Lokalsport

Jetzt haben die Jugendlichen das Wort

Bikepark Nach dem Scheitern des Vereins-projekts nimmt die Stadt selbst das Heft in die Hand. Am Montag in der Linde können Schüler mitreden. Von Bernd Köble

Der verwaiste Bikepark aus der Vogelperspektive. Auf den Erdhügeln zwischen Startrampe (am unteren Bildrand) und Geräteschuppen
Der verwaiste Bikepark aus der Vogelperspektive. Auf den Erdhügeln zwischen Startrampe (am unteren Bildrand) und Geräteschuppen wächst längst das Unkraut.Foto: Carsten Riedl

Neuer Versuch, neuer Ansatz, neue Hoffnung - die Stadt Kirchheim will dem Bikepark in der Jesinger Halde eine zweite Chance geben. Nach dem endgültigen Rückzug des Vereins Radsport Kirchheim im August galt das Projekt als gescheitert. Jetzt möchte die Stadt das knapp 60 Ar große Grundstück, das ihr gehört und das inzwischen einer Wildnis gleicht, in eigener Regie betreiben. Mit Unterstützung von Kirchheimer Schülerinnen und Schülern, die schon am Montag bei einer gemeinsamen Veranstaltung im Mehrgenerationenhaus Linde Gelegenheit zum Mitreden bekommen sollen. Die Verwaltung hat an allen Kirchheimer Schulen Einladungen verteilt und hofft nun, dass sich möglichst viele an der Diskussion beteiligen.

Anzeige

Aus Fehlern lernen - das gilt auch für die Stadt. Das Konzept, den Bikepark in Partnerschaft mit einem Verein als Betreiber zu bauen, hat sich als Fehlgriff erwiesen. Persönliche Animositäten, unterschiedliche Interessen, Lebensgefühl und Freiheit hier, geschlossene Gesellschaft dort - das alles hat nicht funktioniert. Die Hürde, Mitglied im Verein zu werden, sich an starre Öffnungszeiten zu halten, war vielen Jugendlichen zudem zu hoch. Das musste im Nachhi­nein auch Kirchheims Bürgermeister Günter Riemer einsehen, der das Gelände hinter dem Schlossgymnasium nun für jeden frei zugänglich machen will. Vergleichbar mit einem Spielplatz, auf dem die Stadt hin und wieder nach dem Rechten schaut.

Viele weichen nach Weilheim aus

Dass das Interesse am Bikepark nach wie vor groß ist, glaubt auch Günter Riemer. „Wir wissen, dass viele unserer Schüler nach Reudern oder Weilheim ausweichen.“ Auch unter radsportbegeisterten Lehrern wie am Schlossgymnasium gebe es durchaus Bereitschaft, die Anlage mit Klassen zu nutzen. Welche Erwartungen damit verbunden sind und wie groß die Bereitschaft der Kinder und Jugendlichen ist, sich nicht nur an der Diskussion zu beteiligen, sondern gegebenenfalls auch mit anzupacken, soll der Abend am Montag in der Linde zeigen.

Die Veranstaltung stützt sich auf das Projekt „Be Part“, das erst im Februar dieses Jahres als neue Beteiligungsform für Jugendliche geschaffen wurde, wenn es um kommunalpolitische Themen geht, die sie betreffen. Jetzt also die Chance, in Sachen Bikepark die Dinge mitzugestalten und zu zeigen, dass es doch geht. Unzählige Eröffnungstermine und Fristen sind seit dem Spatenstich im November vor vier Jahren ergebnislos verstrichen. Günter Riemer ist guter Hoffnung, dass die Sache diesmal läuft: „Unser Ziel ist, im Frühjahr die Anlage in Betrieb zu nehmen.“