Lokalsport

Kampfansagen und viel Mathematik

Fußballszene Landesligist TSV Weilheim und Bezirksligist VfL Kirchheim wittern Morgenluft.

Weilheim. Optimisten in Weilheim bekommen wieder reichlich Beschäftigung. Am vergangenen Freitag hat sich die Ausgangslage des Fußball-Landesligisten TSVW im Kampf um den Relegationsplatz nämlich nicht unerheblich verbessert. Den auf drei Zähler reduzierten Rückstand auf den Tabellenzweiten FC Heiningen hat Weilheims Trainer Christopher Eisenhardt wohlwollend zur Kenntnis genommen. „Es wird wieder spannender im Rennen um Platz zwei“, sagte der Ex-Oberligaakteur im Nachklapp zur eigenen, überzeugenden Punktesammelaktion (3:0) in Köngen. „Besonders imponiert hat mir, dass sich die Mannschaft nicht durch die Köngener, die in der Anfangsphase massiv unseren Spielfluss mit allen Mitteln stoppen wollten, aus der Ruhe hat bringen lassen“, lobte der Coach sein Team.

Die neue erweckte Hoffnung für eine zweite Verbandsliga-Relegationsteilnahme nach 2015 will der Trainer freilich nicht befeuern. „Heiningen kann schon morgen im vorgezogenen Spiel gegen Köngen wieder vorlegen“, betont Eisenhardt, zudem hätten die Heininger das bessere Torverhältnis. „Deshalb ist es wichtig, dass wir uns nicht aus der Spur bringen lassen und weiter alles abrufen“, lautet Eisenhardts versteckte Kampfansage gen Konkurrenz.

Die Maximalpunktzahl von 15 aus den restlichen fünf Partien dürfte wohl als Basis nötig sein, um dem FCH das Relegationsticket zu entwerten. Im Göppinger Vorort war die Laune nach dem 4:4 in Ebersbach nicht die beste. Der einstige VfL-Kicker Thomas Scheuring, Kapitän des SV Ebersbach, entledigte mit einem Gewaltschuss kurz zum Ausgleich kurz vor dem Abpfiff den SVE der meisten Abstiegssorgen. Für einen Saisonrekord sorgte derweil in diesem „Wahnsinnsspiel“ (Ebersbachs Trainer Dinko Radojevic) Ex-Profi Benjamin Kern. Der Heininger verwandelte drei Freistöße direkt.

Ärgerlich ist für den FC Heiningen der Nicht-Sieg auch deshalb, weil sich Spitzenreiter SF Dorfmerkingen in Blaustein (0:2) eine Auszeit nahm. Im Landesliga-Abstiegskampf bot nicht nur der TSV Blaustein Bemerkenswertes, sondern auch der FV 09 Nürtingen. In Unterzahl machte das Team von Daniel Teufel gegen die SG Bettringen aus einem 0:2 ein 2:2. Den Punkt rettete Kapitän Oliver Scherb kurz vor Schluss.

VfL nur noch sechs Punkte zurück

In der Bezirksliga boten nicht nur der VfL Kirchheim (5:3 gegen Deizisau) und die SGEH (2:1 in Neuhausen) Erwähnenswertes. An der Ligaspitze treten nämlich Tabellenführer FC Frickenhausen und Verfolger SGM T/T Göppingen seit zwei Spieltagen derart auf der Stelle, dass der Tabellendritte VfL Kirchheim urplötzlich doch noch den Hauch einer Chance zumindest auf Relegationsplatz zwei verspürt. „Fußball ist keine Mathematik“, relativiert Kirchheims Spielertrainer Markus Schweizer angesichts des auf sechs Punkte geschrumpften Rückstands auf die Göppinger, „aber wenn wir unsere Minimalchance nutzen wollen, müssen wir bereits kommenden Sonntag bei der TSV Oberensingen gewinnen und anschließend gegen Göppingen.“

In Frickenhausen wird derweil durchaus gerechnet. „Die Niederlage gegen total defensive Donzdorfer tut weh“, sagte FCF-Pressemann Werner Schmid, „wir haben durch das 0:1 in der siebten Minute der Nachspielzeit eine große Chance vergeben, die Meisterschaft vorzeitig klar zu machen.“ Zumal Verfolger Göppingen mit einem unfassbaren 1:6 gegen Oberensingen aus der Rolle fiel.

Gemütlich ließen dagegen die Fußballer der SGEH den Spieltag ausklingen. Beim abschließenden Essen im heimischen Sportheim fiel das Speisen freilich schwer. „Wir waren alle platt“, bekannte SGEH-Kapitän Marc Weger, „das Spiel in Neuhausen war eins der sehr intensiven Sorte.“ Die Partie brachte freilich Punkte satt, und der SGEH schon ein wenig mehr Planungssicherheit für eine weitere Bezirksligasaison.Reimund Elbe

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