Lokalsport

Kein Zittern wie im Vorjahr

Volleyball: TTV-Frauen vor Regionalligastart

In ihrer zweiten Regionalliga-Saison wollen die Dettinger Volleyballerinnen realisieren, was sie 2014/15 verpassten: den Klassenerhalt.

Dettingen. Mit vorsichtigem Optimismus, die Regionalliga Süd im zweiten Anlauf stemmen zu können, starten die Dettinger Volleyballerinnen am Samstag in einer Woche in die neue Spielzeit 2016/17. „Die Mannschaft ist mit den drei Neuzugängen stärker geworden“, glaubt Trainer Roland Hunger, der die von der TG Nürtingen transferierten Ulla Zimmermann (Außenangreiferin), Sina Nerstel (Libera) und Michaela Celeryn (Diagonal- und Außenspielerin) als echte Verstärkungen einstuft. Die Einschätzung, dass die Mannschaft als Aufsteiger ein potenzieller Abstiegskandidat sei, teilt er nicht. Seine Spielerinnen seien gegenüber der Abstiegssaison 2014/15 reifer und erfahrener geworden.

Damals hatten sie sich nach einem Jahr aus der Regionalliga gleich wieder verabschieden müssen – die vielen unglücklichen Niederlagen in der Saisonendphase waren Hungers schwerste Zeit als TTV-Trainer überhaupt. Doch spätestens seit dem umgehend geglückten Wiederaufstieg kann der 63-jährige Ruheständler wieder ganz entspannt zwei oder drei Mal pro Woche die 22 Autokilometer von seinem Wohnort Aichtal zur Dettinger Sporthalle in Angriff nehmen. Das Volleyballball-Coaching macht ihm (wieder) Spaß und füllt den Großteil der Zeit, die er in den Sportbereich investiert. Modellflieger ist er auch noch.

In der neuen Saison kann Hunger auf einen 13 Frauen starken Kader zurückgreifen, zu dem Heidi Kuhr nach überstandenem Kreuzbandriss wieder zählt und Kerstin Schröder vorerst nicht mehr: Krankheitsbedingt wird sie vermutlich bis Saisonende fehlen. Trotzdem sind sie in Dettingen guten Muts, den Klassenerhalt am Schlussspieltag 1. April 2017 in der Tasche zu haben, auch wenn die genaue Absteigerzahl (zwei mindestens) fürs Erste ungeklärt ist.

Wer für die Rolle des Saure-Apfel-Beissers infrage kommt, ist selbst für Szenenkenner wie Hunger schwer einzuschätzen. Saisonprognosen von ihm kommen nur im dick unterstrichenen Konjunktiv, „weil man vor Saisonstart ja nie genau weiß, welche Mannschaft mit welchen Spielerinnen auflaufen wird. Insofern sind die genauen Spielstärken schwer einzuschätzen“. TSV G.A Stuttgart, VfR Umkirch, SVK Beiertheim und den reinen Frauensportverein Tübinger Modell schwanen Hunger als mögliche Platz-1-Kandidaten, die Mitaufsteiger VSG Ettlingen/Rüppurr und VfB Mosbach-Waldstadt als Clubs, die wie der TTV Punkte gegen den Abstieg sammeln müssen.

Die Wochen der Vorbereitung auf Dettingens zweite Regionalliga-Spielzeit seit der Abteilungsgründung 1981 sind fast vorbei. Nächsten Samstag folgt der erste Ernstfall. Der heißt TG Biberach, gastiert ab 20 Uhr in der Dettinger Sporthalle und zählt zu jenen Teams, die tendenziell dem Tabellenkeller zugerechnet werden müssen. Im Auftaktspiel musste das Team, das wegen der Abgänge von sechs Spielerinnen keine Drittliga-Lizenz mehr beantragt hatte und jetzt freiwillig in die Regionalliga abstieg, gegen den SV Fellbach eine bittere 0:3-Niederlage schlucken.

Soll das erklärte Saisonziel von TTV-Abteilungsleiter Wolfgang Babinger aufgehen („Platz fünf, sechs oder sieben“), sollten gegen das erste Schlusslicht der Saison unbedingt drei Punkte her.

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