Lokalsport

Husarenstreich beschert Kölle positiven Stress

Fußball-Bezirksliga Auf die SGEH und den TV Neidlingen warten am Sonntag in Oberensingen und Donzdorf jeweils hohe Auswärtshürden. Von Walter Rau

Abklatschen: Furore-Aufsteiger TV Neidlingen will in Donzdorf an die Leistungen aus dem Spiel gegen den VfL anknüpfen. Foto: Car
Abklatschen: Furore-Aufsteiger TV Neidlingen will in Donzdorf an die Leistungen aus dem Spiel gegen den VfL anknüpfen. Foto: Carsten Riedl

Während der von Rang eins auf fünf abgestürzte VfL Kirchheim am Sonntag spielfrei ist und seine Wunden nach der 1:5-Klatsche in Neidlingen lecken kann (siehe Infokasten), bestreiten der TVN, aktuell Dritter, beim FC Donzdorf (Sechster) und die SGEH als Vierter in Oberensingen (Zweiter) am Sonntag richtige Auswärtsknaller. Für beide Teckteams gilt es, den Anschluss an das noch ungeschlagene Spitzenduo aus Geislingen und Oberensingen zu halten.

„Wir müssen von Beginn an konzentriert spielen und den Gegner im Kollektiv ausschalten“, hat SGEH-Trainer Dieter Hiller Respekt, aber keine Angst vor der Qualität des Oberensinger Starensembles um den ehemaligen Kirchheimer und Weilheimer Mittelfeldmotor Ferdi Er. Bei der zweiten Saisonniederlage vergangenen Sonntag zu Hause gegen T/T Göppingen (2:3) war dies nur phasenweise gelungen. „Es ist gar nicht unser Naturell, nur zu verteidigen. Wir wollen trotzdem versuchen, unser Spiel mit Ballkontrolle durchzubringen, um mindestens einen Punkt mitzunehmen“, gibt Hiller die Marschrichtung vor. Er setzt vor allem auf die durch die rege Trainingsbeteiligung erarbeitete Fitness und Laufstärke seines Teams, das keine Ausfälle zu beklagen hat. „Wir können bis zum Schluss ein hohes Tempo fahren, müssen bei diesem Gegner aber auch an unsere Grenzen gehen“, fordert er.

SGEH-Abteilungsleiter Sven Laderer drückt derweil mit neuem Hüftgelenk aus der Reha-Klinik die Daumen. „Der Saisonverlauf bisher ist zufriedenstellend. Jetzt kommen schwere Spiele, in denen unser Team beweisen kann, wie gefestigt es ist“, sagt Laderer, der noch zwei weitere Wochen warten muss, ehe er wieder persönlich bei der Mannschaft sein kann. Den letzten Motivationsschliff holten sich die „Älbler“ übrigens unter der Woche beim gemeinsamen Besuch auf dem Cannstatter Wasen.

Ein schweres Kaliber wartet auch auf Furore-Aufsteiger TV Neidlingen. Der FC Donzdorf ist zu Hause noch ungeschlagen und will seine weiße Weste wahren. „Ich bin gespannt auf den Gegner, der einen Lauf hat und mit der Euphorie im Rücken einen stabilen Eindruck macht. Wir stehen schon etwas unter Druck und wollen uns mit einem Sieg weiter nach vorne schieben“, sagt FC-Trainer Peter Frömmel.

Sein Neidlinger Pendant Patrick Kölle hat naturgemäß etwas dagegen. „Wir wollen unseren Lauf auch in Donzdorf fortsetzen. Wir sind realistisch genug, um erst einmal genügend Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln“, bleibt Kölle bescheiden. Wenngleich er den „verdienten Derbysieg gegen den VfL als Fingerzeig“ deutet, „was meine Mannen, wenn sie am Limit spielen, erreichen können“. Er kann bereits die zweite Woche in Folge auf den kompletten Spielerkader zurückgreifen. Never change a winning team? „Alle können und wollen spielen. Das ist positiver Stress für den Trainer“, konstatiert Kölle, der das Abschlusstraining am heutigen Freitag und damit die taktische Ausrichtung für Donzdorf noch abwarten will. Der Bonus, als Neuling unterschätzt zu werden, ist spätestens seit dem 5:1-Husarenstreich gegen Kirchheim passé.

Ex-Freiburger fasst wieder Fuß

Auf Donzdorfer Seite schnürt übrigens mit Tim Schraml (24) seit zwei Partien ein ehemaliger Profi wieder seine Kickstiefel. Der gebürtige Donzdorfer und ehemalige Göppinger kam in drei Jahren beim SC Freiburg überwiegend in der Regionalliga zum Einsatz, konnte jedoch auch schon einen Profi-Einsatz in der Bundesliga verzeichnen. Ein Knorpelschaden im Knie zwang ihn zuletzt zu einer 18-monatigen Pause, ehe er jetzt als „Sechser“ im Donzdorfer Mittelfeld wieder Fuß fasst.

VfL-Trainer Markus Schweizer redet Klartext

Wundenlecken und Fehleranalyse standen beim VfL nach der 1:5-Derby-Blamage in Neidlingen diese Woche auf dem Plan. „Wir haben jeden Stein umgedreht und uns hinterfragt. Vielleicht haben wir uns von den bisherigen Ergebnissen etwas blenden lassen“ spricht VfL-Coach Markus Schweizer vor dem spielfreien Wochenende Klartext. „So werden wir vorne nicht viel holen. Immerhin kamen so Dinge zu Tage, die bisher verborgen geblieben sind. Ich bin der Überzeugung, dass wir daraus die richtigen Schlüsse ziehen werden, reflektieren und die Sinne schärfen.“

Dies wird nötig sein, denn auf die Kirchheimer warten in den nächsten Wochen unter anderem mit Oberensingen und Geislingen ohnehin die „richtig schweren Brocken“. Den nächsten Gegner, Donzdorf, will Schweizer bei deren Heimspiel am Sonntag gegen Neidlingen beobachten.wr

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