugtag ging an Lokalmatador Giorgio Galetto. An den verbleibenden drei Wertungstagen dürfen sich die Piloten bis einschließlich Platz neun noch Hoffnung auf einen Platz unter den ersten drei machen. Spannend auch, ob der junge Senkrechtstarter Maximilian Seis die Nerven bewahrt und seinen knappen Vorsprung ins Ziel fliegen kann. Nach Sebastian Nägel (Fliegergruppe Wolf Hirth) 2011 wäre er der zweite siegreiche Nachwuchspilot in einem Grand-Prix-Finale.rr