Lokalsport

In Boll wird nur 80 Minuten lang gespielt

Köngener erleidet Schien- und Wadenbeinbruch: Spielabbruch – Wortgeplänkel in Bonlanden – Calcio Echterdingen unterstreicht Favoritenrolle

Ein Schien- und Wadenbeinbruch hat in Bad Boll zu einem Spielabbruch geführt. Das nächste Wort hat der Württembergische Fußball-Verband.

Bad Boll/Bonlanden. Der TSV Bad Boll wähnte sich auf der Überholspur. Führte 2:1 gegen den TSV Köngen und hätte mit diesem Ergebnis den SV Ebersbach im Kampf um den Relegationsplatz in der Landesliga überholt. Doch dann machte eine schwere Verletzung in der 80. Minute einen (vorläufigen) Strich durch die Rechnung.

Nach einem langen Pass in die Boller Offensive kam es zu einem Pressschlag mit Nico Bräuning. Dabei brach sich der Köngener Jan Horeth Schien- und Wadenbein. Unter dem Eindruck dieses Zwischenfalls sah sich die geschockte Gästemannschaft nicht mehr in der Lage, weiterzuspielen. Die Partie wurde abgebrochen und ist nun ein Fall für die Spruchkammer.

Ein Malheur, wenn auch weit weniger schmerzhaft, war das 1:1 für Konkurrent Ebersbach in Dorfmerkingen. Die Filstäler hatten noch Glück dabei. Gegen die durch eine Gelb-Rote Karte geschwächten Platzherren glückte erst in allerletzter Minute durch Chris Baumgartner der Ausgleich. Mit einem Blick auf den restlichen Spielplan haben die Boller die besten Karten. Sowohl Ebersbach als auch Calcio müssen noch in den Erlengarten, wo die Trauben hoch hängen. Trainer Benjamin Geiger, mit seinen Mann seit neun Spielen ungeschlagen: „Wir genießen das, aber wir beschäftigen uns nicht mit irgendwelchen Gedanken an Meisterschaft oder Aufstieg.“

Spitzenreiter Calcio Echterdingen unterstrich eindrucksvoll seine Favoritenstellung. 20 Minuten konnte der Tabellenletzte SV Ebnat auf den Goldäckern mithalten, dann brach das Unheil in Form eines Torgewitters über ihn herein. Am Ende waren es sieben auf einen Streich. Dreimal traf der Ex-Weilheimer Fatih Özkahraman, mit seinem furchteinflößenden Vollbart das größte Schreckgespenst für die armen Ostälbler. Mit insgesamt 16 Treffern hat er sich dem führenden Daniel Zuljevic (19) aus Bad Boll an die Fersen geheftet.

So einen Knipser wie ihn könnte der TSV Weilheim gut gebrauchen. Man muss auf der Torjägerliste lange blättern, bis an 23. Stelle der erste „Rote“ auftaucht – André Kriks mit ganzen sechs Toren. Der fixe Stürmer rennt momentan seiner Form hinterher, wurde in Bonlanden ausgewechselt. Angeblich beschäftigt er sich zu sehr mit Wechselgedanken.

Vorne tote Hose, da müssen es wieder mal die Spieler richten, die eigentlich für das Tore verhindern zuständig sind. Beim 3:3, für Weilheimer Verhältnisse Tor-Sintflut, trafen Martin Kirschmann, Christoph Bauer und Daniel Heisig – samt und sonders Abwehrspieler.

Obwohl für den TSV die Runde so gut wie gelaufen ist, geben Mannschaft und Betreuerteam bis zum Schluss alles und noch mehr. Zu viel, meinten die Bonlandener. „Ich kann nicht verstehen, wieso die Leute von der Bank so aggressiv und lautstark ins Spiel eingreifen, wo es doch für sie um nichts mehr geht“, ereiferte sich Trainer Klaus Kämmerer. Sein Kollege Alexander Hübbe wurde vom Schiri verwarnt, als er einmal nach einem Foul gegen Kriks wild gestikulierend und laut schimpfend am Spielfeldrand seine Meinung kundtat.

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