Lokalsport

Kein Pfeifen im Waldheim

Deutliche Worte beim Staffeltag der Fußball-Kreisligisten in Nürtingen

Beim Staffeltag der Fußball-Kreisligisten wurde am Samstag Klartext geredet. Im Waldheim herrschte dicke Luft – gleich im doppelten Sinne.

Nürtingen. Der Bezirksvorsitzende Karl Stradinger zeigte bei gefühlten 30 Grad Saalt-Temperatur im Nürtinger Waldheim gleich zu Beginn mal kurz, wer Chef im Ring ist. In bemerkenswerter Form tadelte der Kicker-Boss vor den rund 60 Vereinsvertretern den Schiedsrichter-Obmann des Bezirks, Harald Kuhn. Letztgenannter hatte mit seinem, vor der samstäglichen Tagung, digital an die Vereine versandten Rechenschaftsbericht für viel Wirbel und Unmut in den Clubs gesorgt und auch nach Meinung Stradingers zu sehr vom Leder gezogen.

Der Neckartailfinger Kuhn kritisierte in drastischer Weise die lokalen Vereine schwer, warf den Funktionären in einem Rundumschlag unter anderem fehlendes Engagement in der Schiedsrichtergewinnung und fehlenden Respekt vor. Seine Zeilen endeten mit der Hypothese, dass der Spielbetrieb in einigen Bereichen massiv gefährdet sei. „Drohungen und Panikmache helfen uns nicht weiter“, watschte Stradinger seinen obersten Unparteiischen öffentlich verbal ab, was jener beim Staffeltag mit saurer Miene und unüberhörbarem Durchatmen quittierte - Reizklima bei tropischen Temperaturen.

Auch Bezirksspielleiter Bernd Schraitle reihte sich in die Reihe der Rüffler ein. „Die Spielbögen spotten teils jeder Beschreibung“, klagte der Beurener, „oft sind diese von den Vereinsvertretern nur unvollständig ausgefüllt“. 199 Mannschaften werden laut Schraitle Ende August im Bezirk bei den Aktiven am Start sein, damit liege man im Schnitt, „der sich immer um die 200 Teams bewegt“. Und auch Stradinger wurde selbst gerüffelt – vom Vizepräsidenten des Württembergischen Fußballverbandes. Zwar würden die Vereine im Bezirk Neckar-Fils schon 83 Prozent ihrer Spielerpass-Anträge online abwickeln, „doch das ist dem WFV immer noch zu wenig“, wie der Bezirksvorsitzende sarkastisch anmerkte. Er munterte die Staffeltagbesucher auf, für noch bessere Zahlen zu sorgen.

In der Kreisliga A2 wird ein Sechszehnerfeld an den Start gehen. „Es gibt deshalb einen verschärften Abstieg mit vier Direktabsteigern“, gab Staffelleiter Stefan Cserny bekannt. Mit dem VfL Kirchheim kickt erstmals in der Geschichte in jener Staffel ein ehemaliger Regionalligist. In den Kreisligen B4,B5 und B6 ist jeweils ein Vierzehnerfeld versammelt. Ganz neu dabei sind die Spvgg Germania Schlaitdorf II (B4), der TSV Neckartailfingen III (B5) und die TG Kirchheim II (B6). Die Kreisliga A-Absteiger wurden der Staffel B4 (TSV Neckartenzlingen), B5 (VfB Neuffen) und der B6 (TSV Weilheim II) zugeschlagen. Die Runde beginnt am 28. August und endet am 5. Juni 2016.

Mit großer Mehrheit plädierten die Vereinsvertreter dafür, nicht am Pfingstsamstag (14. Mai), sondern bereits am Donnerstag zuvor spielen zu lassen. „Wir wollen damit dem letzten Bundesliga-Spieltag aus dem Weg gehen“, erklärte Stefan Cserny. Im Mai hatte die zeitgleiche Austragung des letzten Bundesliga-Spieltags und der Ligen im Bezirk Neckar/Fils lokale Clubs viele Zuschauer gekostet. In der Relegation hat der B5-Vertreter diesmal ein Freilos, bei den A-Ligisten das Team aus der A2.

Lob gab es doch noch ein wenig bei der Staffeltag-Premiere im großen Saal der SpV 05 Nürtingen, die erstmals nach dem Verzicht der TG Kirchheim das Treffen ausrichtete. „Die Cserny-Brüder machen einen tollen Job“, urteilte Karl Stradinger. Die große Runde war offenbar ähnlicher Ansicht und wählte Stefan Cserny (A2, B6) und Rudolf Cserny (B4, B5) einstimmig als Staffelleiter wieder. Die Ausrichtung des nächsten Kreisliga-Staffeltag wurde, nach einstimmigem Votum, erneut an die SpV 05 Nürtingen vergeben.

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