Lokalsport

„Ich mache nichts im Alleingang“

Fußball Trainer Chris Eisenhardt (32) ist mit dem TSV Weilheim auf Erfolgskurs: 37 Punkte aus 17 Spielen, Platz zwei in der Landesliga. Ein Interview. Von Thomas Pfeiffer

Das erste halbe Amtsjahr war eine Erfolgsgeschichte: Weilheims  Trainer Chris Eisenhardt. Seine Mannschaft (Bild unten) macht ih
Das erste halbe Amtsjahr war eine Erfolgsgeschichte: Weilheims Trainer Chris Eisenhardt. Seine Mannschaft (Bild unten) macht ihn stolz.Fotos: Jörg Bächle/Markus Brändli

Knapp sieben Monate sind Sie jetzt Landesliga-Trainer des TSV Weilheim. Wie fällt Ihr Fazit aus? Christopher Eisenhardt: Es ist alles so gekommen, wie ich es erhofft hatte. Wir stehen auf dem zweiten Tabellenplatz und sind auf dem richtigen Weg.

Das Vorpreschen auf Platz zwei – ist das für Sie eher eine Sensation oder das wahre Spiegelbild des Weilheimer Leistungsvermögens?

Eisenhardt: Das ist keine Sensation, sondern die Folge harter Arbeit. Wir hatten ursprünglich als Ziel gesetzt, uns gegenüber dem vierten Platz in der Vorsaison zu verbessern. Das ist bisher gelungen.

Ihr Vorgänger Alexander Hübbe war ein Erfolgstrainer mit Ecken und Kanten. Was haben Sie von ihm übernommen, was nicht? Eisenhardt: Der Teamgedanke war ihm wichtig, und er ist mir wichtig. Ich denke, dass Alex während seiner Trainerzeit akribisch seinen Weg gegangen ist. Ich wiederum mache nichts im Alleingang. Jeder hat halt seinen eigenen Stil.

Ist Hübbe noch in den Trainingsbetrieb involviert?

Eisenhardt: Nein. Dafür in den Spielbetrieb. Er beobachtet öfters unsere kommenden Gegner.

Am 1. Januar öffnet das Transferfenster. Welche personellen Neuerungen können die Fans erwarten?

Eisenhardt: Von den 24 Kaderspielern wollen wir keinen abgeben. Als Neuzugang ist ein 18-jähriger A-Junior im Gespräch (. . . der aber nur dann verpflichtet wird, falls ein Kaderspieler sich noch abmeldet/Anm. d. Red).

Nach der 14-wöchigen Winterpause beginnt die Rückrunde am 3. März. Weilheimer Auftaktgegner sind der Tabellensiebte TSV Bad Boll (H), der Fünfte FC Heiningen (A) und der Dreizehnte SC Geislingen (H). Mit wie vielen Punkten aus diesen Partien wäre es ein erfolgreicher Start für Sie?.

Eisenhardt: Mit allen neun.

Am 25. März wartet das Gipfeltreffen bei Spitzenreiter SF Dorfmerkingen. Bringt das Spiel die Vorentscheidung im Titelrennen?

Eisenhardt: Nein. Danach gibt es ja noch neun Spiele, in denen es um 27 Punkte geht. Es kann noch viel passieren.

Wäre ein Aufstieg in die Verbandsliga für Ihre Mannschaft erstrebenswert? Vereinsintern ist das Thema bekanntlich umstritten. Kritiker sagen: Die attraktiveren Gegner finden sich in der Landesliga.

Eisenhardt: Dafür warten in der Verbandsliga die schöneren Stadien – wenn ich nur an das in Albstadt denke. In erster Linie wäre ein Aufstieg aber aus sportlichen Gründen sinnvoll, weil sich unsere Mannschaft dann ja mit höherklassigen Spielern messen könnte.

Dafür fiele so manches reizvolle Lokalderby weg.

Eisenhardt: Ich bezweifle, ob zu einem Spiel gegen den VfL Pfullingen weniger Zuschauer kämen als zu einem Spiel gegen den TSV Köngen.

Skeptiker argumentieren: Falls es mit dem Weilheimer Aufstieg klappt, dann gäbe es nur eines – Augen zu und durch (die Verbandsliga). . . Sollte die Oberliga langfristig also das Weilheimer Ziel sein?

Eisenhardt: Man muss realistisch bleiben. Aus heutiger Sicht ist die Oberliga vom TSV Weilheim in keinster Weise zu realisieren. Man bräuchte völlig neue Strukturen, vielleicht auch bezahlte Kräfte. Die Verbandsliga ist die absolute Obergrenze. Doch bis zum Aufstieg in diese Liga ist es ein langer und schwerer Weg. Wer weiß, was im neuen Jahr in der Landesliga noch alles passieren wird. Das Gute ist, dass wir keinerlei Aufstiegsdruck haben. Natürlich würden wir gerne eine Spielklasse höher spielen, aber wenn es nicht klappt, ist es auch nicht schlimm.

Zum Schluss noch etwas Persönliches. Sie sind derzeit von Ihrem Arbeitgeber freigestellt und kümmern sich in Elternzeit zusammen mit Ihrer Ehefrau Simone um Söhnchen David (6 Monate). Wie viel Zeit bleibt da noch für Fußball?

Eisenhardt: Meine Frau weiß, wie viel ich in den Fußball investiere. Ohne sie könnte ich den Trainerjob nicht machen.

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