Lokalsport

Im Rübholz liegt der Aufstieg auf Eis

Ötlinger Fußballer haben sich „verzockt“

Erst Hochstimmung beim Teckbotenpokal, nur zwei Monate später Katzenjammer. Nach drei unverhofften Niederlagen in den ersten sechs Spielen der Kreisliga B drohen die Kicker des TSV Ötlingen das erklärte Aufstiegsziel frühzeitig aus den Augen zu verlieren.

Kirchheim. „Nach der letzten Heimniederlage gegen Tischardt haben wir das Thema Aufstieg auf Eis gelegt. Wir beschäftigen uns nicht mehr damit, denken nur noch von Spiel zu Spiel. Alles andere bringt uns nicht weiter“, sagt Spielleiter Marco Geißler.

Seit vier Jahren dümpelt der TSV mit zwei Mannschaften in der Sicherheitsliga. Um endlich wieder aufzusteigen, entschlossen sich die Verantwortlichen vor Saisonbeginn zu einem Kunstkniff: Die erste Garnitur wurde als „TSV Ötlingen II“ für die vermeintlich schwächere Staffel 5 gemeldet. Doch das Experiment ist vorerst gescheitert, das Unternehmen Aufstieg in weite Ferne gerückt. Die scheinbar stärkste TSV-Mannschaft hat gegen Beuren, Neuffen und zuletzt zu Hause gegen das viel schwächer eingeschätzte Tischardt schon neun Punkte liegen lassen. Zu allem Übel ziert die Erste, die in Wirklichkeit die Zweite ist, mit null Punkten das Tabellenende der Staffel 6. Warum?

„Ich glaube, sie haben die Gegner vollkommen unterschätzt“, meint Abteilungsleiterin Angelika Koch. „Andere Mannschaften können auch kicken. Die schlägt man nicht so einfach mit links.“ Marco Geißler moniert mangelhaftes Teamgefüge und den unbedingten Willen, das gesteckte Ziel zu erreichen. Ein Beispiel dafür: Kürzlich, an einem Freitag, wollte Trainer Dirk Heinemann kurzfristig eine zusätzliche Trainingseinheit ansetzen. Sie kam nicht zustande. Die Spieler waren nicht bereit dazu, gebrauchten Ausreden wie „Die Oma hat Geburtstag“.

„Manche nehmen die Sache nicht ernst genug. Vieles ist ihnen wichtiger als Fußballspielen“, bemängelt der Trainer. Nächster Beleg für seine Kritik: Für das Spiel am Sonntag in Linsenhofen haben sich beide Torhüter abgemeldet. Der eine macht den Bootsführerschein, der andere Urlaub. AH-Torwart Hardy Lötzke muss einspringen.

Der Karren scheint festgefahren, aber noch ist genügend Zeit, ihn wieder flottzumachen. Noch stehen 22 Spiele aus, in denen 66 Punkte gegen den Fehlstart zu holen sind. Eine offene Aussprache aller Beteiligten soll zur Trendwende führen. Bei der Teamsitzung gestern Abend war Klartext angesagt. Geißler: „Jeder ist aufgefordert, seine Meinung zu äußern.“

Wie üblich in solchen Situationen, gerät auch der Trainer in die Kritik. Das ist in der Kreisliga nicht anders als bei den Profis. Aber Angelika Koch stellt klar: „Der Trainer steht nicht zur Disposition. Vielmehr muss die Mannschaft in die Pflicht genommen werden.“ Dirk Heinemann selber hat die Lust noch nicht verloren: „Es macht Spaß, mit jungen Leuten zu arbeiten, die willig sind.“

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