Lokalsport

Jesinger Triumph im Elfer-Drama

Vor 1 800 Zuschauern im Rübholz gewinnt der TSVJ mit 5:4 gegen den TV Neidlingen

Zwölf Jahre nach dem letzten Triumph hat der TSV Jesingen wieder den Teckbotenpokal gewonnen. Nach einem Elfmeterdrama vor 1 800 Zuschauern siegte das Team von Trainer Klaus Müller gestern Nachmittag 5:4 gegen den Kreisliga A-Konkurrenten TV Neidlingen.

Spielplan

Teckbotenpokal 2015
Teckbotenpokal 2015

 

Ein Jesinger blieb nach achtzigminütiger Hitzeschlacht im Elfmeterschießen eiskalt. Beim Stande von 4:4 beförderte Mittelfeldspieler Andreas Elsässer den Ball sicher zur 5:4-Führung ins Netz. Der nachfolgende Neidlinger Tim Mohoric scheiterte an Jesingens Torwart Florian Greiner – das 53. Teckbotenpokal-Finale war damit entschieden.

Jubilierende Jesinger herzten ihren Keeper, die fairen Verlierer aus Neidlingen nahmen sofort Kurs auf die Feiernden und gratulierten. Es war ein Finale, in dem beide Teams etwas für die Vereinshistorie hätten tun können. Der letzte Jesinger Triumph beim Teckbotenpokal datierte aus dem Jahr 2003 (1:0 im „Dettinger“ Finale gegen den TSV Holzmaden), der des TV Neidlingen sogar aus dem 1995 – damals, beim letzten im alten Wochenendmodus ausgetragenen Turnier in Weilheim, per Sieg just gegen den TSV Jesingen.

Begleitet von den Bambini-Kickern und den E-Junioren Mädchen des Gastgebers TSV Ötlingen waren die Finalteams auf den Platz marschiert und nach dem Anpfiff sah es zu Beginn der Partie recht gut für die Mannschaft von Spielertrainer Patrick Kölle aus.

Die Neidlinger agierten auf Augenhöhe, gingen nach 23 Minuten sogar in Führung. Offensivakteur Niko Waldherr behielt bei einem Gewirr im Strafraum die Übersicht und beförderte den Ball per platziertem Schuss aus kurzer Distanz zum 1:0 ins lange Eck. 300 Sekunden später war es bereits wieder vorbei mit den Glücksgefühlen auf Neidlinger Seite. Ein hoher Rückpass von TVN-Defensivakteur Markus Bäurle landete zum Entsetzen der rund 300 Neidlinger Fans im Publikum nicht in den Armen des Keepers, sondern segelte über den TVN-Schlussmann hinweg ins eigene Tor – eine ungewollte Slapstickeinlage sorgte für den zu diesem Zeitpunkt noch etwas glücklichen TSVJ-Ausgleich. In der Folgezeit waren die Jesinger allerdings in der zunehmend tempoarmen Finalpartie die bessere Mannschaft, waren mehrmals nahe dran am 2:1. Doch die Hitze forderte Tribut, Kraft und Kondition ließen auf beiden Seiten nach.

Der Schlusspfiff von Schiedsrichter Soner Celkin, der in Neidlingen wohnt und für den TSVJ pfeift, nach dem letzten Elfmeter war schließlich der Anpfiff für einen Jesinger Feiermarathon. In der „dritten Halbzeit“ waren die neuen Cupsieger als Nachfolger von Vorjahressieger TSV Weilheim schon wieder sichtlich zu Kräften gekommen. Im Ötlinger Festzelt ließ das Team von Trainer Klaus Müller Ausdauer beim Feiern und auch die dazu gehörige Stimmgewalt erkennen. Die Jesinger avancierten minutenlang zu den maßgeblichen gesanglichen Unterhaltern – ein Dutzend Jahre hatten sie schließlich auf diesen Triumph warten müssen.

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