Lokalsport

In Weilheim droht der Ausverkauf

Fußballszene Beim Landesligisten von der Limburg haben viele Spieler Abwanderungsgedanken.

Bad Boll. Frische Frühlingsgefühle überall, nur unter der Limburg herrscht dicke Luft. Beim Landesligaklub TSV Weilheim droht der große Ausverkauf. Eine Reihe von namhaften Spielern ist wie das Trainergespann Chris Eisenhardt/Danell Stumpe auf dem Sprung zu anderen Vereinen. Aus der heißen Gerüchteküche verlautet: Lenni Zaglauer zum FC Heiningen, Mike Tausch zum SV Göppingen, Tobias Heim zum TV Echterdingen, Georgios Natsis zum FC Esslingen, Christoph Bauer zur TSV Oberensingen, um nur einige Namen zu nennen.

Die Gründe für die zahlreichen Abwanderungsgedanken sind vielschichtig. Da mag die Enttäuschung über das Scheitern im Aufstiegsrennen mitspielen. Oder die Tatsache, dass noch keine neue Bezugsperson für die Spieler, sprich, der künftige Trainer, verpflichtet wurde. Auch der Umstand, dass mit den entscheidenden Spielern bisher nur vage und telefonisch über deren sportliche Zukunft gesprochen wurde, spielt eine Rolle. Schließlich möchte jeder rechtzeitig wissen, wie er sein Morgen planen kann. Und last but not least geht‘s um die Kohle.

Paul Schrievers, der junge neue Abteilungsleiter, ist sich der Problematik bewusst. „Die Spieler warten, wer Trainer wird“, meint er und versichert: „Das Thema wird sich zügig erledigen. Wir haben einige Kandidaten“. Allerdings ist zu befürchten, dass es bei einigen, die gehalten werden sollen, jetzt schon zu spät ist.

Tobias Heim ist einer der Kandidaten, der eine „Bauchentscheidung“, wie er sagt, treffen will. Er wohnt wie Chris Eisenhardt in Sielmingen und ist mit dem künftigen Echterdinger Trainer befreundet. Der Mittelfeldspieler war im Boller Erlengarten der Auslöser für den Knackpunkt des Spiels. In der 40. Minute bekam er Gelb für ein Foul. Pascal Hartmann mischte sich ein, schubste Heim und plötzlich ging mehr als eine Handvoll Spieler aufeinander los, bis ein Boller am Boden lag. Schiedsrichter Josifidis Fotis aus Onstmettingen verlor den Überblick. Er beriet sich lange mit Markus Diener, seinem Assistenten an der Seitenlinie. Dann hielt er drei weiteren Spielern die Gelbe Karte unter die Nase, Heim sogar zweimal. Und schließlich kramte er für Heim auch noch die Rote Karte aus der Gesäßtasche. Angeblich, weil er seinen Gegenspieler ins Gesicht geschlagen hat, was der Beschuldigte jedoch bestritt. Der Schiri war später noch so verwirrt, dass er irrtümlicherweise zweimal Rot für Weilheim und einen falschen Boller Torschützen zum 1:0 (Sebastian Aust statt Felix Hummel) in den Spielberichtsbogen eintrug.

SGEH mitten im Aufstiegsrennen

Hellwach dagegen die Spieler von der Berghalbinsel. Im ersten Bezirksligaheimspiel seit November rang die SGEH auf frisch geschnittenen Rasen die TSV Oberensingen 2:1 nieder und verschaffte sich damit eine glänzende Ausgangsposition im Kampf um den Relegationsplatz. „Der Sieg war eine Willenssache. Oberensingen ist in der zweiten Halbzeit pausenlos angerannt, aber wir hatten das Glück des Tüchtigen. Ein Unentschieden wäre nicht unverdient gewesen“, räumte Abteilungsleiter Sven Laderer ein.

Dass es am Donnerstag auf der Alb nun zum Gipfeltreffen mit dem 1. FC Donzdorf kommt, hat die SGEH auch dem TV Neidlingen zu verdanken, der dem Tabellenzweiten einen Punkt abknöpfte. „Es war ein richtig gutes Spiel“, befand TVN-Spielertrainer Patrick Kölle. Bis kurz vor Schluss lag bei einer 3:2-Führung sogar ein Heimsieg in der Luft. „Der Elfer zum 3:3 war unberechtigt“, meinte Kölle. „Aber unser Strafstoß zum 2:2 war auch keiner. So können wir mit dem Unentschieden gut leben.“

Hinter Spitzenreiter SC Geislingen drängen sich Donzdorf (53 Punkte), Oberensingen und SGEH (je 42), wobei die beiden Letztgenannten günstiger dastehen, weil Donzdorf ein Spiel mehr ausgetragen hat. Laderer: „So spannend war‘s schon lange nicht mehr in der Bezirksliga.“Klaus Schlütter

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