Lokalsport

Kalte Dusche in der Einsinger Sauna

WFV-Pokal Landesligist TSV Weilheim musste am Samstagabend bei der verdienten 0:2-Niederlage im Erstrundenspiel bei Türkgücü Ulm allerlei Strapazen Tribut zollen. Von Reimund Elbe

Akku leer: Auch Trinkpausen vermochten die Kräfte der Weilheimer Kicker in Ulm nicht mehr auffrischen. Foto: Reimund Elbe
Akku leer: Auch Trinkpausen vermochten die Kräfte der Weilheimer Kicker in Ulm nicht mehr auffrischen. Foto: Reimund Elbe

An Tagen wie diesen, wünscht man sich keine Unendlichkeit. Wenn die Weilheimer Kicker in ein paar Jahren die Geschichte vom 4. August 2018 Revue passieren lassen sollten, dürften selbst dann noch Schweißausbrüche garantiert sein. Was vor und während dieses WFV-Pokalspiels bei Türkgücü Ulm so alles schief lief, war denkwürdig: Spielverlegungswunsch vom Gegner abgeschlagen, zwei Partien bei Gluthitze am Mittag beim Teckbotenpokal absolviert, Schwüle und rund 35 Grad auch beim Anpfiff in Einsingen, ein verschossener Elfmeter beim Stand von 0:0, zwei Gegentreffer, die den Abschied aus dem Cup besiegelten - viele kalten Duschen in der Einsinger Sauna.

„Es war für den Kopf einfach brutal schwer heute“, zeigte Weilheims Trainer Benjamin Geiger trotz des Pokalflops Verständnis für sein Team. In der Tat wollten die Weilheimer, aber sie konnten einfach nicht. Dass Biran Darboe nach vier Minuten einen (berechtigten) Handelfmeter vergab, war erstes Indiz für die Kraftlosigkeit des Teams hinsichtlich Physis und Psyche. Ulms Keeper Ufuk Aras ahnte die Ecke, wehrte den Flachschuss problemlos ab und ließ sich von den SC-Sympathisanten feiern. „Danach ging es nur noch darum, das Spiel irgendwie zu überstehen“, blickte Geiger zurück. Zumal der Bezirksligist, vergangene Saison dem Abstieg nur knapp entronnen, immer mutiger wurde. Die Treffer von Anil Dikmen vor der Pause waren Lohn für die einen, Quittung für die anderen.

Das Weilheimer Unheil nahm im Laufe der Partie nicht nur wegen der Gegentore und den weiteren Unpässlichkeiten seinen Lauf. Neuzugang Simon Kottmann musste nach 26 Minuten wegen Oberschenkelproblemen vom Feld, der bis dahin beste Weilheimer Biran Darboe folgte zehn Minuten später. „Irgendwie hatten eigentlich alle Probleme“, sagte Geiger, Keeper Schmidt klagte nach Spielende gar über Übelkeit.

Aber auch Türkgücü hatte unter den Saunabedingungen zu leiden. Sinnbildlich das Fazit des Innenverteidigers Hikmet Turan nach einem verlorenen Laufduell. „Irgendwann bist du bei dem Wetter eben platt“, raunte der Ulmer Kicker - Zwischenrufe, die den SC-Coach etwas nervten. „Wir müssen uns auf dem Platz noch mehr auf das Wesentliche konzentrieren“, sagte Ali Kanik, der seit zehn Jahren im Verein aktiv ist, schon als Spieler bei den Landesligaauftritten des kleinen Ulmer Klubs dabei war. „Aber natürlich sind wir sehr glücklich, dass wir kommenden Samstag mit Essingen nun ein Verbandsliga-Topteam bei uns zu Gast haben“, lautete der Ausblick des 38-Jährigen auf die zweite Pokalrunde. Die Essinger lösten ebenso am Samstag per 2:0 bei den SF Dorfmerkingen das Ticket.

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