Lokalsport

„Hornissen“ beißen noch nicht

Handball Bisher gab es für die Bundesliga-Damen des TV Nellingen eine Lehrstunde nach der anderen. Das soll sich ändern.

Ostfildern. Sie wussten, dass es nicht leicht werden würde. Da zudem das Verletzungspech vehement zuschlug, wurde das Ganze noch eine Nummer anspruchsvoller. Dennoch hat der bisher punktlose Erstliga-Aufsteiger TV Nellingen den Klassenverbleib in der Frauenhandball-Bundesliga noch lange nicht abgeschrieben.

Es ist ein hehres Ziel, das die beiden Handballvereine TuS Metzingen und TV Nellingen heute Abend anstreben. Ab 20 Uhr duellieren sie sich in der Stuttgarter Porsche-Arena. Doch außer den beiden Punkten streben sie im Württemberg-Derby einen neuen Rekord im deutschen Frauenhandball an. 5 875 Zuschauer sahen am 16. Mai 2010 das Final-Rückspiel um die deutsche Meisterschaft zwischen Leipzig und Leverkusen – jetzt hoffen sie auf um die 6 000.

Vier Tage vor der Partie berichtete Gastgeber TuS Metzingen bereits von 5 100 verkauften Karten. „Es wäre sensationell, wenn wir diesen Rekord für uns verbuchen könnten. Es ist der verdiente Abschluss für das erfolgreichste Jahr der Vereinsgeschichte“, sagt Ferenc Rott, der Geschäftsführer des Vizemeisters und EHF-Cup-Final-Teilnehmers aus Metzingen.

Ähnliches hört man von den Fildern. „Ich hoffe, dass die Halle voll wird“, sagt Nellingens Trainer Pascal Morgant. Das tolle Abschneiden der Nationalmannschaft bei der EM in Schweden, die starken süddeutschen Mannschaften in erster und zweiter Liga verdeutlichen den hohen Stellenwert des hiesigen Frauenhandballs, fügt er an. Das bisherige Bundesliga-Abschneiden seiner „Hornissen“ hat ihm punktemäßig noch keine Freude bereitet.

„Wir haben noch nicht richtig zusammengefunden“, erläutert Morgant. Kein Wunder, wenn man ihm beim Aufzählen der Verletzten zuhört. Tanja Padutsch und Carina Edlbauer mussten wegen Kreuzbandrissen passen, Julia Orban-Smideliusz wegen eines Bandscheibenvorfalls. Es wurde Simone Thiero nachverpflichtet, die sich kurz darauf die Mittelhand brach. Das gleiche Schicksal erlitt Carolin Tuc. Katharina Winger fehlte wegen eines Ermüdungsbruchs im Schienbein und Louisa Wolf knickte um.

Viel Pech kam zusammen – Morgan hält den Klassenverbleib trotzdem für realistisch.

Jens S. Vöhringer

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