Lokalsport

Keinen Sinn für Späßchen

VfL-Handballer stoßen Tür zur Landesliga auf

Die Tür zur Landesliga steht offen, doch der Weg hindurch ist ein langer. Die Bezirksliga-Handballer des VfL Kirchheim können vor dem Saisonfinale in Grabenstetten schon mal einen Gedanken in Richtung Relegation fliegen lassen.

Coup gelungen: Der VfL mach früher als erwartet alles klar.Foto: Brändli
Coup gelungen: Der VfL mach früher als erwartet alles klar.Foto: Brändli

Kirchheim. Der Kurzurlaub nach Himmelfahrt ist damit gestrichen. Statt langem Wochenende heißt es für Kirchheims Handballer, Zusatzschichten schieben. Verkehrt der Schluss-Spieltag am Samstag nicht alle Handballregeln ins Gegenteil, dann heißt der Gegner des VfL in der ersten Relegationsrunde am 5. Mai SG Bettringen. Während der VfL am Samstag in Grabenstetten frische Luft und Aussicht genießen kann, ist der Tabellenzweite des Bezirks Stauferland womöglich noch ein Titelkandidat. Dafür bedürfte es allerdings nicht weniger als einer handballerischen Sensation. Anders ausgedrückt: Spitzenreiter TV Brenz müsste am letzten Spieltag zu Hause gegen Absteiger Bargau verlieren, um die Meisterschaft aufgrund des direkten Vergleichs mit dem Zweiten noch aus der Hand zu geben.

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Daran glaubt keiner, und VfL-Coach Engelbert Eisenbeil dürfte es auch ziemlich wurscht sein. Seine Mannschaft hat auf der Saison-Zielgeraden Charakter gezeigt und geht mit Zuversicht ins Relegations-Ausscheidungsrennen, in dem es vom 5. bis zum 26. Mai im besten Fall zwei Hürden zu nehmen gilt. Bis dahin heißt es, die Kräfte konservieren, die der Überraschungserfolg gegen den designierten Meister aus Hegensberg und Liebersbronn am Samstag freigesetzt hat.

Ein Gegner, der die Saison bereits abgehakt hat und mit Fabian Sokele seinen wichtigsten Mann am Samstag auf die Bank verpflanzte. Zur Laufkundschaft stempelte dieser Umstand die SG freilich nicht. Mit dem Trainergespann Jochen Masching und Henning Richter griffen zwei Routiniers ins Geschehen ein, die immer noch genügend Qualität aufs Spielfeld bringen, um den Rest der Liga im Ernstfall alt aussehen zu lassen. Kirchheims Coach betreibt folglich keine Augenwischerei, wenn er sagt: „Wir haben diesmal stark verteidigt und dem Gegner früh den Spaß geraubt.“

Ein Ruhekissen ist dieser Erfolg trotzdem nicht. Viele Experten halten den Bezirk Esslingen-Teck als einen der schwächeren im württembergischen Achterfeld. „In der Relegation stehen die Chancen immer fifty-fifty“, meint Eisenbeil. Er weiß: Im vergangenen Jahr hat es seine Mannschaft am Ende ziemlich vergeigt, als man den Lenningern in der Relegation noch den Vortritt lassen musste.

Die Rückkehr in die Landesliga nach dem Abstieg vor zwei Jahren wäre auch für den erfolgsverwöhnten früheren Torhüter ein erstes Ausrufezeichen als Trainer. Der Weg dorthin ist weit. Gelänge am Himmelfahrtstag der erste Schritt, bräuchte sich über den passenden Rahmen für die Siegesfeier zumindest niemand den Kopf zu zerbrechen. Auf der Hochzeitsparty von Kreisläufer Peter Sadowski wäre bestimmt noch Platz für durstige Seelen.

Aufstieg in die Landesliga 1. Runde: Donnerstag, 5. Mai (Hinspiele), Samstag und Sonntag, 7./8. Mai (Rückspiele) 2. Runde: Samstag und Sonntag, 21./22. Mai (Hinspiele), Donnerstag, 26. Mai (Rückspiele)