Lokalsport

Keine Flüge an Himmelfahrt

Hahnweide: Stefanie Mühl überrascht alle – Karow-Team emttäuscht

Dienstag und Mittwoch war Flugtag, der gestrige Donnerstag nicht: An Himmelfahrt blieben alle Segelflugzeuge am Boden. Heute ist der vorletzte Tag beim 49. internationalen Hahnweide-Wettbewerb.

Kirchheim. Stefanie Mühl, einzige Pilotin der 15-m-Klasse, flog an die Spitze der Wertung. Mit zwei Podiumsplatzierungen und über 200 Punkten Vorsprung hielt die Ärztin aus Regensburg die internationale Männer-Konkurrenz auf Distanz und geht in die zwei Schlusstage des 49. Hahnweide-Wettbewerbs mit sehr guten Aussichten.

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Nach einem Ruhetag am Montag war der Wettergott den 121 Teilnehmern am Dienstag wieder wohl gesonnen. Das zur Verfügung stehende günstige Wetterfenster nutzte das Organisationsteam um Sportwart Rainer Rauch aus und schickte die Piloten auf flache Dreiecke mit bis zu 323 km entlang der Schwäbischen Alb.

Mit beständigen Tagesleistungen und einem dritten Tagesplatz gelang Stefanie Mühl der Sprung an die Tabellenspitze in der Rennklasse. Intelligent taktierend vermied sie an den schwachen Tagen Punktverluste durch frühe Außenlandungen, hielt aber an den schnellen Wertungstagen dem hohen Tempo der männlichen Konkurrenz stand. Mit 112,4 km/h am dritten Tag bewies sie Sprinterqualitäten auf der 194 km langen Wertungsstrecke entlang der Schwäbischen Alb.

Auf der 228 km langen Strecke der Standardklasse liegt Enrique Levin (LSV Homberg/Ohm) an der Spitze. Der Japaner Ichikawa Makoto, einer der Topfavoriten im Feld, arbeitete sich nach seinem schleppenden Wettbewerbsauftakt inzwischen auf den vierten Gesamtplatz vor (siehe auch Extra-Story).

In der 18-m-Klasse musste Lokalmatador Mario Kießling (Fliegergruppe Wolf Hirth) die Gesamtführung an den Briten Russel Cheetham abgeben. Auf dem letzten Wertungsabschnitt zurück von Heidenheim fehlten dem mehrfachen deutschen Meister ein kleiner Aufwind oder 13 km, um die Hahnweide wieder zu erreichen. Damit fiel er nach zwei überragenden Tagesleistungen auf den dritten Platz der Gesamtwertung zurück. Tagesschnellster war der Schwede Markus Ganev, der die 290 km mit 140,6 km/h in knapp über zwei Stunden umrundete.

Das Duell um die Führung in der Doppelsitzerklasse bestritten bis zum Mittwoch das Wolf-Hirth-Team Andreas Lutz/Wolfgang Janowitsch mit dem Team des SSV Ludwigshafen, (Nils Koster/Martin Theisinger) – das mitfavorisierte Wolf-Hirth-Team Holger Karow/Hartmut Lodes/Uli Schwenk liegt nach den Tagesplätzen 3, 25 und 9 nur auf dem enttäuschenden Gesamtrang 16. Lutz/Janowitsch reichte ein vierter Platz, um die Gesamtführung vor den Ludwigshafenern (Tagessieg) zu verteidigen.

In der Offenen Klasse kämpfte sich Werner Meuser (LSV Homberg/Ohm) mit einem Tagessieg am Mittwoch auf den fünften Platz der Gesamtwertung vor. Mit 200 Punkten Vorsprung auf Meuser hielt der Schwede Jim Acketoft aber die Führung vor dem französischen Vorjahressieger Kilian Walbrou.

Für den heutigen Freitag ist die Wetterprognose wenig optimistisch. Dafür soll der Samstag noch den entscheidenden Flugtag bringen. Mit über 96 000 geflogenen Kilometern zählt der Wettbewerb 2015 schon jetzt zu den erfolgreichsten Veranstaltungen.