Lokalsport

Keine Schnäppchenjagd bei den Teckvereinen

Fußball Am 31. Januar schließt das Transferfenster. Namhafte Neuzugänge melden die Teckvereine nicht. Comeback von VfL-Torjäger Hörsting weiter ungewiss. Von Thomas Pfeiffer

Die große Winterschnäppchen-Jagd ist ausgeblieben: Bis wenige Tage vor Ende der Transferperiode (31. Januar) hat das Gros der Teckvereine in Bezirks- und Kreisliga auf namhafte Verstärkungen verzichtet. Ein lokaler Transfer-Hammer ist nicht mehr zu erwarten.

Totalen Verzicht auf Neuzugänge übt der Bezirksliga-Tabellenfünfte VfL Kirchheim. Spielertrainer Markus Schweizer („wir haben einen großen Kader von 27 Spielern“) sah keine Notwendigkeit für Herholaktionen im Liga-Umfeld. Stattdessen hofft er, dass sich aus der VfL-Verletztenliste mit Dominik Cseri (Schlüsselbeinbruch), Timo Webinger und Philipp Hauser (Knie) bald einer nach dem anderen verabschiedet. Angreifer Kai Hörsting wird zum Rundenauftakt 2017 bei Spitzenreiter FC Frickenhausen (5. März) weiter fehlen. Denn seine Fußverletzung aus der Bezirkspokal-Partie gegen Odyssia Esslingen im Herbst 2015 ist 15 Monate später immer noch nicht behoben: schmerzfreies Training unmöglich.

Bei Liga-Rivale SGEH ging die Spieler-Fluktuation im Januar auch fast gegen null: Sebastian Kniebel kam (vom Stuttgarter A-Kreisligisten SG Untertürkheim), Youngster Aristides Pavlididis ging (zum TSV Oberlenningen). Ein Außenverteidiger für einen Innenverteidiger - mehr leistete sich der Alb-Verein nicht. Erstens gab es laut Abteilungsleiter Sven Laderer keine Notwendigkeit für Kader-Verstärkungen, zweitens war der Spielermarkt in diesem Jahr auch nicht so üppig bestückt. Das Saisonziel der Nummer drei im Teckboten-Einzugsgebiet bleibt bescheiden: „Von den Abstiegsrängen fernhalten“, verlangt Laderer von seinen Leuten. Die sind derzeit punktgleich mit Relegationsplatz-Besetzer TSV Obere Fils.

In der Kreisliga A, Staffel 2 gab es ebenfalls ein Kopf-an-Kopf-Rennen - bis zum 27. November. Dann setzte es für die SF Dettingen eine 0:1-Niederlage beim AC Catania, und eine Woche später eine bittere 1:4-Heimklatsche gegen den TSV Grafenberg. Gleichzeitig gewann der TV Neidlingen in Raidwangen (2:0) und gegen den TSV Altdorf (4:1) - die Kicker vom Reußenstein zogen an ihrem Titelrivalen mit großen Schritten vorbei.

Zeit also für die SF Dettingen, personell nachzurüsten, um wieder aussichtsreich ins Titelrennen eingreifen zu können? Mitnichten. SFD-Trainer Heiko Blum­auer führt den Punkte-Aderlass nicht auf fehlende Spielerqualität, sondern großes Verletzungspech und den beruflichen Wechsel von Stamm-Abwehrspieler Maximilian Freiberger nach Zürich zurück. Mutmacher im Unternehmen Aufholjagd sind Erinnerungen ans denkwürdige Meisterjahr 2010/11 („da haben wir elf Punkte Rückstand auf Grafenberg aufgeholt“) und den wieder verletzungsfreien Innenverteidiger Serkan Balci, der aus der zweiten SFD-Mannschaft abgezogen wird. Blumauer euphorisch: „Der Mann ist eine Maschine.“

Der TV Neidlingen hat Spielertrainer Patrick Kölle und der überhaupt keinen Grund, nach der nahezu sensationellen Vorrunde personell etwas zu ändern. „Unser Ziel ist, Platz eins zu verteidigen und in die Bezirksliga aufzusteigen“, bekennt Kölle frank und frei. Auch sonst macht er manches anders als viele seiner Kollegen - beispielsweise lässt er seine Kicker erst relativ spät (5. Februar) ins Training einsteigen. Seine Begründung fürs verkürzte Vorbereitungsprogramm: „Training im Winter macht doch keinem Spieler Spaß. Besonders, wenn es eiskalt ist und der Trainingsplatz verschneit.“

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