Lokalsport

Jenseits der Landesgrenze winkt die Herbstmeisterschaft

Fußball-Landesliga Bei einem Sieg in Neu-Ulm und Patzern der Konkurrenz könnte der TSV Weilheim am Sonntag die Tabellenspitze übernehmen. Von Klaus Schlütter

Nicht zu halten? Domenic Brück wird erneut mit seinem Ex-Verein Göppinger SV in Verbindung gebracht, zu dem der Weiheimer Mittel
Nicht zu halten? Domenic Brück wird erneut mit seinem Ex-Verein Göppinger SV in Verbindung gebracht, zu dem der Weiheimer Mittelfeldrenner im Winter angeblich zurückkehren soll. Foto: Peter Poller

Die Aufholjagd führt den Landesliga-Dritten TSV Weilheim im letzten Vorrundenspiel nach Bayern. Bei einem Sieg gegen Aufsteiger TSV Neu-Ulm winkt dem Eisenhardt-Team, seit acht Spielen ungeschlagen bei sechs Siegen und zwei Unentschieden, sogar der inoffizielle Titel des Herbstmeisters.

Damit dieser Fall eintritt, müssten Spitzenreiter TV Echterdingen (31 Punkte) in Bettringen und der Tabellenzweite SF Dorfmerkingen (30) in Nürtingen verlieren. Oder: Echterdingen verliert, Dorfmerkingen spielt unentschieden und Weilheim (28) gewinnt mit mindestens drei Toren Unterschied.

Mit solchen Zahlenspielen mag sich Chris Eisenhardt nicht befassen. „Auf den Titel eines Herbstmeisters lege ich keinen besonderen Wert. Wir befassen uns immer nur mit dem nächsten Spiel“, sagt der Trainer. Wohl wissend, dass nach dem Auftritt in Neu-Ulm bis zur Winterpause noch zwei schwere Hürden zu nehmen sind – bei den überraschend starken Wiederaufsteigern und punktgleichen Bettringern sowie zu Hause gegen Echterdingen.

Doch zunächst geht es auf die Bezirkssportanlage Muthenhölzle über die Landesgrenze. Die Platzherren warten seit fünf Spielen auf einen Sieg. Nicht zuletzt, weil Spielertrainer Ünal Demirkiran wegen einer Zerrung fehlte. Der 37-jährige Ex-Profi von Ulm, Aalen und Heidenheim ist der Leitwolf der Mannschaft. Kann er wieder spielen, erschwert das die Aufgabe des Teams um den Weilheimer Routinier Ferdi Er (35). Zumal Domenic Brück und Tobias Heim wohl verletzt zuschauen müssen.

Apropos Brück. Wiederholt wurde spekuliert, der Mittelfeldspieler würde in der Winterpause zu seinem Stammverein SV Göppingen zurückkehren, von dem er erst im Sommer gekommen war. Im Tausch käme dafür der Ex-Kirchheimer Nebih Kadrija an die Lindach. Das rasche Dementi von Eisenhardt: „Da ist nichts dran.“

Bei Göppingens Manager Uwe Bauer klingt das etwas anders. „Wir haben einige Verletzte und müssen etwas tun. Ob wir es realisieren können, ist eine andere Frage. In der Winterpause kosten Spieler bekanntlich Ablösesummen.“ Und speziell zu Brück: „Er ist ein sehr guter Spieler und wir schätzen ihn auch privat. Es hat mir wehgetan, als er uns verließ.“

Hinter dem Führungsquartett lauert der 1. FC Heiningen, morgen zu Gast beim jüngsten Weilheimer Opfer TSV Weilimdorf. „Ole!“ heißt das Zauberwort der Schwarz-Gelben, geschuldet ihren Verstärkungen von der iberischen Halbinsel. Die hohe Arbeitslosigkeit in Spanien hat drei talentierte Spieler nach Heiningen gezogen. „Die Jungs sehen das als Sprungbrett. Sie sind technisch hervorragend ausgebildet, fühlen sich pudelwohl und prägen unser Spiel“, sagt Geschäftsführer Edmund Funk. Salvador Estevez Hernandez (19) zählt mit bisher acht Treffern zu den Toptorschützen der Liga.

Die Transfers ermöglicht hat Carl-Friedrich Bischoff, ein Unternehmer aus Heiningen. Er hat in Spanien BWL studiert, ist mit einer Spanierin verheiratet und spricht die Sprache perfekt. Mit der Lizenz des Spielerberaters hat er dem TSV Waldstetten ebenfalls zwei Spieler aus der vierten spanischen Liga und vorher dem TSV Bad Boll Eric Llanes-Ona vermittelt, der als Spielmacher nicht mehr wegzudenken ist.

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