Lokalsport

In Deutschland geboren, aber Fan von Italien

Straßenumfrage Was Passanten in Kirchheims City zum (Lokal-)Sport sagen.

Juan Belvis, 62: Ich bin Spanier, Fan von Real Madrid und des VfB Stuttgart. Ende der 1970er-Jahre kickte ich für den VfL Kirchheim in der zweiten Amateurliga. Nachdem Mannschaftsstars wie Hansi Kleitsch, Peter Kuch und Werner Hund den Verein verließen, stiegen wir in die Bezirksliga ab. Damals hatte ich ein Angebot vom höherklassigen FV Nürtingen, doch ich ging nicht weg. Fußball ist meine Nummer eins.

Anny Campert, 25: Früher hatte ich ein Poster von Mehmet Scholl im Kinderzimmer hängen - ich bin Fan des FC Bayern. Leider sind die Besten dort inzwischen weg - Kahn zum Beispiel. Philipp Lahm geht bald auch. Außer dem Verein interessiert mich sportlich nicht viel. Ich schaue nicht einmal Europa- und Weltmeisterschaften an. Weil ich gar keinen Fernseher besitze. Zum Bayern-Gucken gehe ich immer in eine Sky-Gaststätte.

Erhard Brunke, 76: Fußball ist meine Lieblingssportart. Samstags schaue ich meistens die Sportschau und das Aktuelle Sportstudio im Fernsehen an. Hertha BSC, SC Freiburg und der VfB Stuttgart sind die Vereine, die mir am sympathischsten sind. Den FC Bayern mag ich dagegen nicht, weil der die Konkurrenten immer wieder gezielt schwächt: Er kauft ihnen die Stars weg. Die Knights und Turmspringen mag ich auch.

Eva Rother, 63: Da Sie mich nach meinem Lieblingsverein fragen - es sind die TriAs Wernau, bei denen man schwimmen, Rad fahren und laufen kann. Seit fünf Jahren bin ich in dem Verein, der über 100 Mitglieder hat. Daneben bin ich Fan von Frisch Auf Göppingen. Vom großen Sport habe ich mich abgewendet, seit dem ganzen Dopinggelumpe. Früher schaute ich Tour de France und Jan Ullrich im Fernsehen. Heute nicht mehr.

Benedetto Savoca, 38: Ich bin in Deutschland geboren und jetzt Trainer des TSV Ötlingen, doch mein Herz schlägt weiterhin für die italienische Nationalmannschaft. Sportlich dreht sich bei mir alles um den Fußball. Auch bei meiner neunjährigen Tochter Gulia. Als sie jünger war, hat sie Tanzen und Turnen ausprobiert, doch in der Fußballschule des VfL Kirchheim ist sie hängen geblieben. Jetzt spielt sie bei den E-Juniorinnen.

Abeer Yasin, 27: Ich mache seit eineinhalb Jahren fast jeden Tag 45 Minuten Yoga - das entspannt und gibt mir ein gutes Gefühl. Yoga ist hart und ein echter Sport. So wie Bungee-Jumping. Ich will unbedingt mal einen Sprung machen. Als Syrerin, die als Asylbewerberin schon eine Weile in Dettingen lebt, hoffe ich, dass ich in Deutschland bleiben darf und später einmal eine Ausbildung zur Stewardess machen kann.Thomas Pfeiffer

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