Lokalsport

Kein Tag für Überflieger

Kreisligafußball Die größte Überraschung des gestrigen Spieltags gelingt der zweiten Mannschaft des TSV Oberlenningen in der B-Staffel 5. Von Reimund Elbe

Geteiltes Leid ist halbes Leid: Der TSV Jesingen und der SV Nabern trennten sich 1:1. Foto: Genio Silviani
Geteiltes Leid ist halbes Leid: Der TSV Jesingen und der SV Nabern trennten sich 1:1. Foto: Genio Silviani

Sie schlagen sich durchaus passabel in der Kreisliga B, Staffel 5, doch jetzt stehen sie einmal richtig im Rampenlicht: Die „Zweite“ des TSV Oberlenningen sorgte gestern mit einem 1:1 beim vermeintlich unverwundbaren Tabellenführer TSV Linsenhofen für eine faustdicke Überraschung. Zuvor hatte der TSVL alle neun Partien meist eindeutig gewonnen.

Für TSVO-Spielertrainer Hamit Geckin fühlte sich das Remis fast wie ein Sieg an. „Kämpferisch war es unsere beste Saisonleistung, seit etwa drei Wochen geht es bei uns in Sachen Ergebnisse aufwärts“, erklärte der kickende Coach nach dem ersten Remis in dieser Runde, gleichbedeutend mit dem zehnten Punkt. Geckin („der Ball wurde noch in der Mauer abgefälscht“) höchstpersönlich traf nach 18 Minuten per Freistoß zum 1:0. Gefeiert wurde des Weiteren TSVO-Torwart Muzaffer Bayram, der per Glanzparade Sekunden vor Schluss das Remis rettete.

Unentschieden spielte in der Kreisliga B6 auch der TSV Ötlingen - der ist dort freilich Spitzenreiter und erreichte beim Verfolger in Beuren im Liga-Topspiel ein 2:2 - was TSVÖ-Trainer Benedetto Savoca weder froh noch traurig stimmte. „Einerseits beträgt der Abstand auf Beuren dadurch weiterhin fünf Zähler“, rechnete der Coach vor, „andererseits führten wir zweimal und verschossen zudem einen Elfmeter.“ Übermorgen bekommen es die Ötlinger mit der SG Neuffen/Linsenhofen zu tun.

Der durch das Ötlinger Remis Morgenluft witternde Verfolger TG Kirchheim (gestern souveränes 8:1 gegen die SGEH II) spielt beim TV Neidlingen II.

Kurios: Nicht nur Ötlinger und Linsenhofener ließen in dieser Saison erstmals Punkte liegen, sondern auch Kreisliga A-Überflieger TSV Grafenberg. „Dessen 2:2 gegen Bempflingen kam bei uns natürlich gut an“, frohlockt Catania-Spielertrainer Michel Forzano, „andererseits haben wir es selbst am Mittwoch mit den unberechenbaren Bempflingern zu tun.“ Die Kirchheimer lösten ihren Heimjob gegen Germania Schlaitdorf weitgehend problemlos 2:0. Für den bis zum Ende der Winterpause verletzungsbedingt ausfallenden Carmelo Trumino spielte Nick Wongkaew in der Sturmspitze. „Wir müssen in Bempflingen gewinnen“, fordert Forzano angesichts des bereits vier Tage da­rauf folgenden Hits in Grafenberg. Deren Vorsprung (jetzt 31 Punkte) ist um zwei Zähler geschmolzen. Nicht nur auf Catania (aktuell 29), sondern auch auf die Dettinger Sportfreunde (26 Zähler nach dem 6:1 gegen Unterlenningen).

Die SFD spielen übermorgen auf dem Oberen Wasen gegen einen SV Nabern, der gestern in Jesingen den dritten Punkt in der laufenden Runde ergatterte. „Bis auf Tim Sternemann, der nach seiner erneuten Verletzung bis zur Winterpause fehlen wird, haben wir gegen Dettingen den kompletten Kader zur Verfügung“, berichtet Naberns Trainer Marcel Geismann. „Wenn bei uns Tim Sternemann fehlt, ist es etwa so, als ob in Dettingen Torjäger Tim Lämmle ausfällt“, zieht Geismann den Vergleich zur Bedeutung des Goalgetters. Respekt vor den SFD? „Ja, das haben wir“, gesteht der SVN-Trainer, „aber wir werden uns sicher nicht in die Abwehr stellen und mit Angst agieren.“

Der TSV Jesingen ist weiter auf der Suche nach Konstanz. Immerhin hat das Team von Stefan Haußmann gestern mit dem 1:1 gegen Nabern die niederlagenlose Serie nach dem 0:10-Desaster in Weilheim auf drei Partien und sieben erreichte Punkte geschraubt. Am Mittwoch kicken die Jesinger in Schlaitdorf.

Unterlenninger in Personalnot

Langsam ungemütlich wird die Lage für den TV Unterlenningen, nach der 1:6-Niederlage in Dettingen auf einen Abstiegsplatz gerutscht. „Wir sind personell extrem gebeutelt, umso wichtiger ist es, dass wir nach vier Niederlagen am Stück am Mittwoch gegen Nürtingen endlich wieder gewinnen“, sagt Schmohl, „notfalls reaktivieren wir Spieler.“ Am Mittwoch ab 14.30 Uhr soll trotz dieser Vorzeichen die Trendwende eingeleitet werden.

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