Lokalsport

„Ich halte nichts von Nachkarten“

Nachgefragt Rainer Veit (59) aus Nürtingen-Raidwangen ist seit vergangenem Freitag neuer Fußball-Bezirksvorsitzender. Der ehemalige Jugendspieler des VfB Stuttgart und Funktionär der TSG Esslingen, die auch sein Heimatverein ist, hat sich für die kommenden drei Jahre einiges vorgenommen. Von Reimund Elbe

Herr Veit, was sind Ihre vorrangigen Themen für die Amtszeit?

Es gibt mehrere Prioritäten. Zum einen möchte ich den geregelten Austausch mit Schiedsrichtergruppen, die in der Vergangenheit abgesprungen sind, wiederbeleben. Ich habe hierzu bereits positive Signale aus anderen Bezirken. Des Weiteren gilt es, sich noch intensiver der Probleme des Frauen- und Mädchenfußballs anzunehmen. Mit Sandra Grill haben wir ein neues Vorstandsmitglied, das sich ausschließlich um dieses Thema kümmern wird. Mit Sorge sehe ich natürlich auch die Entwicklung in der männlichen Jugend, wo es immer häufiger zu Spielgemeinschaften kommt, weil es nicht mehr genügend Spieler in einem Verein gibt.

Wann fiel Ihr Entschluss, selbst für den Bezirksvorsitz zu kandidieren? Schließlich hatten Sie dies Anfang des Jahres noch öffentlichkeitswirksam ausgeschlossen.

Am 22. Februar, in der letzten Bezirksvorstandssitzung. Nachdem alle anderen Vorstandsmitglieder mich dazu ermuntert hatten, entschloss ich mich, selbst anzutreten. Daran hatte ich im Januar, als ich den kommissarischen Vorsitz nach dem Rücktritt von Karl Stradinger übernommen hatte, noch keinen Moment gedacht. Allerdings muss ich zugeben, dass unsere Suche nach einem Bezirksvorsitzenden in den vergangenen Monaten nicht wie erhofft von Erfolg gekrönt war. Die von mir angesprochenen Personen waren bereits durch ihren Hauptberuf und meist noch zahlreiche andere ehrenamtliche Tätigkeiten zu sehr ausgelastet oder entsprachen nicht unseren Vorstellungen. Mir war ganz wichtig, dass bis zum Bezirkstag in Jesingen unser Elferrat, also unser elf Personen umfassender Vorstand, wieder vollzählig ist - dies haben wir geschafft.

Apropos Karl Stradinger. Der Name Ihres nach Streitigkeiten zurückgetretenen Vorgängers fiel am Freitagabend in Jesingen nur einmal - durch einen Gastredner, der ihn lobte. Wieso gab es keine weitere Erwähnung?

Meine Devise ist es, nach vorne zu schauen. Das ist der Leitsatz im neuen Vorstand, in dem Teamarbeit groß geschrieben wird. Die harmonische Sitzung in Jesingen hat gezeigt, dass wir diesbezüglich auf einem guten Weg sind. Ich halte nichts von Nachkarten. Karl Stradinger hat in den neun Jahren zweifellos als Bezirksvorsitzender viel geleistet, viel bewegt, Impulse und Anstöße gegeben. Deshalb wäre es ungerecht und unvernünftig gewesen, nun beim Bezirkstag nachzutreten.

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