Lokalsport

„Im Ziel war Freude pur“

Nach dem EM-Doppelschlag ist vor dem Abi – trotz des Sensationserfolgs in Polen will Vielseitigkeitstalent Johanna ­Zantop das Reiten nicht zum Beruf machen.

Der erste Start bei einem internationalen Titelkampf und gleich Doppel-Europameisterin. Hättest Du Dir das vorher träumen lassen?

Johanna Zantop: Davon geträumt habe ich schon, aber niemals daran gedacht, dass es auch in Erfüllung gehen könnte.

Wem, außer Dir selber, hast Du diesen Erfolg in erster Linie zu verdanken?

Zantop: Meinen Eltern, die mich immer unterstützen. Meiner Reitlehrerin Jutta Pöhlmann, die mich seit acht Jahren begleitet. Karin Hess-Müller in Schwäbisch Gmünd, der Züchterin meines Pferdes, bei der ich ein- bis zweimal im Monat Dressurtraining absolviere. Und natürlich meinem „Santana‘s Boy“, der immer mitkämpft und mich nie im Stich lässt.

Du hast das beste Dressurergebnis aller 77 EM-Teilnehmer erzielt. Hat Dich das für den weiteren Wettbewerb beflügelt oder mehr unter Druck gesetzt?

Zantop: Beides. Einerseits hat es Auftrieb gegeben. Andererseits hatte ich schon immer den Gedanken im Hinterkopf, dass noch etwas schiefgehen könnte. Vor allem nach dem Abwurf im Springen. Im Ziel ist die ganze Anspannung von mir abgefallen. Da war nur noch Freude pur.

Du gehst in Stuttgart zur Schule, betreibst Deinen Sport sehr intensiv. Freizeit wird klein geschrieben. Bist Du bereit, weiterhin so hohen Aufwand zu betreiben?

Zantop: Ja, ich mache so weiter. Zum Glück habe ich in der Schule keine Probleme. Die Noten waren gut, im Schnitt zehn Punkte, was etwa einer 2,2 entspricht. Ich komme jetzt in die Abschlussklasse und werde mich konzentriert auf das Abitur vorbereiten.

Hast Du vor, einmal Berufsreiterin zu werden?

Zantop: Nein, ich hätte Angst, dass mir das Reiten dann irgendwann keinen Spaß mehr macht. Ich will studieren und einen anderen Beruf ergreifen. Was, weiß ich noch nicht.

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