Lokalsport

Keine Angst vorm Titelschreck

Fußball-Bezirksligist VfL Kirchheim rechnet sich in Berkheim etwas aus

Neuer Spieltag, alte Leier: Fußball-Bezirksligist VfL Kirchheim ist auch morgen wieder zum Siegen verdammt. Dem 3:1 über den Nachbarn aus Wendlingen soll ein Auswärtstriumph beim TSV Berkheim folgen, der nach dem Favoritensturz gegen Tabellenführer Nürtingen vor Selbstvertrauen strotzt.

Es darf gejubelt werden: So wie zuletzt gegen Wendlingen, hoffen die Kirchheimer Bezirksligafußballer auch am Sonntag in Berkhei
Es darf gejubelt werden: So wie zuletzt gegen Wendlingen, hoffen die Kirchheimer Bezirksligafußballer auch am Sonntag in Berkheim wieder auf einen Grund zum Feiern. Foto: Markus Brändli

Kirchheim. Es ist für viele immer noch schwer zu glauben, wie tief der einstige Höhenflieger VfL Kirchheim gefallen ist. Besonders ausgeprägt scheint dies beim morgigen Kirchheimer Gegner der Fall zu sein. Auf der Homepage des TSV Berkheim ist ein Bezirksliga-Spiel gegen den „VfL Kirchheim II“ angekündigt – es ist zweifellos die erste und einzige aktive Mannschaft der Kirchheimer, die morgen ab 15 Uhr an der Jakobstraße gegen den derzeitigen Tabellenachten antritt.

Die Berkheimer treten mit dem Selbstbewusstsein an, den Tabellenführer klar in die Schranken verwiesen zu haben. Das 3:1 des Titelschrecks vergangenen Sonntag über Spitzenreiter FV 09 Nürtingen ist eine Empfehlung der besonderen Art. „Dieser Sieg nützt nur etwas, wenn wir diese Leistung auch gegen Kirchheim abrufen“, weiß TSVB-Trainer Florian Müller.

Sein Widerpart Markus Schweizer ist alles andere als ein Träumer – auch nicht nach dem erfreulichen Verlauf der Partie gegen den TSV Wendlingen. „Die nächsten Spiele werden happig“, schwant dem agilen VfL-Spielertrainer nichts Angenehmes. „Klar haben die Berkheimer den Tabellenführer geschlagen, doch wenn die Einstellung stimmt, ist auch dort ein Sieg möglich“, zeigt sich Schweizer sicher, „dass es eine harte Geschichte wird“, aber ein Happy End nicht ausgeschlossen ist. Schweizer gehört außerdem zu jenen Zeitgenossen, die den Standardspruch, „dass man nur auf sich und nicht auf andere schaut“, noch nicht verinnerlicht haben. „Natürlich verfolge ich sehr genau auf das, was in den oberen Ligen passiert, es könnte ja Auswirkungen auf die unteren Ligen haben“, weiß er.

So hat der VfL-Spielertrainer mit Wohlwollen registriert, dass der einstige VfL-Oberliga-Rivale Normannia Gmünd in der Verbandsliga einen Riesenschritt Richtung Klassenverbleib geschafft hat. So dürfte es keinen Absteiger in die Landesliga, Staffel 2, geben, somit muss in dieser Liga eine Mannschaft weniger runter – der Viertletzte der Bezirksliga Neckar/Fils könnte einer der Profiteure sein – hier schließt sich der Kreis für den VfL. Schweizer: „Wir müssen in Berkheim gewinnen. Punkt.“

Der größte Rivale im Kampf um den womöglich zur Relegation berechtigenden Tabellenplatz 13 hat morgen Heimrecht. Der Tabellenvorletzte FTSV Kuchen bekommt es mit dem VfB Reichenbach zu tun, der momentan Siebter ist.

Bleibt noch der Blick auf den Titelkampf, verbunden mit der Feststellung, dass im Rennen um den Landesliga-Direktaufstieg sozusagen die Stunde null angebrochen ist: Spitzenreiter FV 09 Nürtingen und Verfolger FC Donzdorf haben nicht nur dieselbe Punktzahl (54), sondern auch ­exakt dieselbe Spielbilanz (17 Siege, kein Unentschieden, sieben Niederlagen). Lediglich das bessere Torverhältnis spricht aktuell für die Nürtinger. Der FV 09 trifft auf den TV Nellingen, der FC Donzdorf muss beim TSV RSK Esslingen ran. „Wir haben zwar gegen Kuchen gewonnen, aber die Partie war eine Katastrophe“, betont Donzdorfs Pressewart Jürgen Nitsche. Kein Zweifel, dass die FCD-Verantwortlichen ein Leistungsplus von ihren Kickern erwarten.

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